USA: Vorwahlkampf
Der Ton wird rauer
Nach ihrer Auftaktniederlage in Iowa verschärfte Senatorin Hillary Clinton den Kurs gegen Barack Obama. Drei Tage vor der Vorwahl in New Hampshire wirft sie ihrem Hauptrivalen vor, sein Fähnlein nach dem Wind zu hängen.
Manchester. Das St-Anselm-College der amerikanischen Stadt Manchester hat am Wochenende den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten erlebt. Drei Tage vor der Vorwahl am Dienstag im US-Staat New Hampshire präsentierten sich dort erst die Bewerber der Republikaner, dann die der Demokraten zu Podiumsdiskussionen. Dabei wurde deutlich, dass nach dem Auftakt der Kandidatenkür in Iowa der Ton rauer geworden ist.
Nach ihrer Auftaktniederlage in Iowa verschärfte Senatorin Hillary Clinton den Kurs gegen Barack Obama. Drei Tage vor der Vorwahl in New Hampshire warf sie ihrem Hauptrivalen vor, sein Fähnlein nach dem Wind zu hängen. "Sie sagten, dass Sie gegen den Irak-Krieg stimmen würden", hielt Clinton dem Senator von Illinois vor. Dann habe er im Senat aber für die Bewilligung von Kriegsmitteln gestimmt. Auch in der Gesundheitspolitik und bei anderen Themen habe Obama seine Positionen geändert, kritisierte die Frau von Expräsident Bill Clinton am Samstag bei einer Debatte der Bewerber in Manchester, New Hampshire.
Obama wies die Vorwürfe zurück und sagte: "Ich bin immer konsistent geblieben." Lediglich bei Clintons Vorschlag einer obligatorischen Gesundheitsversicherung habe er eine andere Meinung als seine Mitbewerberin.
In einer Umfrage zur Stimmung bei den Wählern der Demokraten in New Hampshire zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Clinton und Obama ab. Beide kamen auf eine Unterstützung von 33 Prozent. Auf Platz drei folgte der ehemalige Senator John Edwards mit 20 Prozent vor Gouverneur Bill Richardson mit lediglich vier Prozent. In Iowa war es Edwards in der vergangenen Woche noch gelungen, sich zwischen Obama und Clinton auf Platz zwei zu schieben. Bei der Debatte in Manchester bezeichnete sich Edwards ebenfalls als Kandidaten für den Wandel, während er Clinton als Politikerin für den Status quo darstellte.
Bei den Republikanern erzielte der ehemalige Gouverneur Mitt Romney einen ersten Achtungserfolg. Zwei Tage nach seiner Niederlage gegen den ehemaligen Baptistenpfarrer Mike Huckabee bei der Wählerversammlung in Iowa gewann Romney bei einer weit weniger bedeutsamen Versammlung in Wyoming die meisten Stimmen. Von den zwölf Delegiertenstimmen sicherte sich Romney acht. Auf den früheren Senator Fred Thompson entfielen drei und auf den Abgeordneten Duncan Hunter eine Stimme. Weiter geht es am Dienstag in New Hampshire. "Das ist erst der Anfang", sagte Romney, der zur Religionsgemeinschaft der Mormonen gehört.
In Manchester lieferten sich Romney und Huckabee anschließend eine heftige Kontroverse um die Außenpolitik. Romney hielt Huckabee vor, er habe Präsident George W. Bush in einem Artikel eine "arrogante Bunkermentalität" vorgeworfen. In New Hampshire bekommt es Romney aber nicht nur mit Huckabee zu tun, sondern sieht sich auch mit Senator John McCain konfrontiert, der dort laut Umfragen gute Aussichten hat. Sowohl Huckabee als auch McCain warfen Romney vor, in zahlreichen umstrittenen Fragen wie dem Abtreibungsrecht, den Waffengesetzen und Homosexuellenrechten ständig seine Meinung geändert zu haben.









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