Kanzlerin

Merkel nicht für Bürger da

Laut einer Umfrage ist Kanzlerin Merkel nicht sonderlich interessiert an den Belangen des kleinen Bürgers. Parteien im Osten Kopf an Kopf.

Berlin. Nur 26 Prozent der Bundesbürger glauben einer Umfrage zufolge, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Interessen der kleinen Leute verpflichtet ist. Die Mehrheit von 60 Prozent betrachtet die Kanzlerin hingegen eher als Interessenvertreterin der Reichen. Das ergab eine Umfrage von TNS Forschung im Auftrag des "Spiegels". Demnach wünscht sich auch mehr als die Hälfte der Bürger zur Halbzeit der großen Koalition keine Neuauflage von Schwarz-Rot nach der nächsten Wahl.

Nach zwei Amtsjahren der Kanzlerin finden zwei Drittel der Befragten, Merkel sei vor allem an Außenpolitik interessiert. Nur 24 Prozent glauben, für sie hätten die Ereignisse in Deutschland Vorrang. Zugleich erreicht Merkel gute Persönlichkeitswerte: 72 Prozent der Befragten finden sie eher sympathisch. 81 Prozent halten sie für bodenständig, nur 14 Prozent für eher abgehoben.

Für eine Fortsetzung der großen Koalition nach der nächsten Bundestagswahl 2009 sprachen sich 36 Prozent aus, 57 Prozent sind dagegen. Am stärksten ist die Ablehnung bei den Anhängern der FDP und der Linken mit 78 und 72 Prozent. Doch auch bei den Unterstützern von Union und SPD ist die Mehrheit der Befragten dem Bericht zufolge gegen eine Neuauflage. Befragt wurden 1.000 Personen am 27./28. November 2007.

CDU und SPD im Osten gleichauf

CDU, SPD und Linke liegen in der Wählergunst der Ostdeutschen derzeit etwa gleichauf. Das ist das Ergebnis einer am Sonnabend vorab veröffentlichten Umfrage der Zeitschrift "Super Illu". Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen demnach CDU und SPD in den neuen Bundesländern auf je 28 Prozent und die Linke auf 27 Prozent. Die Grünen bekämen sechs Prozent der Stimmen, die FDP fünf Prozent. Die rechten Parteien lägen bei drei Prozent. Ebenfalls drei Prozent der Befragten würden eine andere Partei wählen. Im Auftrag der Zeitschrift befragte das Institut für Marktforschung Leipzig 1002 Frauen und Männer.

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