Polizei sucht nach Terrorhinweis drei verdächtige Männer
Rund 1.000 zum Teil schwer bewaffnete Polizisten haben am Donnerstagabend in Hamburg nach einem verdächtigen Gespräch dreier arabisch sprechender Männer viele Hauptstraßen abgeriegelt. Ein Zeuge hatte an einer Bushaltestelle drei „junge arabische Männer“ beobachtet, in deren Gespräch der Satz: „Wir werden morgen als Helden vor Allah stehen“ vorkam, wie Polizeipräsident Werner Jantosch mitteilte.
Die Männer hätten einen Rucksack dabeigehabt. Die Polizei betonte, dass auch ein Missverständnis vorliegen könne.
Die drei Männer seien nach dem Gespräch in einen Linienbus gestiegen und stadtauswärts gefahren. Laut Jantosch wurden sie im Bus von einer Überwachungskamera aufgenommen. Die Polizei gab eine Großfahndung nach den Männern heraus und forderte sie auf, sich zu melden.
Es sei auch möglich, daß die drei Männer unverdächtig seien, oder daß der Zeuge sich geirrt habe, erklärte Jantosch. Allerdings müsse der Verdacht abgeklärt werden. "Wir wollen in den Rucksack gucken", erklärte Polizeivizepräsident Michael Daleki, der in den 90er Jahren als Leiter der Suche nach dem Kaufhauserpresser Dagobert bekannt geworden war. "Wir haben aber keinen Anschlagshinweis", sagte Innensenator Udo Nagel auf einer Pressekonferenz. Die Bürger müssten nicht besorgt sein.
Das belauschte Gespräch fand schon am Mittwochabend um 20.30 Uhr vor dem Bahnhof Holstenstraße statt, wie die Polizei mitteilte. Zunächst ermittelte die Kripo verdeckt, kam aber zu keinem Ergebnis. In den Fotoarchiven der Polizei wurden die Männer nicht gefunden. Den Zeugen schätzen die Ermittler als glaubwürdig ein, er stamme auch aus dem arabischen Raum und habe das auf Hocharabisch geführte Gespräch der drei Männer fetzenweise verfolgt.
Die Polizei schickte am Donnerstagabend 1.000 Beamte zur Fahndung los und richtete Kontrollen an Hauptstraßen ein. Es kam zu langen Staus. Die Fahndung konzentrierte sich am Donnerstagabend auf den Stadtteil Altona/Bahrenfeld, wo die drei Männer aus dem Bus gestiegen waren, wie die Polizei mitteilte. Im Polizeipräsidium arbeiteten 100 Fahnder an der Klärung des Falles.
"Ich habe Innenminister Otto Schily und den Bürgermeister informiert", sagte Innensenator Nagel. Er fügte hinzu, "vor zwei Jahren wäre man mit solchen Hinweisen" anders umgegangen, aber nach den Anschlägen von London sehe es anders aus.
Hamburg war zeitweise Heimat einiger Attentäter vom 11. September 2001. In den Jahren danach gab es mehrfach Großeinsätze der Polizei wegen mutmaßlicher Terrorgefahr, etwa als die Fahnder einen als gefährlich eingeschätzten Gesprächskreis in einer islamischen Buchhandlung auffliegen ließen. Vor anderthalb Jahren wurde nach einem Terrorhinweis das Bundeswehrkrankenhaus in der Stadt tagelang abgeriegelt.




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