Wintereinbruch

Schnee-Chaos in Europa - Verkehrsprobleme von London bis Köln

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Tote, blockierte Autobahnen, lahm gelegte Flughäfen: Heftige Schneefälle haben am Donnerstag in Teilen Europas für ein Verkehrschaos gesorgt. In Deutschland gab es hunderte Unfälle, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen und Hessen.

London. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet und Dutzende verletzt. In anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Brandenburg blieb es meist bei Blechschäden. Auch in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden ging vielerorts nichts mehr.

In Nordrhein-Westfalen kam eine 23-Jährige bei Gütersloh ums Leben, als sie in einem Auto mit vereisten Scheiben beim Abbiegen mit einem anderen Wagen zusammenstieß. Ein 19-Jähriger starb in Detmold, als er mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn geriet und unter einen entgegenkommenden Sattelzug rutschte. In Hessen wurde ein 19-Jähriger bei einem Unfall auf der schneeglatten Autobahn 66 Fulda-Hanau getötet. In der Wetterau prallte ein Schulbus gegen einen Lastwagen und kippte um. Zwei der 47 Kinder und beide Fahrer wurden verletzt.

Allein im Sauerland zählte die Polizei im Laufe des Tages mehr als 200 Kollisionen mit Blechschäden, im Bergischen Land krachte es 80 Mal. Ebenso viele Unfälle gab es im Raum Aachen. Auf den Autobahnen blockierten an Steigungen quer stehende Lastwagen unter anderem im Westen Thüringens den Verkehr. Auf der Autobahn 3 verursachten unvorsichtige Lkw-Fahrer zwischen Frankfurt und Köln einen Stau von 23 Kilometern Länge. Vielfach seien die Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs gewesen, berichtete die Polizei.

Auch für die Flughäfen blieb die weiße Pracht nicht ohne Folgen. Am Düsseldorfer Airport hatten mehr als 100 Maschinen Verspätungen bis zu einer Stunde, 33 Flüge fielen komplett aus. Ähnliche Verzögerungen gab es am Frankfurter Flughafen. Auf dem Köln/Bonner Flughafen waren die Start- und Landebahnen am Vormittag wegen Vereisung eine halbe Stunde blockiert. Der Airport Münster/Osnabrück wurde am Nachmittag wegen Schneeverwehungen gesperrt.

Am Morgen hatten ergiebige Schneefälle bereits in anderen Teilen Westeuropas den Verkehr behindert. In Großbritannien gab es am Vormittag auf den Flughäfen stundenlange Verspätungen, weil die Start- und Landebahnen gesperrt werden mussten. Betroffen waren vor allem die großen Airports in und um London. Auch in der Londoner U- Bahn und im Zugverkehr mussten Fahrgäste lange warten. Mehrere hundert britische Schulen blieben geschlossen.

In Frankreich führten Schienenbrüche wegen des raschen Temperaturwechsels zu Verspätungen der Hochgeschwindigkeitszüge auf den Strecken von Eurostar (Paris-London) und Thalys (Paris-Brüssel). Die Züge erreichten ihre Ziele bis zu 30 Minuten verzögert.

Auch in Belgien stürzte Schnee den Straßen- und Luftverkehr ins Chaos. Rund um die Hauptstadt Brüssel stauten sich die Autos nach Angaben des Automobilclubs Touring auf insgesamt 350 Kilometern. Bei Unfällen kam es meist nur zu Blechschäden. Einige Nebenstrecken wurden wegen des Schnees gesperrt. Auf dem Flughafen Zaventem fielen zahlreiche Flüge aus oder verspäteten sich um Stunden.

In den Niederlanden verlief der Wintereinbruch zunächst glimpflich. Heftige Schneefälle erreichten das Land erst nach dem morgendlichen Berufsverkehr. Am späten Vormittag musste der Flughafen Schiphol die Zahl der Starts und Landungen um die Hälfte reduzieren, da nur noch eine Bahn zur Verfügung stand.

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