Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
14.07.12

Briefe an die Redaktion: 13. Juli 2012

Reform überfällig

13. Juli: " So teuer werden die Pensionen für Hamburgs Beamte"

Eine Reform des Beamtenrechts ist schon lange überfällig! Dass Beamte nicht kündbar sind, hat seine guten Gründe. Aber dass sie weder in die gesetzliche Krankenversicherung noch in die Rentenversicherung einzahlen müssen, ist wohl kaum noch für einen Normalbürger nachvollziehbar.

Bodo Giertz

Neiddebatte

Muss wieder eine Neiddebatte im Sommerloch losgetreten werden? Wie immer wird hier verschwiegen, dass Polizei, Feuerwehr und auch die verbeamteten Lehrer trotz steigender Belastungen viele Jahre lang keine Tariferhöhungen hatten. Zudem zahlen Beamte wesentlich höhere Krankenkassenbeiträge als jeder gesetzlich Versicherte. Jetzt Hamburgs Beamte für die sich leerende Staatskasse verantwortlich zu machen, ist schäbig. Stattdessen hätte man viel Geld bei Großprojekten wie der Elbphilharmonie sparen können.

Martin Wucherpfennig

Pensionen angleichen!

Nicht nur in Hamburg ist der Traum eines Beamten, nämlich die üppige Pension, der Albtraum der Steuerzahler. Es hat sich schon seit Jahren abgezeichnet, dass die Pensionen der Beamten und die zusätzlichen Betriebsrenten der öffentlich Bediensteten nicht zu finanzieren sind. Wenn Beamte zum Teil schon mit 50 Jahren in Pension gehen können, die Abzüge für die Frühpensionierungen im Geldbeutel kaum spürbar sind, dann muss man sich nicht wundern, wenn sich an dieser Alimentierung nichts ändert. Schließlich wird man den Ast nicht absägen, auf dem unsere Politiker sitzen. Die Lösung wäre die Angleichung der Pensionen an die Renten.

Rolf Kohlscheen

Beamte haben auch Pflichten

Na, endlich sind die Schuldigen an der Hamburger Finanzmisere wieder einmal ausgemacht: die Beamten. Der Aufschrei nach Kürzung von Vergünstigungen hält ja schon seit Langem an. Doch verfügen Beamte nicht über Vergünstigungen - nur über Rechte und noch mehr Pflichten!

Harald Fleskes

Seifenblasentaktik

13. Juli: "Görtz schließt in Hamburg sechs Filialen. Bundesweit werden 30 Geschäfte aufgegeben. 100 Mitarbeiter in der Zentrale müssen gehen"

Es klingt nach Seifenblasentaktik, was die Geschäftsführer sich auf ihre Fahne geschrieben haben: Bereinigung des Sortiments mit dem Ziel der Qualitätsmaximierung und des angestrebten Ausbaus des Sortimentes - das klingt ein bisschen so, als würde man den potenziellen Untergang eines renommierten Unternehmens schönreden. Leider weiß der Außenstehende gut, was das Ende derartiger Umstrukturierungen ist oder sein kann. Das Schuhgeschäft Görtz wird auf längere, aber überschaubare Sicht den Ramschmärkten überlassen werden, die mit billigen Preisen brillieren und sich deshalb in einer ärmer werdenden Gesellschaft durchsetzen werden.

Imme Klee

Wo sind die Gewinne?

Nachdem bei der Euro-Umstellung einst die Preise für Schuhe mächtig gestiegen sind und der Kunde leiden musste: Wo sind denn die saftigen Gewinne der Schuhhäuser geblieben?

Manfred Dörge

Fußballer-Maschinen

13. Juli: Matz ab, "Nicht die Diva zählt im Fußball. Mit Guerrero ging einer der letzten ,richtigen Typen' der Bundesliga. Und das ist gar nicht schlimm"

Weder war Paolo Guerrero einer der letzten "richtigen Typen", noch ist sein Verlust irrelevant. Wir sehen fast nur noch gleichgeschaltete Fußballer-Maschinen. Typen? Nur so lange sie brav sind. Über die berufliche Einstellung der Legenden kann man trefflich streiten.

Frank Grundmann

Vorschlag nicht sinnvoll

13. Juli: "Mehr Spielraum für junge Eltern - nur wie? Die Koalition will das Elterngeld flexibler machen. Diskutiert wird auch eine Teilzeitlösung"

Sinn des Elterngeldes sollte sein, sich nach der Geburt intensiv und ohne Hektik auf den Nachwuchs einstellen zu können. Dies kommt sowohl den Eltern auch dem Kind gleichermaßen zugute! Der Vorschlag einer Teilzeiterwerbs-tätigkeit und ergänzenden Elterngeldbezugs bis zu 28 Monaten bewirkt das Gegenteil: nämlich einen Spagat zwischen Familie und Beruf und zugleich auch noch einen erhöhten Ansturm auf Krippenplätze.

Eveline Dönselmann

Amtsschimmel wiehert

13. Juli: "In den Mühlen der Behörde. Der Bau von zehn altengerechten Wohnungen in Schnelsen droht zu scheitern. Unklare Bescheide vom Bezirksamt"

Hier wiehert der Amtsschimmel besonders laut. Sicherlich müssen Vorschriften eingehalten werden. Aber man darf auch erwarten, dass eine von den Steuerzahlern finanzierte Behörde den Amtsschimmel zum Galopp antreibt, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Sollten Baubegehren nicht schneller bearbeitet werden?

Dieter Sachse

An Anwohner denken

12. Juli: "Vattenfall baut neues Gaskraftwerk am Elbufer in Wedel"

Alles klingt gut und ist bestimmt auch sehr gut. Was fehlt, ist ein Gedanke an Anwohner und Besucher in diesem Bereich. Der Elbuferweg von Museums-hafen Övelgönne bis zur Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft in Wedel ist am Kraftwerk unterbrochen - durch die Kohle-Entladekräne. Ein durchgängiger Fuß- und Radweg am Elbufer von Rissen bis zum Willkomm Höft wäre eine deutliche Verbesserung der touristischen Anbindung von Wedel an Hamburg. Der Begriff Akzeptanz hat heute bei Großprojekten einen hohen Stellenwert. Der durchgehende Elbuferweg würde hier dem Projekt helfen.

Achim Wandrey

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg

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