Briefe an die Redaktion: 31. Mai 2012
Spielt keine Rolle
29. Mai: "Wie viel Werbung verträgt der Hafen?"
Da regt man sich über die Kreuzfahrtschiffe auf, die beim Aufenthalt in Hamburg Schadstoffe in die Luft blasen, und jetzt schieben Schubschiffe Werbetafeln auf der Elbe hin und her und verpesten die Luft. Aber das füllt ja die Kassen und dann spielt wohl der Umweltschutz keine Rolle mehr.
Manfred Lahmann
Unanständige Zumutung
Jetzt ist ja wohl ein Aufschrei der Empörung fällig. Das Werbefloß auf der Elbe ist eine unanständige Zumutung, die wir uns nicht bieten lassen dürfen. Werbung als angemessene Produktinformation macht ja Sinn. Sponsoring für einen guten Zweck auch noch. Die Grenze des guten Geschmacks wird überschritten, wo Unbeteiligte für fremde Werbung benutzt werden. Weitergehende Belästigungen Dritter sollten verboten werden, wenn der Anstand der unmittelbar Verantwortlichen nicht so weit reicht. Außerdem sind die Port-Poster Umweltverschmutzung übelster Art. Es wird ja nicht das Einzige bleiben, wenn es jetzt keinen massiven Widerstand gibt. Wie segensreich hat sich dagegen die Binnenalster-Verordnung erwiesen oder die vorbildliche freiwillige Selbstbeschränkung gegen laute Reklame im Hanse-Viertel. Das hat Stil.
Jürgen Reip
Ein Trauerspiel
29. Mai: Debatte: "Hamburg gibt seine Vorreiterrolle auf"
Der Beitrag spricht mir aus der Seele. Es ist ein Skandal, dass die Schuldenmacherei gängige politische Praxis ist, über alle Parteigrenzen hinweg. Sobald vom Sparen die Rede ist, setzt verlässlich eine große Empörungswelle ein. Dabei führt schon das Wort "Sparen" in die Irre, geht es doch in aller Regel lediglich darum, die Neuverschuldung ein wenig zu reduzieren. Mir ist unerklärlich, wie das all die Jahre Konsens sein konnte, sich kontinuierlich zulasten der nachfolgenden Generationen zu bereichern. Das Verteilen von geliehenem Geld wird als gerecht verkauft und die Öffentlichkeit schluckt es auch noch. Nicht einmal, wenn die Einnahmen sprudeln, werden ausgeglichene Haushalte erreicht. Die Politik wird ihrer Verantwortung nicht gerecht. Es ist ein Trauerspiel.
Andreas Binroth
Zurück nach Bayern
29. Mai: "Ramsauer peilt Maut für alle Pkw an"
Das ist doch eine Ramsauerei. Man sollte diesen Mann eiligst nach Bayern zurückschicken. Dort kann er ja eine Bergbesteigungsmaut erheben. Als Verkehrsminister müsste er wissen, dass der deutsche Automobilist mehr als die Straßen und Autobahnen finanziert hat, dass er vielmehr einen ganz wesentlichen Teil zum allgemeinen Bundeshaushalt beiträgt, in dem seine Mineralöl-, Mehrwert- und Mehrwert- auf Mineralölsteuern ohne Gegenleistung verschwinden.
Dr. Gunter Alfke
Genug Geld vorhanden
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. "Ein weiteres Abzocken der Autofahrer für andere Vorhaben darf es nicht geben." Wollen diese Politiker mit ihren Spitzfindigkeiten uns auf den Arm nehmen? Es darf überhaupt keine Abzocke der Bürger mehr geben. Das Maß ist voll. Wenn unser sauer verdientes Geld nicht ständig im Ausland versenkt werden würde, wäre genug Geld für alle wichtigen Projekte vorhanden.
Hartmut Arnaszus
Im Spurenbereich
29. Mai: "Ohne Quote geht es nicht. Hamburger Senat will Frauenquote deutlich vorantreiben"
Eine der ursprünglichsten Philosophien im sozialistischen Umfeld ist sicher die Verteilungsphilosophie; sie meint in der Regel aber nur die Gewinnverteilung, nicht die Leistungsverteilung. Die Menge der Aufsichtsräte und Vorstände im Verhältnis zur übrigen Arbeitnehmerschaft liegt eher im Spurenbereich. Wie unwichtig hier für das Land eine Quote wäre, können sich Sozialisten offensichtlich nicht vorstellen. Natürlich bleibt die Frage. Warum ist es so? Vielleicht erkennt die Mehrzahl der klugen Frauen einfach, dieses Amt anzustreben ist es nicht wert, es sei denn, die Gewinnsucht ist übermächtig.
Siegfried Meyn
Neue Baustelle
24. Mai : "Sozialpädagogen fühlen sich Förderschülern nicht gewachsen. Mehrarbeit wegen Inklusion"
Nun wird wieder eine Baustelle bei unseren Schülern aufgezeigt, obwohl alle Parteien täglich über mehr Bildung sprechen. Wie immer, die Taten fehlen. Der Förderbedarf bei unseren Schülern steigt und es gibt nicht genügend Pädagogen und Erzieher. Ferner gibt es noch zu viele Schüler, die nicht einmal den Hauptschulabschluss schaffen. Ein Versagen der Kinder, Eltern und des Bundes. Es fehlt immer das Geld, und deshalb sollte auch das Betreuungsgeld gezielt für Kitaplätze und Ganztagsschulen oder für bildungsschwache Schüler verwendet werden. Dann werden diese Kinder nicht später abseits unserer Gesellschaft stehen. Für notwendige und schließlich erfolgreiche Ausgaben haben wir Bürger sogar Verständnis.
Bernd Graner
Vorbild Shanghai
24. Mai: "Freie Fahrt für schnellere Busse. Bürgerschaft beschließt Millionen-Programm"
Ältere Harburger werden sich noch an die Oberleitungsbusse erinnern, die dort in den 50er-Jahren verkehrten. Zwar brauchten die keine Gleise, aber die zweipoligen Oberleitungen mit ihren aufwendigen Konstruktionen für Kreuzungen und Abzweiger verdunkelten den Himmel weit mehr als die Oberleitung der Straßenbahn. Die Beweglichkeit dieser O-Busse war dabei wegen der Stromabnehmer doch ziemlich begrenzt. Wie man es anders machen kann, zeigen die Verkehrsbetriebe in Shanghai. Dort wurden vor etwa drei Jahren zwei Trolleybuslinien im Stadtbereich auf leitungslose elektrisch betriebene Busse umgestellt. Diese Busse verwenden keine Batterien, sondern spezielle Kondensatoren, die schnell geladen werden können, ohne dabei Schaden zu nehmen.
Thomas Quirus
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