29.11.12

Atomstreit IAEA-Chef will friedliche Lösung mit dem Iran

Yukiya Amano, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, hofft auf ein baldiges Übereinkommen mit dem Iran

Foto: dpa / dpa

Yukiya Amano, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, hofft auf ein baldiges Übereinkommen mit dem Iran

Yukiya Amano forderte Teheran auf, dringend IAEA-Untersuchungen von möglichen Waffenprojekten zuzulassen.

Wien. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat mit Nachdruck eine friedliche Lösung im Konflikt mit dem Iran gefordert. Die Chancen für eine Beilegung des Atomstreits dürften nicht ungenutzt bleiben, sagte er zum Auftakt des IAEA-Gouverneursrats am Donnerstag in Wien. "Es gibt eine Möglichkeit, das Thema Iran diplomatisch zu lösen", betonte er. Jetzt sei für alle Beteiligten die Zeit, mit Nachdruck an einer Einigung zu arbeiten. Amano forderte Teheran auf, dringend IAEA-Untersuchungen von möglichen Waffenprojekten zuzulassen.

Hintergrund der Äußerungen Amanos ist, dass Israel zuletzt angedeutet hatte, die Entscheidung über einen möglichen Angriff auf iranische Nuklearanlagen bis Mitte kommenden Jahres zu verschieben. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte Ende Oktober, es sei momentan schwieriger für den Iran, eine Atomwaffe zu entwickeln, weil das Land einen Teil seines angereicherten Urans in Reaktorbrennstoff umgewandelt habe. Der Westen verdächtigt Teheran seit Jahren, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie Nuklearwaffen entwickeln zu wollen.

Amano bestätigte am Donnerstag, dass IAEA-Computerserver in den vergangenen Monaten zweimal Ziel von Hackern gewesen sind. Vor einigen Tagen war bekanntgeworden, dass unbekannte Täter mit möglichen Verbindungen zum Iran Informationen von einem stillgelegten Server der Behörde gestohlen und ins Internet gestellt hatten. "Wir haben keinerlei Hinweise, dass beide Fälle in Zusammenhang stehen", sagte der Atomchef. Hinter dem nun bestätigten zweiten Fall könnte die Gruppe Anonymus stecken, hieß es.