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Nachrichten des Tages

Tragödien im Mittelmeer - Mehr als 30 Tote trieben im Meer

Vor Italien und Malta sind am Wochenende bei zwei Flüchtlingstragödien vermutlich mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble verspricht, deutsche Grenzpolizisten als Unterstützung nach Lampedusa zu schicken.

Rom. Vor Italien und Malta sind am Wochenende bei zwei Flüchtlingstragödien vermutlich mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Ein italienisches Fischerboot entdeckte 40 Kilometer südlich von Malta in der Nacht auf Sonntag ein Boot mit 13 illegalen Einwanderern an Bord. Die Immigranten aus Somalia erklärten, 20 Bootsinsassen seien verschollen und bei der Überfahrt wahrscheinlich ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien mindestens sieben Kinder. "Wir haben ein sinkendes Boot gesehen. Zahlreiche Menschen trieben leblos im Wasser, am furchtbarsten war der Anblick der toten Kinder", sagte der Kapitän.

Erst am Sonnabend hatte die italienische Marine 14 Flüchtlinge südlich der Insel Lampedusa gerettet. 13 Menschen in dem Boot seien unterwegs verhungert und verdurstet, erzählten die Überlebenden. "Wir waren gezwungen, sie über Bord zu werfen."

Die Flüchtlinge aus Eritrea, Ägypten und Mali seien in Libyen gestartet, hieß es. Jedoch sei kurze Zeit später der Motor ausgefallen, die Lebensmittel wurden knapp. Als sie von dem Schiff "Sibilla" gefunden wurden, hatten sie 20 Tage ohne Nahrung und Wasser ausgeharrt. "Sie sahen aus wie Gespenster", erinnert sich Kapitän Stefano Bricchi. Sieben seien in "kritischem Zustand", zwei waren in ein Koma gefallen. Nach einer ersten ärztlichen Notversorgung seien die Einwanderer in ein Krankenhaus in der sizilianischen Stadt Palermo gebracht worden.

Insgesamt seien allein im Jahr 2005 zwischen 600 und 800 Menschen beim Versuch, über das Mittelmeer die europäischen Küsten zu erreichen, ums Leben gekommen, erklärte der maltesische Vize-Ministerpräsident Tonio Borg. Unterdessen hält die ungewöhnlich starke Flüchtlingswelle weiter an. Auf Lampedusa und Sizilien landeten auch am Wochenende wieder viele Boote mit illegalen Einwanderern.

Erst am Freitag hatte EU-Justizkommissar Franco Frattini angekündigt, künftig Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in enger Zusammenarbeit mit Libyen stoppen zu wollen. Dazu solle der politische Dialog mit der Führung in Tripolis wieder aufgenommen werden, schrieb der Vizepräsident der Brüsseler EU-Kommission dem italienischen Innenminister Giuliano Amato.

Dieser hatte zuvor angesichts der "alarmierenden Ausmaße" des Flüchtlingsstroms einen Hilferuf an die EU gerichtet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble versprach, deutsche Grenzpolizisten nach Lampedusa zu schicken, die ihre italienischen Kollegen unterstützen sollen.dpa, abendblatt.

 

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