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Nachrichten des Tages

Schüler am Haken?:

Verfahren gegen Lehrerin eingestellt

Am dritten Tag der Berufungsverhandlung vor dem Hamburger Landgericht stimmten alle Prozessbeteiligten dem Kompromiss-Vorschlag der Staatsanwaltschaft zu.

Hamburg. "Ich möchte, dass es zu Ende ist. Für mich und meine Familie ist das Verfahren seit eineinhalb Jahren eine unglaubliche Belastung", begründete die 55 Jahre alte Pädagogin ihr Einverständnis.

Laut Anklage sollte sie einen elf und einen zwölf Jahre alten Jungen während einer Sportstunde zur Strafe mit einem Baumwollband an einen Kleiderhaken gehängt haben. Diese Vorwürfe hatte die Lehrerin bestritten. Vor dem Amtsgericht war die Pädagogin im vergangenen September wegen Zweifeln an ihrer Schuld freigesprochen worden. Dagegen waren die Eltern der Jungen in die Berufung gegangen.

Die beiden Schüler hatten sich im Sportunterricht mit einem so genannten Parteienband zusammengebunden und herumgealbert. Weil sie dabei ein Spiel der Mitschüler störten, hatte die Lehrerin die Jungen an dem Band in die Umkleidekabine geführt. Dort soll sie nach Angaben der Schüler die beiden dann so an einen Kleiderhaken gehängt haben, dass die an der Brust umschnürten Jungen für kurze Zeit auf Zehenspitzen stehen mussten. Verletzt wurden die Schüler nicht.

Der Richter räumte den Prozessbeteiligten zum Verhandlungsbeginn eine letzte Chance für die Einstellung des Verfahrens ein. "Sonst geht das hopp oder topp, Freispruch oder Verurteilung", sagte er. Nachdem am ersten Verhandlungstag zunächst die Eltern der Jungen und am zweiten Prozesstag dann die Lehrerin eine Einstellung abgelehnt hatten, stimmten nun alle Seiten zu.

Für die Eltern der angeblich geschädigten Jungen betonten deren Anwältinnen, die Einstellung des Verfahrens diene den beiden Schülern. "Den Kindern ist dokumentiert worden, dass sie nicht gelogen haben", sagte eine Rechtsvertreterin. Auch anderen Kindern bleibe die Qual einer Aussage jetzt erspart.dpa

 

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