Mümmelmannsberg: Eifersuchtsdrama - Täter richtet sich selbst
Schüsse auf Ehefrau und zwei Polizisten
Bei einem Eifersuchtsdrama in der Franz-Marc-Straße im Stadtteil Billstedt sind mehrere Menschen durch Schüsse verletzt worden - darunter auch zwei Polizisten. Der mutmaßliche Täter Sultan B., ein 24-jähriger Mann afghanischer Herkunft, hat sich mit einem Kopfschuss selbst gerichtet.
Hamburg. Um 07.24 Uhr rief ein Nachbar die Polizei wegen eines Streits in einer Wohnung zu dem viergeschossigen Mehrfamilienhaus in der Franz-Marc-Straße in Mümmelmannsberg. Auf das Klingeln der beiden eingetroffenen Beamten (40, 44) wurde zwar der Türöffner betätigt, jedoch zu kurz, um die Tür zu öffnen, wie die Polizei erklärte.
Kurz darauf hätten die Beamten die Silhouette einer Frau hinter der Haustür gesehen und Schüsse gehört.Als sie am Einsatzort eintrafen, flüchtete eine Frau aus dem Flur des Hauses. Ihr 24-jähriger Ehemann verfolgte sie und gab mehrere Schüsse auf die 30-Jährige und die Streifenwagenbesatzung ab. Ein Beamter erwiderte das Feuer. Anschließend zogen die Polizisten sich zurück und brachten die verletzte Frau in Sicherheit, der aus Afghanistan stammende Mann blieb im Treppenhaus.
Kurze Zeit später seien noch zwei Schüsse im Haus zu hören gewesen, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Der Angreifer wurde wenig später von Beamten des Mobilen Einsatzkommandos leblos im Treppenhaus entdeckt. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod von Sultan B. feststellen. Er richtete sich mit einem Kopfdurchschuss selbst, wie die Spurenlage am Tatort und die Obduktion des Leichnams übereinstimmend ergaben. Zudem habe er Schussverletzungen an der Hand und am Oberschenkel gehabt
Die ebenfalls aus Afghanistan stammende 30 Jahre alte Frau wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei durch Schüsse in den Unterbauch und die Schulter verletzt. Sie war zunächst nicht vernehmungsfähig. Der Zustand der Frau war am Abend nach einer Operation stabil, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizist erlitt einen Streifschuss am Hals, der andere eine Verletzung am Schienbein. Beide wurden ambulant behandelt.
Das Ehepaar lebte getrennt. Der 24-Jährige hatte seine Frau bereits am 15. April verprügelt. Deswegen war ihm per Gerichtsbeschluss untersagt worden, sich in der Wohnung aufzuhalten oder sich der 30-Jährigen zu nähern. Noch Stunden nach der Schießerei waren Experten der Spurensicherung in weißen Schutzanzügen damit beschäftigt, den Tatort zu inspizieren. "Wir haben auch im Treppenhaus Einschusslöcher entdeckt. Das spricht dafür, dass der Täter schon im Haus auf seine Frau geschossen hat", sagte Meyer.




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