Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
07.07.12

Briefe an die Redaktion: 07./08. Juli 2012

Bitte weniger Bürokratie!

6. Juli: "160 Ökonomen rufen Deutsche auf, EU-Beschlüsse abzulehnen" und zum Kommentar

Die Völker Europas sind für derartige Vereinigungen zu unterschiedlich, im Gegensatz zu den USA z. B., wo die Einwanderer nur aus wenigen Ländern kamen und mehrheitlich englisch geprägt waren. In Europa wird diese Vielfalt, die diesen Kontinent so liebenswürdig, farbig und interessant für Besucher macht, bei einer übergestülpten Vereinigung den Keim für ständige Unruhen und Unzufriedenheiten bilden, z. B. wenn mediterrane Mentalitäten in der Brüsseler Zentralregierung dominieren und die Nordländer sich dadurch in fundamental falsche Richtungen geschoben fühlen. Aber auch die dann weiterwachsende Bürokratie ist zu bedenken. Sie erreicht heute bereits monsterhafte Ausmaße und drangsaliert uns mit so manchem unsinnigen Gesetz. Ich plädiere deshalb für ein Europa mit weniger übergeordneten Kompetenzen als heute und natürlich mit viel weniger Bürokratie!

Gerd Zelck

Keine Patentlösung

Dieser Appell ist ein netter Versuch, aber was soll er bringen? Eine Patentlösung, wie Deutschland die EU-Beschlüsse umgeht, wird nicht gegeben. Die Vermutung, die Verhandlungsposition von Frau Merkel ließe sich durch Bürgerproteste stärken, ist reichlichnaiv. Übrigens, wenn Bürgerproteste nicht einmal das Projekt "Stuttgart 21" verhindern können, dann wird sich der Unmut des Volkes immer mehr in mangelnder Wahlbeteiligung Luft verschaffen müssen. Echten Druck würde vielleicht ein Generalstreik machen, aber wer will so weit gehen?

Hans-Emil Schuster

Rätselhaft

6. Juli : "Wie der Sand zur tödlichen Falle wurde. Nach der Obduktion geht die Polizei von einem Unfall aus. Zehnjähriger Sebastian erstickte in selbst gebuddeltem Loch am Strand von Amrum"

Was ich nicht verstehen kann ist, wie ein zehnjähriges Kind ein 1,50 Meter tiefes Loch buddeln kann, ohne dass diese Dimension irgendeinem Erwachsenen auffällt und dieser einmal "Stopp" sagt.

Edith Aufdembrinke, DAGO Kinderlobby e. V.

Zu viele Menschen

6. Juli: ",Unserem Land fehlt eine Kinder-Lobby. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig über Männer in der Kita und befristete Arbeitsverträge als Geburtenhemmnis"

Ich halte es für sehr vernünftig, dass sich immer weniger Leute hierzulande für Kinder entscheiden, kein Wunder bei den sich ausbreitenden Dumpinglöhnen. Mit mittlerweile über sieben Milliarden gibt es zudem schon weit mehr Menschen auf diesem Planeten, als dieser verkraften kann, vor allem durch den ausschweifenden und egoistischen Lebensstil in unseren westlichen Ländern. Ganz zu schweigen von den vielen unschuldigen Tieren, die tagtäglich von uns Menschen gequält und umgebracht werden. Somit verstehe ich überhaupt nicht, was an einer niedrigen Geburtenrate schlimm sein soll, wenn man mal über den Rententellerrand hinausschaut.

Stephanie Johanna Goldbach, Berlin

Realität schlimmer

6. Juli: "Pleiten, Pech, Verfassungs schutz. Chef des Inlandsgeheim dienstes, Heinz Fromm, sagt vor dem Untersuchungsausschuss aus und gesteht schwere Fehler ein"

Die Vermutung, dass der Verfassungsschutz und auch andere Geheimdienste auf dem rechten Auge blind sind, ist schon fast so alt wie diese Dienste selbst. Die Realität ist aber schlimmer: Wenn man blind ist, kann man nicht sehen, der Verfassungsschutz hätte aber sehen können, sogar sehen müssen, er wollte nicht sehen. Wie weit eine solche Einstellung in den Diensten verbreitet ist, gilt es herauszufinden. Diesen Sumpf trockenzulegen wird eine schwierige, aber notwendige Aufgabe, wenn die Verfassung tatsächlich geschützt werden soll.

Michael Wolff

Katze aus dem Sack lassen

6. Juli: "Spanier löst Konflikt um die Elbphilharmonie. Kultursenatorin Kisseler lobt neuen Hochtief-Vorstand Marcelino Fernández Verdes"

Es ist ja schön, dass sich jetzt alle Beteiligten gegenseitig beweihräuchern. Die interessante Frage ist: Wann lässt Frau Kisseler denn die Katze aus dem Sack und teilt dem Steuerzahler mit, wie viele Millionen der Deal zusätzlich kostet?

Ute Barth

Fatales Signal

5. Juli: " Einigung mit Senat: Hochtief baut die Elbphilharmonie weiter"

So ein windelweiches Einlenken der Stadt ermutigt Konzerne wie Hochtief, sich jede Unverschämtheit zu leisten. Außerdem hat das auch noch eine Signalwirkung für andere Geschäftspartner, den Hamburger Senat nicht ernst zu nehmen.

Friederike Möller

Danke!

5. Juli: Leitartikel, "Familie ist unbezahlbar"

Danke für diesen Kommentar! Endlich sagt jemand öffentlich, was heute bei dem ständigen Run auf Selbstverwirklichung schon verschüttet scheint: Familie ist unbezahlbar, und das Geld, das in Familien investiert wird, macht sich langfristig auch noch bezahlt durch eine gesündere Gesellschaft mit all ihren positiven Auswirkungen.

Rita und Alwin Fischer

Wo bleibt der Aufschrei?

4. Juli: "Aus für den Bundesschatzbrief. Bund zieht sich aus dem Geschäft mit Privatanlegern zurück"

Uns hat die Entscheidung, ausgerechnet mitten in der Finanzkrise den auch für die "kleinen Leute" unkonventionell zugänglichen Bundesschatzbrief wegzunehmen, erstaunt. Wo bleibt der Aufschrei, dieses sichere Anlageprojekt über viele Jahrzehnte ausgerechnet Banken und Sparkassen zu überlassen?

Unglaublich!!

Heinz-H. Hendrich

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg

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