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Scotland Yard vereitelt Bombenanschläge auf Passagierflugzeuge

Terroralarm: Mehr als sechs Flugzeuge sollten auf ihrem Weg von Großbritannien in die USA in die Luft gesprengt werden. Die Terroristen wollten dabei offenbar Flüssigsprengstoff verwenden, der an Bord zusammengesetzt werden sollte. Scotland Yard nahm zahlreiche Verdächtige fest. Es gilt Terrorstufe eins im gesamten Land.

LONDON. Britische Anti-Terror-Spezialeinheiten haben nach Regierungsangaben verheerende Sprengstoffanschläge auf zahlreiche Passagierflugzeuge verhindert. Vor allem seien Anschläge auf Flüge in Richtung USA geplant gewesen, berichtete der Sender BBC. Offenbar sollte dabei Plastiksprengstoff verwendet werden, der an Bord hätte zusammengebaut werden können.

Mit den Sprengstoffattacken von bislang nicht näher bezeichneten Terroristen sollten "erheblich" viele Menschenleben vernichtet werden, erklärte der britische Innenminister John Reid im Fernsehen. Nach Polizeiangaben wurden bislang 18 Tatverdächtige im Großraum London festgenommen.

Die geplanten Anschläge hätten eine "bedeutende Gefahr für Großbritannien und seine internationalen Partner" dargestellt, sagte der Minister. Die behördliche Terrorwarnung sei in der zurückliegenden Nacht auf die höchste Stufe angehoben worden. "Wir tun alles, um jeden weiteren Terroranschlag zu verhindern."

Zugleich rief der Minister die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Im Flugverkehr seien allerdings schwere Störungen durch unbedingt notwendige zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nicht zu vermeiden.

SkyNews berichtet, dass nach Polizeiangaben sechs Passagierflugzeuge in der Luft gesprengt werden sollten. In britischen Medienberichten war zunächst von mehr als 20 Flugzeugen die Rede, die Terroristen nach dem Start in Großbritannien zur Explosion bringen wollten.

Bei Scotland Yard hieß es, die Anti-Terroroperation sei bereits längere Zeit im Gange gewesen. Dass Spezialeinheiten der Polizei und des Geheimdienstes MI5 in der Nacht zum Donnerstag zugriffen, bedeute nicht, dass die Bombenanschläge auch für diesen Zeitpunkt geplant gewesen seien, sagte ein Experte dem Sender BBC.

Aus amerikanischen Geheimdienstkreisen verlautete, an dem Terrorplan seien bis zu 50 Menschen beteiligt gewesen. Sie hätten noch nicht in den Flugzeugen gesessen, seien dem Abflug aber sehr nahe gekommen, sagte ein Gewährsmann. Er nannte das Terrornetzwerk al-Qaida als möglichen Drahtzieher. Der britische Premierminister Tony Blair, der derzeit in der Karibik Urlaub macht, informierte US-Präsident George W. Bush telefonisch über die Entwicklung.

dpa, abendblatt.de

 

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