Medien: Kritik an Moderator
Journalisten-Verband will Kerner Werbung verbieten
Johannes B. Kerner ist ein Fernsehstar. Er ist aber auch Journalist. Und als solcher darf er keine Werbung machen – sagt zumindest der Deutsche Journalisten-Verband. Das ZDF, Kerners Arbeitgeber, weist die Forderung zurück.
Hamburg. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat das ZDF aufgefordert, seinem Moderator Johannes B. Kerner die Werbetätigkeiten zu untersagen. "Die gebührenfinanzierten Sender müssen die notwendige Trennung von Werbung und Journalismus besonders sensibel praktizieren", erklärte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Mittwoch. Das gelte nicht nur für das Programm, sondern auch für die Journalisten der Sender. Kerner wirbt derzeit für die Fluglinie Air Berlin.
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut wies Konkens Forderung zurück. Er verwies darauf, dass Kerner "überwiegend Unterhaltungssendungen moderiert". Als freier Mitarbeiter könne und dürfe er auch außerhalb des Unternehmens tätig sein. "Die Regeln dafür sind definiert und werden eingehalten." Auf dem TV-Markt sei es "üblich, dass herausragende Moderatoren auch in der Werbung tätig sind". Es gebe aber eindeutige Grenzen: "So dürfen Journalisten, die zum Beispiel im Bereich Nachrichten arbeiten, selbstverständlich nicht werben."
Das ZDF sieht auch keinen Zusammenhang zwischen Kerners Werbetätigkeit und der Zusammenarbeit des Senders mit Air Berlin bei der Beförderung von Zuschauern für die "Wetten, dass...?"-Sendung am 23. Juni nach Mallorca. Bei Sendungen im Ausland sei es schwierig, die Arena mit einheimischem Publikum zu füllen, daher arbeite das ZDF mit Reiseveranstaltern zusammen, sagte ein Sprecher des Senders. Dass es in diesem Fall Air Berlin ist, habe nichts mit Kerners Werbeeinsatz für die Fluglinie zu tun.




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