Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
26.05.12

Briefe an die Redaktion: 26./27./28. Mai 2012

Allein Leistung entscheidend

25. Mai: " Machtkampf in Hamburger CDU ausgebrochen. Ex-Parteichef Frank Schira muss um Kandidatur für Bundestag bangen"

Geht es nicht etwas kleiner? Die verbale, an Kriegsrhetorik angelehnte Aufrüstung macht aus Diskussionsprozessen in demokratischen Parteien Streit und aus personellem gewünschten in demokratische Bahnen gelenkten Wettbewerb um Parlamentsmandate gleich einen Machtkampf. Da erklären sich jetzt zwei Abgeordnete zur erneuten Kandidatur bereit, die sicher nicht mehr jung an Jahren, aber mit ihrem Profil durchaus für eine sehr breite Bevölkerungsgruppe stehen, die allein darüber entscheiden kann, ob sie ihre Interessen eher von einem 18-Jährigen oder einem 80-Jährigen vertreten sieht. Was häufig übersehen wird: Politik ist keine Laufbahn, es gibt nach oben keine Altersgrenze, und das ist gut so. Deshalb sind auch Begriffe wie Generationswechsel wenig angebracht. In der Politik ist allein die Leistung entscheidend. In den USA leitete schon mal ein 90-Jähriger den Auswärtigen Ausschuss im Senat und ein 80-jähriger Ex-General trat als US-Botschafter in Bonn an.

Peter Schmidt

Cent-Münzen unnötig

25. Mai: "Brauchen wir den Cent noch? Das Europäische Parlament lässt prüfen, ob sich Ein- und Zwei-Cent- Münzen tatsächlich lohnen oder besser abgeschafft werden sollten"

Nein, wir brauchen den Cent nicht mehr. Wir sind ja auch nie gefragt worden, ob wir ihn haben wollten.

Hans-Emil Schuster

Preise würden steigen

Kein Wunder, dass Handel und Industrie gespalten (sprich dagegen) sind. Die wenigsten Preise würden auf volle 5 oder 10 Cent aufgerundet, die meisten Artikel des täglichen Lebens würden um 4 Cent billiger. Vor allem die, deren Preise heute auf "99" enden.

Thorsten Thiel

Niederländer gelassener

Die Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind in den Niederlanden nicht als Recheneinheit abgeschafft, deshalb bleiben Preise mit genauer Cent-Angabe bestehen. Die Läden dürfen aber - mit Hinweisschild für den Kunden - nach oben und unten auf- und abrunden, Gewinn und Verlust gleichen sich aus. Darüber regt sich in den Niederlanden niemand auf, man ist dort ohnehin meistens etwas gelassener als hierzulande.

Elly van Heiningen

Ohne Sinn und Verstand

25. Mai: "Maroder Fahrradstand in Grundschule Goosacker als schützenswert verzeichnet. Deshalb soll für neue Kantine Teil des Schulhofs geopfert werden"

Die Geschichte mit dem Fahrradunterstand ist wieder ein gutes Beispiel für die Umsetzung von irgendwelchen Verordnungen ohne Sinn und Verstand. Ich wünschte mir, dass immer bei solchen Vorkommnissen die verantwortlichen Behördenmitarbeiter namentlich genannt werden. In einer transparenten Gesellschaft sollte das möglich sein. Vielleicht würden dann die Verantwortlichen doch noch mal ihren Verstand einsetzen.

Gregor Rosenbauer

Selbst anpacken!

24. Mai: " Unkraut wuchert an der Alster. Geld für Gärtner fehlt auch im Stadtpark. Anwohner und CDU im Bezirk Nord klagen: Hamburg spart an falscher Stelle"

Warum nehmen Politiker und Anwohner, die sich beklagen, nicht mal selbst das Unkraut in die Hand, wenn es sie stört. Eine Tüte und drei bis vier "Rupfgriffe", so mache ich das, wenn mich was stört. Nein, hier wird herumgesessen und das Bezirksamt kritisiert. Auf der anderen Seite wird über die Ausgaben der Stadt lamentiert. Ich empfehle: Selbst ist der Bewohner von den Straßen an der Alster.

Walter Burmester

Fassungslos

Es macht mich fassungslos, dass sich ein Bewohner der Bellevue erdreistet, einem Politiker und der Presse die Ohren vollzujammern über wucherndes Unkraut und mangelhafte Pflege der Alster-Flora! Er sollte lieber zur Selbsthilfe greifen, nämlich mit eigener Hand dafür sorgen, dass das Unkraut in seiner Nachbarschaft beseitigt wird und dafür vielleicht auch noch ein paar Mitstreiter suchen. Das wäre wahrer Bürgersinn! Anpacken statt zu schmollen, aktiv werden statt beleidigt abzuwarten, ob andere Bürger den Missstand beseitigen!

Gernot Stange

Diskriminierend

23. Mai: "Aus für HSV-Frauenteam. Für die Männer geopfert?"

Nur zwei Sätze: Zugegebenermaßen interessiere ich mich nicht sonderlich für das Thema Frauenfußball. Aber für die Vorgänge beim HSV fällt mir nur ein einziges Wort ein: Frauendiskriminierung.

Harald Rickers

Scheinheilig

23. Mai: "Umweltminister verabschiedet. Merkel verteidigt Entlassung Röttgens als notwendig"

Will uns die Kanzlerin eigentlich für dumm verkaufen? Mir kommen die Tränen über ihre scheinheiligen Erklärungsversuche zur Entlassung von Umweltminister Röttgen. Derartige Lippenbekenntnisse schaden der CDU. Röttgen hat angekündigt, eine Erklärung abzugeben. Ich hoffe, Herr Röttgen hat Rückgrat, um Details über den Vorgang auszupacken. Feind, Erzfeind, Parteifreund, wieder einmal hat sich diese Steigerung für den deutschen Parteibetrieb bewahrheitet.

Bruno Horst

Verhalten bewusst machen

23. Mai: "Wo sind die deutschen Tugenden?"

Meiner Meinung nach macht der Artikel den zweiten Schritt vor dem ersten. Denn die Neubesinnung auf diese (Tugenden) ist nämlich nur möglich, wenn diejenigen, die sie zu ihrem Vorteil außer Kraft setzen, sich dessen auch bewusst sind.

Christian Sczeponik

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

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