30.11.12

FDP

Niebel möchte mit Westerwelle Wahlkampfmotor sein

Außenminister Guido Westerwelle scheint über Niebels Interview-Äußerung aber alles andere als glücklich zu sein.

Foto: dpa
Dirk Niebel
Dirk Niebel (FDP) sieht sich und Außenminister Guido Westerwelle als Motoren des FDP-Bundestagswahlkampfes 2013

Berlin. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sieht sich und Außenminister Guido Westerwelle als Motoren des FDP-Bundestagswahlkampfes 2013. Westerwelle scheint über Niebels Interview-Äußerung aber alles andere als glücklich zu sein.

Die "Neue Westfälische" (Samstag) aus Bielefeld zitierte Niebel mit den Worten: "Im Moment kann ich mir vorstellen, als Spitzenkandidat dazu beizutragen, dass Baden-Württemberg als zweitgrößter Landesverband der FDP seine Rolle als Motor der Partei gemeinsam mit dem Landesverband NRW und dem dortigen Spitzenkandidat Guido Westerwelle übernehmen wird." Aus Westerwelles Umfeld verlautete dazu am Freitag, der Außenminister sei "sehr verärgert über diese Geisterdebatte". Niebel ließ sein Ministerium später darauf verweisen, dass die beiden Landesverbände die größten seien. "Daher müssen diese die Motoren der Kampagne sein."

Auf die Frage, ob Parteichef Philipp Rösler Spitzenkandidat werde, hatte Niebel in dem Zeitungsinterview ausweichend geantwortet: "Normalerweise macht das immer der Bundesvorsitzende. Das ist auch klug. Aber wir haben es immer so gehalten, dass der Vorsitzende als primus inter pares das Präsidium als Team in den Wahlkampf geführt hat." Am Abend fügte er hinzu: "Wir können nur im Team bestehen. Dabei kommt dem ganzen Präsidium unter Führung des Vorsitzenden eine maßgebliche Rolle zu. Aus jeder Äußerung eine Personaldebatte zu machen, das bringt uns jetzt nicht weiter."

Niebel hatte zuletzt in einem anderen Interview wegen seiner Einschätzung der Rolle Röslers im Wahlkampf 2013 für Irritationen gesorgt. Der "Rheinischen Post" sagte er: "Sie sehen auch bei der SPD, dass ein Spitzenkandidat nicht zwingend Parteichef sein muss." Wahlkampf im Team sei immer eine gute Lösung. "Gewöhnlich gilt aber ein Vorsitzender als potenzieller Spitzenkandidat, es sei denn, es gibt gute Gründe, das anders zu entscheiden." Später sagte er, er habe damit nicht für eine Doppel-Wahlkampfspitze plädiert

(dpa)
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