Bundesliga: Stanislawski stocksauer
Heimschlappe für den FC St. Pauli
Dem FC St. Pauli geht zum Saisonende der 2. Fußball-Bundesliga die Luft aus. Die Mannschaft von Teamchef Holger Stanislawski verlor am 33. Spieltag mit 0:2 (0:2) gegen Alemannia Aachen und kassierte damit die erste Heimspielniederlage in der Rückrunde.
Fünf Tage nach dem 0:2 beim 1. FC Kaiserslautern gerieten die Hamburger am Sonntag durch die Tore von Matthias Lehmann (19. Minute) und Szilard Nemeth (22.) schon früh vorentscheidend ins Hintertreffen. Für Aachen war es vor 22 717 Zuschauern im Millerntor-Stadion der sechste Sieg aus zuletzt sieben Partien.
"Ich durfte leider nur dreimal wechseln, sonst hätte ich alle meine Spieler rausgenommen. Jeder Spieler hätte eine Note fünf verdient", kritisierte Stanislawski seine Elf. Und in der Tat ließ St. Pauli (42 Punkte) nach dem gegen Aue frühzeitig gesicherten Klassenverbleib die nötige Leidenschaft und Aggressivität vermissen, um die überlegenen Gäste in Verlegenheit zu bringen. Die Alemannia (51), die aufgrund ihrer schwachen Hinserie nicht mehr ins Aufstiegsrennen eingreifen kann, hätte durch Daniel Brinkmann (1./5.) schon früh in Führung gehen müssen, aber der Flügelspieler vergab zweimal aus aussichtsreicher Position.
Für das 1:0 sorgte dann der starke Mittelfeldantreiber Lehmann, der St. Paulis Keeper Benedikt Pliquett mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze keine Chance ließ. Drei Minuten später tat es ihm Nemeth gleich, der davon profitierte, dass Pliquett zu zögerlich sein Gehäuse verließ. In der Folgezeit verwalteten die Gäste ihren Vorsprung sicher, wobei die Kiezkicker kurz vor dem Halbzeitpfiff durch einen verunglückten Kopfball von Aachens Verteidiger Seyi Olajengbesi (45.) fast zum Anschlusstreffer gekommen wären. "Die erste Halbzeit war nicht gut. Wir sind zu früh in Rückstand geraten und haben die Gegner zum Toreschießen eingeladen", sagte Verteidiger Carsten Rothenbach.
Auch Hamburgs Regisseur Charles Takyi, der im Sommer zum Ligarivalen Greuther Fürth wechselt, konnte in seinem letzten Heimspiel kaum Akzente setzen. Im zweiten Durchgang blieben die enttäuschenden St. Paulianer passiv und harmlos, Aachen dominierte weiter das Geschehen, ohne sich zu verausgaben. Die besten Gelegenheiten hatten die eingewechselten Emmanuel Krontiris (57./80) und Christian Fiel (59.) sowie Angreifer Marius Ebbers (79./83.). Beleg des Schönwetter-Fußballs: Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (Hannover) musste keine einzige Karte zücken.
Vor der Partie wurden bei herrlichem Frühlingswetter fünf Akteure von St. Paulis Sportchef Helmut Schulte verabschiedet. Unter dem Beifall der Zuschauer zeigten sich Torhüter Timo Reus, Takyi, Marvin Braun, Abdou Sall und Pavlo Yanchuk letztmals in Hamburg im Trikot des Kiezclubs. Trotz der Niederlage war am Millerntor nach dem Schlusspfiff von Trübsal keine Spur: Für eine insgesamt gute Saison ließ sich das Stanislawski-Team von den Fans feiern.




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