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Nachrichten des Tages

Israel bombadiert Schutzraum

Beim bislang folgenschwersten Angriff während der israelischen Libanon-Offensive sind in der Nacht zum Sonntag mehr als 50 Menschen getötet worden, darunter Dutzende Kinder. Zahlreiche Häuser in der Ortschaft Kana östlich von Tyrus wurden zerbombt.

Kana. Unter den Trümmern des Schutzraumes wurden laut libanesischem Roten Kreuz mindestens 34 Kinderleichen entdeckt worden. Das Kreuz sprach von insgesamt 56 Todesopfern. Die Menschen hätten in der Nacht Zuflucht zum Schlafen in vermeintlich sicheren Gebäuden gesucht.

Der libanesische Ministerpräsident Fuad Saniora forderte einen "sofortigen und bedingungslosen" Waffenstillstand und sagte den geplanten Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice am Sonntag in Beirut ab.

Israels Streitkräfte erklärten, sie hätten Ziele in Kana angegriffen, weil von dort aus wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert worden seien. Der Angriff habe sich gegen Abschussvorrichtungen gerichtet, sagte Militärsprecher Jacob Dallal. Die Zivilbevölkerung sei schon vor Tagen über Flugblätter zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden.

Nach dem israelischen Bombardement hat die Hisbollah mit Vergeltung gedroht. Israel werde "die Konsequenzen seiner Massaker" tragen, teilte die radikalislmaische Organisation mit. Auch die radikalislamische palästinensische Hamas-Organisation drohte Israel nach dem Angriff auf die südlibanesische Ortschaft mit Gewalt. "Alle Optionen sind denkbar für den palästinensischen und den libanesischen Widerstand, um auf dieses terroristische Verbrechen zu antworten", sagte Hamas-Sprecher Munschir el Masri.

Libanons Parlamentspräsident Nabih Berri zog nach dem Angriff einen Vorschlag zum Austausch der beiden von der Hisbollah entführten Soldaten zurück. "Nach dem Massaker an den Kindern von Kana haben sich die Bedingungen verändert", sagte Berri, der von der Hisbollah als Unterhändler beauftragt worden war.

Die israelische Regierungssprecherin Miri Eisin hat eine Untersuchung zu dem Angriff auf das Haus in Kana angekündigt. Im US-TV-Sender CNN sagte sie, der Zwischenfall sei eine "schreckliche Tragödie". Es werde untersucht werden, wie es zu diesem "Fehler" gekommen sei. "Israel ist tief betrübt und voller Kummer", sagte sie weiter. Die israelische Luftwaffe habe das Gebäude mit den Flüchtlingen "nicht anvisiert", sondern Hisbollah-Stellungen in der Nähe, von denen aus Israel mit Raketen beschossen werde.

Bei einem weiteren israelischen Luftangriff im Südlibanon sind in der Ortschaft Jarun fünf Zivilisten getötet worden. Dies bestätigte die libanesische Polizei. Die Opfer des Angriffs hatten sich in ihrem Haus aufgehalten, das bei der Bombardierung getroffen worden war.abendblatt.de

 

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