Die Linke will stärkste Kraft in Thüringen werden

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Die neu gegründete Partei Die Linke will bei den Landtagswahlen 2009 stärkste politische Kraft in Thüringen werden. Eine wirkliche Veränderung werde es nur mit einer starken Linken geben, sagte der Landesvorsitzende Knut Korschewsky auf dem Parteitag.

Mühlhausen. Die neu gegründete Partei Die Linke will bei den Landtagswahlen 2009 stärkste politische Kraft in Thüringen werden. Eine wirkliche Veränderung werde es nur mit einer starken Linken geben, sagte der Landesvorsitzende Knut Korschewsky auf dem Parteitag am Samstag in Mühlhausen. Als Kandidat für das Ministerpräsidentenamt soll am morgigen Sonntag der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Bodo Ramelow, nominiert werden. Parteivorsitzender Lothar Bisky warf Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, das Ziel der inneren Einheit Deutschland aufgegeben zu haben.

Wer im 18. Jahr der deutschen Einheit immer noch akzeptiere, dass es starke Unterschiede im Lohngefüge, bei den Renten und in den Lebensverhältnissen zwischen Ost und West gebe, der habe im Grunde die deutsche Einheit längst aufgegeben, sagte Bisky. Er betonte, dass die bundesweite Linke nicht für sich selbst da sei, sondern für einen politischen Wechsel einstehe. Dabei könne die Partei vor allem auch auf die ostdeutschen Erfahrungen setzen.

Die bisherigen 17 Jahre CDU-Regierung in Thüringen seien "Sozialabbau pur" gewesen und der "freie Fall jeglicher Verantwortung für morgen". Im Superwahljahr 2009 müssten die Linken "raus aus den Konferenzen und die Gespräche mit den Mitbürgerinnen und Bürgern suchen", betonte Bisky.

Zuvor hatte Korschewsky in Anlehnung an die ersten Worte des Kommunistischen Manifestes von Karl Marx gesagt: "Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst Die Linke. Davor fürchten sich am allermeisten unsere politischen Konkurrenten, und hier an erster Stelle die CDU." Dies werde deutlich an einem "zähnefletschenden Antikommunismus", der auch schon vor der Wende 40 Jahre lang in der damaligen Bundesrepublik gang und gäbe gewesen sei.

Als Gegenwehr zum herrschenden Kurs werde eine starke Linke gebraucht. Diese benötige parlamentarische und außerparlamentarische Partner, damit es gelingen könne, für Veränderungen zu sorgen. Derzeit sei die thüringische SPD leider durch Personalfragen mit sich selbst beschäftigt, sagte Korschewsky. Er frage sich, ob die Sozialdemokraten wirkliche politische Veränderungen wollten, oder ob es ihnen nur um egoistische machtpolitische Gesichtspunkte gehe. "Wir sollten uns an Inhalten und nicht an Personen reiben. Andernfalls lacht sich die CDU auch 2009 wieder ins Fäustchen", erklärte er.

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