Tornado zieht durch Bad Bramstedt
Ein Tornado hat die Bewohner in Bad Bramstedt am Sonntagnachmittag aufgeschreckt. Verletzt wurde niemand. Auch habe es keine erheblichen Schäden gegeben, berichtete ein Feuerwehrsprecher in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg).
Die Helfer seien zu 25 Einsätzen gerufen worden. "Wir haben Dächer gesichert, auf denen fünf Dachziegel oder bis zu 20 Quadratmeter fehlten."
Ein großer Laubbaum zwischen zwei dreistöckigen Mehrfamilienhäusern wurde durch den Wirbelsturm umgerissen und zerstörte ein Auto. Bei ihrem dreistündigen Einsatz zerlegten die Feuerwehrmänner auch angeknackste Bäume. Am Abend begannen Dachdecker mit den Reparaturarbeiten und ersetzten fehlende Dachpfannen.
Der Tornado sei völlig unerwartet aufgetaucht, sagte ein Anwohner, dessen Reihenhaus unbeschädigt blieb. Zuvor habe es gehagelt. Die dunklen Wolken waren aber bereits wieder abgezogen, als es losging, wie der Augenzeuge berichtete. Laub sei nach oben in die Luft gezogen worden. "Es hat kräftig gerauscht."
Der Tornado war um 14.35 Uhr auf rund 1300 Metern Länge über den Nordrand des Kurortes gezogen. Betroffen waren laut Feuerwehr ein seit 15 Jahren bestehendes Wohngebiet sowie ein Neubauareal. Die Bewohner seien glimpflich davongekommen, sagte der Sprecher.
Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden auftreten. Sie können im Extremfall mehrere hundert Kilometer pro Stunde schnell sein, bringen es in der Regel aber auf Tempo 120 in den Böen. Wegen ihres zum Teil sekundenschnellen Entstehens können die Wirbelstürme oft nicht vorausgesagt werden. In europäischen Breiten löst sich das Phänomen in der Regel nach wenigen Minuten wieder auf. Wichtige "Zutaten" sind: große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und als "Rüssel" sichtbar wird.
Im vergangenen Jahr hatte ein Tornado in Harburg Millionenschäden angerichtet. Kräne stürzten um, zwei Kranführer wurden getötet.



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