Linke Demonstranten hatten sich als Reisende verkleidet und unter Fluggäste am Hamburger Airport gemischt. Dann entrollten sie Plakate, riefen Parolen. Später griff die Polizei ein.

Hamburg. Mittags hatten sich die rund 800 Demonstranten am S-Bahnhof Ohlsdorf getroffen, waren Richtung Flughafen gezogen. Der Zug verlief zunächst friedlich, aber mit Unterbrechungen und Störungen. Teilnehmer setzen sich mehrfach auf die Straße und blockierten die Fahrbahn mit Baumstämmen.

Auf dem Flughafengelände standen die Demonstranten einem massiven Polizeiaufgebot gegenüber. Auch Wasserwerfer waren aufgefahren. Nach Ende der Kundgebung verlegten etliche Teilnehmer ihren Protest in das Terminal 1, verhielten sich nach Angaben einer Flughafensprecherin aber friedlich. Die Aktion sollte noch bis zum frühen Abend dauern.

Seit einer Woche zelten mehrere hundert Aktivisten in einem antirassistischen-und Klimacamp in Lurup. In der Stadt war es zu mehreren Gewalt- und Straftaten gekommen, die möglicherweiser im Zusammenhang mit dem Camp stehen. Die Polizei hat ein Großaufgebot mobilisiert und bekommt Unterstützung von Hundertschaften aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und von der Bundespolizei.

Die Hamburger SPD und der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hatten Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen Straftaten aus dem linken Protestlager vorzugehen. Ahlhaus betonte in einer Sondersitzung des Innenausschusses der Bürgerschaft, es gebe in der Hansestadt auch weiterhin keine Toleranz gegenüber Straftaten, egal von wem sie verübt werden.