Madina Taher ist die deutsche Kandidatin für das „Miss Universum“-Weltfinale im Juni in Asien. Die 21 Jahre alte Studentin aus Elmshorn (Schleswig-Holstein) setzte sich am Samstag in Bad Pyrmont gegen 99 Konkurrentinnen durch.

Ein Konzertsaal, viele Scheinwerfer, ein Laufsteg mit Lücke, laute Musik und wenig Publikum: 100 junge Frauen aus der ganzen Republik hoffen auf den Titel deutsche "Miss Universum". Sie präsentieren sich im Abendkleid und im Bikini, geben kurze Interviews und träumen von einer Karriere als Model.

Insgesamt sechs Stunden dauert die Endausscheidung in Bad Pyrmont, bis die Siegerin endlich fest steht: Madina Taher aus Elmshorn wird als deutsche Kandidatin für das "Miss Universum"-Weltfinale im Juni in Asien gekürt. Die 21-Jährige im roten Abendkleid kann es kaum glauben. "Ich habe mich so gefreut auf die Wahl, und das habe ich wohl auch ausgestrahlt", meint die Graphikdesign-Studentin mit den langen dunklen Haaren.

Hinter ihr liegt viel Aufregung und Anspannung an diesem langen Abend. In dem Umkleideraum hinter der Bühne ist es eng, die Kandidatinnen drängeln sich vor den Spiegeln. Sie zupfen ihre toupierten und geföhnten Haare zurecht, legen noch einmal Lippenstift auf. Die Luft steht, das Licht ist grell und es riecht nach Haarspray:"Ich geh in den Flur, hier krieg ich keine Luft mehr", sagt eine der jungen Frauen und verschwindet aus dem Getümmel. Es ist hektisch, der erste Auftritt steht kurz bevor. "Vorsicht, nicht auf die Kleider von den Mädels treten", warnt eine Teilnehmerin ihre Mitstreiterinnen. In einem Karton liegen die kleinen silberfarbenen Kronen für die Missen. "Jede muss eine aufsetzen", ruft eine Organisatorin.

Dann geht es raus auf die Bühne - alle 100 Teilnehmerinnen stehen dicht an dicht im Scheinwerferlicht. Der Organisator "Germany's Miss Universe" aus Berlin ist einer von mehreren konkurrierenden Misswahlen-Veranstaltern in Deutschland. Je 20 Frauen in fünf Durchgängen laufen über den Catwalk - erst in Abendgarderobe, dann im Bikini. Doch die Bretter, die die Welt bedeuten, haben eine Lücke: Dort flitzen Kellner hindurch, tragen Gäste ihr Abendessen vorbei. Die Missen müssen in hochhackigen Pumps zwei Treppen überwinden.

Die 30 Schönsten beantworten später noch Fragen. Die Zuschauer erfahren, dass "Miss Neuss" Schokolade auf eine einsame Insel mitnehmen würde, "Miss Bremen" am liebsten tanzt und Freunde trifft, "Miss Frankfurt am Main" kein Idol braucht und ihren eigenen Stil hat und "Miss Emden" gerne eine berühmte Sängerin werden möchte.

Als eine Attraktion werden die eineiigen Zwillinge Lisa und Laura Anlauf aus Stendal vorgestellt, die als eine Kandidatin auftreten. "Wir sind nicht selbst drauf gekommen, uns zu bewerben. Wir wurden angesprochen", sagt Lisa. Was sie machen, wenn sie gewinnen, darüber haben die beiden 18-Jährigen noch nicht nachgedacht. Das brauchen sie später auch nicht mehr, denn sie schaffen es nicht unter die Finalistinnen.

Dem Publikum - zumeist Eltern und Freunde der Models - wird an diesem Abend einiges abverlangt: Geduld und nochmals Geduld. Denn das Warten auf das Ergebnis - es ist längst nach Mitternacht - dauert erneut. Auch die beiden Moderatorinnen strapazieren die Nerven mit unverständlichen Dialogen zusätzlich. Zur Jury gehören unter anderem Schauspieler Shai Hoffmann und Larry Ferguson von "Hot Chocolate".

Nach der Bekanntgabe der Siegerin fließen auch bei den Müttern Tränen - der Freude und der Enttäuschung. Die Schönste, Madina Taher, gewinnt noch eine individuell gestaltete Internetseite. Sie umarmt ihre Freundin. Nun hofft sie auf den Titel der internationalen "Miss Universum".dpa