US-Wahlkampf: McCain auf Siegeskurs
Clintons Duell mit Obama geht weiter
Klarer Triumph für Republikaner John McCain, doch im Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama ist kein Ende in Sicht: Bei den demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen am „Super-Dienstag“ hat die frühere First Lady allenfalls einen Etappensieg gegen ihren Parteifreund erzielen können.
Washington. Der 71-jährige McCain setzte sich hingegen bei den Republikanern mit einer Siegesserie in wichtigen Staaten deutlich gegen seine Rivalen Mitt Romney und Mike Huckabee durch. Bei der größten Vorwahl-Abstimmung in der Geschichte der Vereinigten Staaten standen in 24 der 50 Bundesstaaten Entscheidungen an.
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Obama gewann nach Berechnungen von US-Fernsehsendern in 14 Bundesstaaten, Clinton in 8, darunter aber gewichtige wie New York und Kalifornien. Der Westküstenstaat gilt als besonders bedeutend, weil es allein dort um fast ein Zehntel der Delegierten für den demokratischen Nominierungsparteitag im Sommer geht. Nach ersten Auszählungen lag die Senatorin nach dem "Super-Dienstag" insgesamt etwa 100 Delegiertenstimmen vor ihrem Rivalen Obama.
Clinton feierte in New York ihren Heimerfolg. "Heute ist die Nacht Amerikas", sagte die Senatorin vor jubelnden Anhängern. Die Wähler hätten in Rekordzahlen für eine Erneuerung des Landes gestimmt. Auch Obama erklärte, die Wähler hätten sich für einen Wechsel entschieden. "Unsere Zeit ist gekommen", rief er seinen begeisterten Anhängern zu. "Wir können das Blatt wenden."
Bei den Republikanern gewann Favorit John McCain in neun Staaten, darunter New York und Kalifornien. Der religiös-konservative Huckabee kam auf fünf, Romney auf sechs Staaten. McCain rief in seinem Heimatstaat Arizona seinen Anhängern zu, es liege zwar noch eine Wegstrecke vor ihm. Aber es sei keine Untertreibung zu sagen, dass er dem Weißen Haus ein Stück näher gekommen sei. Laut vorläufigen Zahlen lag der Senator nach den Abstimmungen vom Dienstag mehrere hundert Delegiertenstimmen vor seinem nächsten Verfolger Mitt Romney.
Mit Blick auf sein schlechtes Abschneiden zu Beginn des Wahlkampfes sagte Vietnamkriegsveteran McCain, er habe nichts gegen die Rolle des "Underdog" im Rennen um die Nominierung gehabt. Jetzt aber sei es offensichtlich, dass er Favorit sei, "und ich habe nicht das mindeste dagegen", fügte er mit strahlender Miene hinzu.
Obama zeigte nach Einschätzung von Kommentatoren, dass er bei den Wählern quer durch die USA ankommt. Er siegte unter anderem in Connecticut, Illinois, Alabama, Kansas sowie Utah, Minnesota, North Dakota und Alaska. Clinton gewann neben New York und Kalifornien unter anderem in New Jersey, Massachusetts, Tennessee und Arkansas.
Wahlstrategen hatten schon im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass es bei den Demokraten nach dem "Super-Dienstag" eine klare Entscheidung gibt. Bereits in einer Woche stehen weitere Vorwahlen in Virginia und Maryland an. Offiziell werden die Kandidaten erst bei den Nominierungsparteitagen im Spätsommer gekürt. Die Wahl des Nachfolgers von Präsident George W. Bush findet am 4. November statt.
Bei den Demokraten entsenden die Staaten, die am "Super-Dienstag" entschieden, insgesamt 2064 Delegierte zum Nominierungskongress im Spätsommer. Für einen Sieg ist die Unterstützung von mindestens 2025 der insgesamt 4049 Delegierten nötig. Auf Seiten der Republikaner ging es am Dienstag um 1081 Delegierte. Um auf dem republikanischen Nominierungsparteitag im Sommer zu gewinnen, muss ein Bewerber mindestens 1191 der insgesamt 2380 Stimmen auf sich vereinen.








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