Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
05.06.12

Briefe an die Redaktion: 05. Juni 2012

Großer Respekt

4. Juni: "10 000 Hamburger bekennen Farbe - und in Wandsbek brennen Barrikaden"

Ein Trauerspiel. Warum ist es nicht möglich, friedlich gegen die Rechten zu demonstrieren? Warum werden Steine auf Polizisten geschmissen und Mannschaftswagen angezündet? Die Polizisten machen nur ihren Job. Keiner von denen schützt freiwillig Nazis. Aber als exekutive Gewalt müssen sie unsere Demokratie verteidigen. Mein Respekt gilt den friedlichen Gegendemonstranten und auch den eingesetzten Polizeikräften.

Michael Thomsen

Unter Demokraten

10 000 Menschen konnten friedlich gegen Rassismus und für Toleranz auf dem Rathausmarkt demonstrieren. Die Extremisten der rechts- und linksradikalen Lager können mit dem Demonstrationsrecht nicht umgehen. Bei ihnen geht es nicht ohne brennende Barrikaden. Der Blick in die Geschichte sollte warnen. Vor fast genau 80 Jahren gab es in Altona den Blutsonntag, bei dem 16 Menschen starben. Auch hier bekämpften sich Links- und Rechtsradikale. Ich bin froh, bei der Demonstration der Friedlichen dabei gewesen zu sein, und habe mich richtig wohlgefühlt, unter Demokraten zu sein.

Hartwig Nehls

Wichtige Eckpfeiler

Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht sind sehr wichtige Eckpfeiler unserer Demokratie. Wenn aber die öffentliche Sicherheit gefährdet ist und man im Voraus schon weiß, dass erhebliche Kosten und Beeinträchtigungen zu erwarten sind, darf man von unseren Politikern ein Verbot solcher Veranstaltungen erwarten.

Heinz Ekat

Anregung für Politiker

4. Juni: "Der Etat bin ich. Frankreichs Staatspräsident fährt jetzt einen rigorosen Sparkurs"

Die Lobeshymne auf den Sparwillen des neuen französischen Präsidenten birgt zwar eine gewisse Ironie, doch kann sie auch als Anregungen für die deutschen Politiker verstanden werden, nicht nur große Reden zu schwingen, sondern in ihrem eigenen Umfeld Kosten zu sparen. Doch egal, welche Absicht mit dem Artikel verfolgt wird, bleibt es eine Tatsache, dass Politiker als Vorbilder aufgerufen sind, dem Volk vorzuleben, wo die Sparsamkeit beginnt. Und kostenaufwendige, die Umwelt mit Langstreckenflügen belastende Treffen durch Videokonferenzen einzuschränken ist eine längst überfällige Maßnahme, genauso wie ein Fußballspiel keine Modenschau, sondern eine Sportveranstaltung ist. Oder ist Sparsamkeit eine urdeutsche Tugend, die uns die Franzosen nicht streitig machen dürfen?

Christiane Mielck-Retzdorff

Kein Platz mehr

2./3. Juni: "Ladenschluss bei Schlecker. 13 200 verlieren ihren Job"

Warum soll der Staat einspringen, wenn eine Unternehmensleitung versagt hat? Ist es verwunderlich, dass es keinen Kaufinteressenten für ein veraltetes Drogeriemarktkonzept gibt? Die FDP hat als einzige Partei deutlich gemacht, dass staatliche Unterstützung nur der Verbesserung der Insolvenzmasse gedient hätte. Drogerieketten wie Rossmann, dm, Müller und Budni überzeugen. Vor allem Budni hat in den letzten zehn Jahren einen Imagewandel geschafft in Bezug auf Sortiment und Ladengestaltung, ist vorbildlich in der Kundenbehandlung und vollkommen zu Recht die Nummer eins beim Kundenmonitor. Für Schlecker war kein Platz mehr. Die tüchtigen Schleckermitarbeiter werden ganz sicherlich einen neuen Arbeitsplatz finden.

Dietmar Johnen-Kluge

Überfällige Klarstellung

2./3. Juni: "Zustimmung und Kritik für Gaucks Islam-Bemerkung"

Diese Klarstellung war nach der wulffschen Nebelkerze überfällig und entspricht genau den Tatsachen. Wenn Özdemir den Unterschied nicht sehen kann, versteht er entweder eine Feinheit der deutschen Sprache nicht oder wirft beunruhigenderweise zwei verschiedene Dinge in einen Topf.

Cora Mahler

Genauere Formulierung

Die Präsidenten Wulff und Gauck vertreten denselben Standpunkt. Aber auch Herr Gauck formuliert nicht genau. Es sollte heißen: Die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland, wenn sie das Grundgesetz anerkennen. Der letzte Halbsatz fehlte.

Jürgen Beckmann

Aus Erfahrung gelernt?

2./3. Juni: "Für Jubel ist es noch zu früh. Senat präsentiert Siegerentwurf für A-7-Deckel"

Der Kommentar und die Feststellung, die Behörden tragen keine Schuld, wenn eine Autobahn durch ein Wohngebiet gebaut wird, weil es eben Bausünden der 70er-Jahre sind, machte mich sehr stutzig. Wir schreiben das Jahr 2012, also mindestens 30 Jahre später, und es wird rücksichtslos mitten durch ein Wohngebiet in Lüneburg die A 39 gebaut. Teilweise stehen die Häuser nur 20 Meter entfernt. Wo, bitte, ist die Erfahrung von Bausünden?

Walter Lutz

Hafen deckeln?

In Anbetracht der finanziellen Lage von Hamburg und der Erfahrung mit der Elbphilharmonie, wie die Kosten, die ins Uferlose wachsen, kann ich, als Steuerzahler, nur gegen den Deckel über die Autobahn sein. Auch wir sind vom Lärm der Autobahn betroffen, doch der Lärmpegel des Hafens beziehungsweise der Containerhäfen ist weitaus höher. Was sollen dort die unmittelbaren Anlieger fordern? Vielleicht, dass man den Hafen deckelt?

Helga Ulleweit

Einfaches Mittel

2./3. Juni: "Der Feind in meinem Beet. Löwenzahn im heimischen Garten"

Es gibt ein sehr einfaches Mittel, des Löwenzahns Herr zu werden: ausstechen und essen. Alle Teile sind essbar, und die Leber freut sich.

Irene Köster

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

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