03.02.13

Hacker

Cyber-Angriffe in den USA: Auch Twitter gehackt

In München diskutiert die Sicherheitskonferenz über die Gefahr von Cyberattacken. Für Experten sind Hacker-Angriffe schon tägliche Realität.

Foto: dpa
Große Cyberspionage-Kampagne entdeckt
Für Experten sind Hacker-Angriffe schon tägliche Realität

Washington/München. In den USA mehren sich Hacker-Angriffe auf die großen Zeitungen des Landes. Die "Washington Post" räumte nun einen mehrere Jahre zurückliegenden Angriff vermutlich aus China ein. Wenige Tage zuvor hatten die "New York Times" und das "Wall Street Journal" von Attacken berichtet, hinter denen chinesische Hacker-Gruppen vermutet werden. In einem nach bisherigen Informationen damit nicht zusammenhängenden Fall berichtete auch der Kurzmitteilungsdienst Twitter am Samstag von einem derartigen Einbruch. Dabei seien möglicherweise Daten von rund 250 000 Nutzern erbeutet worden.

Unterdessen riefen bei der Münchner Sicherheitskonferenz Spitzen aus Politik und Wirtschaft zu einem gemeinsamen Kampf für mehr Cyber-Sicherheit auf. Nötig sei eine gemeinsamen Kraftanstrengung von Regierungen, Wirtschaft und auch den einzelnen Internet-Nutzern, argumentierten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und der Direktor der amerikanischen National Security Agency (NSA), Keith Alexander. Friedrich sagte, die Frage, wie Sicherheit im Cyber-Raum garantiert werden könne, sei eine entscheidende Frage des 21. Jahrhunderts.

Die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes betonte, jeder einzelne Nutzer könne einen Beitrag leisten, um den Cyber-Raum sicherer zu machen. "Jeder ist verantwortlich nicht nur Staaten und Unternehmen." Die stellvertretende US-Heimatschutzministerin Jane Holl Lute mahnte, niemand könne es sich leiten, zuzusehen. Den Kampf für mehr Cyber-Sicherheit könne keine Regierung alleine gewinnen. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Zahl der Cyber- und Hacker-Angriffe beständig zunimmt – und dass es sich um Attacken unterschiedlichster Art handelt. Oftmals werden Eindringlinge in Systeme erst nach Wochen oder nach Monaten überhaupt erkannt.

Der Angriff bei der "Washington Post" sei bereits 2011 entdeckt und gestoppt worden, berichtete die Zeitung am Samstag. Die Eindringlinge seien wohl seit 2008 oder 2009 unbemerkt im Computer-Netzwerk unterwegs gewesen, hieß es unter Berufung auf unterrichtete Personen. Dabei hätten sie wahrscheinlich auch Administrator-Passwörter gestohlen, die ihnen weitreichenden Zugang zu allen Systemen gewährt hätten. Es sei unklar, ob und welche Informationen gestohlen worden seien.

Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" hatten jüngst ebenfalls von höchstwahrscheinlich aus China geführten Hacker-Attacken im vergangenen Jahr berichtet. Die "New York Times" entdeckte den Einbruch nach etwa sechs Wochen und ließ die Angreifer rund vier Monate agieren, um sie auszuspähen. Die Attacken ereigneten sich, als die Zeitungen an Berichten über das Vermögen von Familien führender chinesischer Politiker arbeiteten. Die Behörden in China weisen die seit Jahren andauernden Vorwürfe der Cyberspionage stets zurück.

Wer diese Woche hinter dem Angriff auf Twitter steckte, ist unklar. "Die Attacke war kein Werk von Amateuren", schrieb IT-Sicherheitschef Bob Lord in einem Blogeintrag. Er glaube auch nicht an einen Einzelfall. Die Angreifer könnten sich Zugang zu Informationen von rund 250 000 Nutzern verschafft haben. Darunter könnten Nutzernamen, E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter sein. Als Sicherheitsmaßnahme habe Twitter die Passwörter der betroffenen Accounts zurückgesetzt. Twitter hat rund 300 Millionen Nutzer; das bisher bekannte Ausmaß des Einbruchs wäre damit verhältnismäßig gering.

Twitter habe in dieser Woche verdächtige Aktivitäten bemerkt und bei einer Überprüfung die Cyber-Attacke entdeckt, erläuterte Lord. Der Kurznachrichtendienst war Mitte der Woche für mehrere Stunden weitgehend ausgefallen. Es ist unklar, ob die Störung etwas mit der Attacke zu tun hatte.

(dpa)
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