Briefe an die Redaktion: 1. August 2012
Endlose Lachnummer
31. Juli: "Senat lehnt Pläne für dauerhaftes Riesenrad ab"
Da sprechen unsere Politiker vom Disneyland in der HafenCity. Was ist negativ am Disneyland? Hässlichere Bauten wie teilweise in der HafenCity sind dort nicht vorhanden. Allerdings würde die Elbphilharmonie dort hinpassen, als endlose Lachnummer.
Reinhard Kupfernagel
Wenig relevant
30. Juli: "Komplette Spitze der Bundespolizei entlassen"
Tiefer hängen, heißt das Gebot in der Diskussion um den Personalwechsel an der Spitze der Bundespolizei. Für die Sicherheitsarchitektur in Deutschland ist die sogenannte Bundespolizei wenig relevant. Zuständigkeit und Verantwortung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegen in den Ländern. Als im Zuge der europäischen Einigung, insbesondere aber nach der deutschen Wiedervereinigung, die Aufgaben des damaligen Bundesgrenzschutzes in weiten Teilen obsolet geworden waren, hätte dieser eigentlich aufgelöst werden können oder müssen. Aber: Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass eine überflüssig gewordene Behörde aufgelöst wird. Also wurde der Bundesgrenzschutz umbenannt in Bundespolizei und ihm neben der verbliebenen Restaufgabe der Einreisekontrolle auf Flughäfen die Aufgaben der früheren Bahnpolizei übertragen.
Hans-Walter Beencke
Konsequenzen ziehen
30. Juli: "Golfparty mit Hindernissen. Heftiger Regen bei den Schüco Open"
Die Lehre und Konsequenz aus dem ausführlichen Bericht über die Unglücksfälle sollte sein, dass in Zukunft unbedingt ein oder zwei Rettungsfahrzeuge bereitstehen. Das ist bereits auf jedem Reitturnier Vorschrift.
Hans Schwarz
Anzeige erstatten?
30. Juli: "Rollstuhlfahrer klagt Falschparker an"
Im Beitrag fehlt noch ein weiteres Attribut, nämlich "verunsichert". Wie soll ich mich als Rollstuhlfahrer verhalten, wenn mein Parkplatz besetzt ist, ich einen wichtigen Termin habe und in zumutbarer Nähe gefahrloses Ein- und Aussteigen nicht möglich ist? Soll ich mein Fahrzeug quer hinter dem Falschparker positionieren? Soll ich den Polizeinotruf betätigen und Anzeige erstatten? Insbesondere bei dieser Möglichkeit besteht klärungsbedürftige Rechtssicherheit. Die Aktion zur Sensibilisierung, die die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke initiiert hat, finde ich ausgezeichnet.
Dr. med. Jürgen Kuhl
Einfältige Provinzeier
30. Juli: "Hamburger KRITiken: Die schönste Stadt der Welt?"
Es ist immer so peinlich, wenn Medienvertreter irgendeinen prominenten Hamburgbesucher so lange löchern, bis der endlich - hoffentlich - sagt, dass er ja doch zu gerne in Hamburg leben würde. Bisher glaubte ich, dass das Schlagwort "schönste Stadt Deutschlands oder gar der Welt" nur als Witz, als reziproke Selbstveräppelung gemeint gewesen sei. Jetzt muss ich den Eindruck gewinnen, dass es tatsächlich zahlreiche einfältig denkende Provinzeier gibt, die das ganz ernst meinen.
Bernd Wenzel
Chauvinistischer Spruch
Seit Monaten ärgere ich mich über den unhanseatischen und überheblichen Spruch. Ich lebe seit 46 Jahren als Seemann und Quiddje gerne in dieser schönen und lebenswerten Stadt. Wie soll man Gästen aus aller Welt diesen chauvinistischen Spruch erklären? Bitte alle zurück zu mehr Hamburger Understatement.
Klaus Hofmann
Kulturelle Vielfalt
Als zugereister Rheinländer erfahre ich seit 30 Jahren die beschriebene Überheblichkeit. Meine Frau, ein "Frankfurter Mädchen", die ihren südhessischen Akzent bis heute nicht verleugnen kann und will, hat konkrete Überheblichkeit oft am eigenen Leibe erfahren müssen, ähnlich wie kölsche Freunde von mir: "Was ist denn das für ein furchtbarer Dialekt, den die Leute sprechen", hörte man dann oft aus gutbürgerlichen Hamburger Kreisen. Deswegen bin ich mit "unserem schönen Hamburg" bis auf den heutigen Tag nicht richtig warm geworden.
Und was Hamburgs Schönheit angeht: Ich muss mich gegenwärtig öfter in Hannover aufhalten und bin erstaunt, wie schön grün diese Stadt ist und eine Menge an kultureller Vielfalt bietet, wovon sich das überhebliche Hamburg durchaus eine Scheibe abschneiden kann.
Bernd Kollmann
Zuverlässig unbeschallt
30. Juli: "Hör mal, wer da hämmert..."
Ob die Qualität von Popmusik zu- oder abgenommen hat, ist Geschmackssache. Sehr viel lauter ist sie geworden. Das Beispiel in der U-/S-Bahn war gut gewählt. Wie steht es um die unzähligen Open-Air-Events, teils mit wenigen Zuhörern, aber vielen genervten Anwohnern? Dazu die privaten Partys. Das Schlimmste: Wo man geht und steht Popmusik, im Supermarkt, Restaurant, Hotel, Flugzeug, auf der Toilette ... Nur Aldi und Lidl sind zuverlässig unbeschallt. Ob das ein Grund für deren hervorragende Umsätze ist? Oft hilft nur eins: Lautsprecher aus.
Rolf Claus
Überhebliche Verhöhnung
24. Juli: "Investor Ehlerding auf Einkaufstour"
All den Aktionären, die durch die Insolvenz des börsennotierten WCM-Unternehmens von Herrn Ehlerding einen Totalverlust ihres Investments erlitten haben, muss dessen Zitat "Das führte dazu, dass mein Vermögen nun eine Null weniger hat" wie eine überhebliche und verächtliche Verhöhnung vorgekommen sein. Durch seine Entscheidung, mit dem Kapital der WCM-Aktionäre zu zocken, um große Anteile der Commerzbank übernehmen zu können, hat er nicht treuhänderisch, sondern höchst unverantwortlich gehandelt. Für mich ist Herr Ehlerding alles andere als ein ehrenwerter Kaufmann.
Claus-Jürgen Vock
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