Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
12.07.12

Briefe an die Redaktion: 12. Juli 2012

Modernes Konzept

11. Juli: "Schlappe für Hamburg. Air Berlin streicht 4000 Verbindungen vom Hamburger Flughafen"

Was wäre denn gegen einen kleineren Flughafen zu sagen? Es wäre ein umweltfreundliches Ziel, den gesamten Ferienverkehr von einem zweiten Flughafen vor der Stadt abzuwickeln, und für die Manager bliebe der nahe Hamburger Flughafen erhalten. Das hat nichts mit einem "Provinz-Airport" zu tun, sondern das Gegenteil ist der Fall, weil dies ein modernes Konzept ist, das dem Leben in einer großen Stadt gerecht wird. Es geht auch nicht um Mehrheiten und Minderheiten und deshalb nicht um Abstimmungen, sondern um einerseits Menschen, die weit genug weg vom Fluglärm wohnen, und andererseits um viele Tausende von Menschen, deren Gesundheit massiv durch Fluglärm bedroht ist. In einer Demokratie hat besonders die Gruppe, die dem Fluglärm ausgesetzt ist, den Vorrang, geschützt zu werden.

Karin Wagner

Furchtbares Gejammer

11. Juli: "Meldegesetz. Bayerns Regierungschef Horst Seehofer

spricht von Fehler" Ich kann das Gejammer der Opposition nicht mehr hören. Wo waren denn am Tag der Abstimmung über dieses so wichtige Gesetz die 290 Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken? Sie hätten den Gesetzentwurf ja wohl locker abschmettern können. Bei Entscheidungen über Haushaltsfragen wollen sie immer unbedingt mitentscheiden. War man bewusst abwesend, um der Koalition hinterher eins auszuwischen? Oder war auch der Opposition Fußball wichtiger?

Gerhard Oldenburg

Pflicht versäumt

Ich vermisse die Frage, weshalb die große Mehrheit der Bundestagsabgeordneten aller Parteien ihrer Pflicht, die Geschicke des Volkes verantwortlich mitzubestimmen, ferngeblieben sind. Das Fußballspiel kann dieses Verhalten nicht entschuldigen. Alle Bürger mit Dienstpflichten müssen trotz derartiger Ereignisse ihre Aufgaben erfüllen. In dem mangelhaften Verantwortungsbewusstsein der meisten Abgeordneten bei Ausübung ihrer Dienstpflichten liegt das eigentliche Problem. Solches Verhalten fördert die Absichten undemokratisch gesinnter Politiker der Durchsetzung ihrer Ziele.

Dr. Peter G. Ahner

Schallende Ohrfeige

10. Juli: "Eine Wohngruppe spaltet Sasel. Kinder aus schwierigen Verhältnissen sollen Haus beziehen"

Für einen Bewohner des Hamburger Stadtteils Billstedt bleibt bei der Lektüre dieses Artikels nur Fassungslosigkeit. Wenn ein Stadtteil nach Meinung der Initiatoren aufgrund des Zuzugs von etwa acht Kindern mit belasteter Biografie ein Problemstadtteil wird, dann sollten die Protestler sich einmal unseren östlichen Stadtteil anschauen. Dieser erbringt seit Jahrzehnten in höchstem Maße Integrationsleistungen in den verschiedensten Ausprägungen, bis zur Grenze dessen, was ihm guttut. Die Weigerung eines Teils der Bewohner aus Sasel wegen solches Pipifax ist in höchstem Maße asozial und eine schallende Ohrfeige für Stadtteile wie Horn, Jenfeld und Billstedt. Jeder Stadtteil sollte sich auch an den schwierigen und manchmal auch unschönen Aufgaben, die eine Großstadt wie Hamburg mit sich bringt, gerecht beteiligen. Sasel hat noch viel Luft nach oben.

Stephan Hanke

Moralischer Druck

Um was geht es den Beteiligten bei derartigen Konflikten eigentlich? Fakt ist doch, ob der Gedanke gefällt oder nicht, dass der, der sich gegen ein geplantes Projekt dieser oder ähnlicher Art wehrt, schnell einer mächtigen Phalanx moralischen Drucks gegenübersteht, nicht selten sogar Verunglimpfungen ausgesetzt ist. Auch bei verwaltungsjuristischen Fragen bietet der gute alte Kompromiss, basierend auf gesundem Respekt voreinander, eine für alle Seiten gangbare Lösung. Dann braucht auch niemand Gewissensbisse zu haben, auf welcher Seite er steht, wo er doch eigentlich eher Ausgleich schaffen sollte.

Martina Gromeier-Pautke

Total versagt

9. Juli: "Bessere Erklärungen in der Euro-Krise. Gauck verlangt von Merkel Klartext"

Frau Merkel kann und will die sogenannte Euro-Rettung gar nicht erklären. Denn dann müsste sie zugeben, dass sie in der Euro-Krise total versagt hat. Was hier nämlich abläuft, ist keine Rettung, sondern eine "Euro-Vernichtungsaktion". Selbst mit beschränktem Verstand lässt sich leicht erkennen, dass eine immer weitergehende Verschuldung des Euro zu dessen Ruin führen muss. Da neben Griechenland auch Spanien, Portugal, Italien und Frankreich kurz vor dem Bankrott stehen, ist der Euro heute schon eine Bankrottwährung. Bis das deutsche Volk dies endlich kapiert, ist auch Deutschland bankrottreif.

Herbert Gaiser

Aus dem Herzen

9. Juli: "Durchgezappt: Was kann Radio heute leisten? Ein Selbstversuch über 18 Stunden"

Dieser Artikel spricht mir wirklich aus dem Herzen. Hoffentlich hilft er, dass sich in der Hamburger Radiolandschaft etwas ändert. Ich bin fast komplett bei der Klassik gelandet, weil ich mich von den anderen Sendern einfach nicht wahrgenommen fühle. Nachts sieht es etwas besser aus. Manchmal muss ich dann allerdings auch schlafen. Wo ist übrigens der wunderbare Paul Baskerville geblieben?

Ursula Korte

Respekt

Voller Bewunderung habe ich Ihren Bericht über die Musiklandschaft der norddeutschen Radiostationen verfolgt. Respekt.

Roman Trephahn

Mainstream ist Zumutung

Endlich wurde mal die Erbärmlichkeit der Hamburger Radiomusiksender auf den Punkt gebracht. Es ist wirklich gruselig, was da jeden Tag Musikinteressierten an durchformatierten Mainstream zugemutet wird.

Thoms Ennenga

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

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