Briefe an die Redaktion: 24. Mai 2012
Extrem unlogisch
23. Mai: "Ägypter fürchten Diktatur der Islamisten. Es drohen neue Proteste und Gewalt"
Leider verhält sich der Westen wieder einmal extrem unlogisch gegenüber den islamischen Staaten des Orients. Gepriesen sei die Demokratie als einzig taugliches System. Diesen Leitspruch versucht man seit Jahrzehnten in der Region umzusetzen. Dass nun bei Wahlen eben keine sozialistischen oder liberalen Parteien gewinnen, sondern meist islamische Parteien wie jüngst in Palästina oder Ägypten, wird nicht bedacht.
Marvin Goerg
Nur vorgeschoben
23. Mai: "Ausbau des Eidelstedt-Centers: Rot-grüner Krach in Eimsbüttel"
Wie man sieht, handelt es sich bei der Bürgerinitiative gegen das Eidelstedt-Center überwiegend um Mitglieder der älteren Generation, die nicht gelernt haben, mit Veränderungen umzugehen. Es ist ein Affront gegen die junge Generation, wenn man hier die Zukunft verhindert. Die Bäume werden vorgeschoben, denn es ist nur ein geringer Fußmarsch bis zum Niendorfer Gehege. Dort hat man so viele Bäume, wie man möchte.
Christiane Dornecker
Ganz einfach
23. Mai: "Ärzte attackieren Politik und Krankenkassen. Auch Hamburger Ärzte kassieren 'Fangprämien'"
Es ist doch wirklich ganz einfach: Entweder ist das Ergebnis der sogenannten Studie korrekt und die Ärzte sind massenhaft korrupt, dann wundert es, dass nicht längst die Staatsanwaltschaft ermittelt. Oder es ist einmal mehr nur heiße Luft und soll dazu dienen, Ärzte auf erneute, schmerzhafte wirtschaftliche Verluste vorzubereiten beziehungsweise die öffentliche Anteilnahme daran in Grenzen zu halten.
Wolfgang Pontow
Ganz flau
23. Mai: "Aus für HSV-Frauenteam. Für die Männer geopfert?"
Hamburger Sport-Verein? Nee, ab sofort: Herren Sport-Verein. Macht euch nur weiter lächerlich, wo ihr könnt, ihr Herren vom HSV. Ganz, ganz flau. Als Hamburger kann man sich nur noch für euch schämen und St. Pauli wählen.
Michael Schneider
Jeden mit durchziehen?
22. Mai: "Für Tausende Schüler kommt Zentralabi später. Ausnahmeregelungen geplant"
Nun sollen also diverse Schulen und Fächer temporär vom Zentralabitur ausgenommen werden. Warum nicht gleich individuelle Prüfungen für jeden Schüler, um auch jeden Leistungsschwachen mit durchzuziehen? Ein weiterer Beleg dafür, dass das Abitur in Hamburg vielfach doch nicht mit den höheren Anforderungen in anderen Ländern mithalten kann? Die Schulsenatoren und die Schulbehörde können und wollen es wohl einfach nicht lernen. Selbst ernannte Pseudopädagogen experimentieren weiter lustig auf dem Rücken der Bildung unserer Kinder herum - unserem größten und wichtigsten Kapital für die Zukunft. Investitionen in die Ausbildung von mehr und besseren Lehrern, stramme Lehrinhalte für die täglich steigenden Anforderungen in unserer globalisierten Welt, eher wohl Fremdworte für die Reformeiferer, denen es mehr um selbstverwirklichendes Wohlgefühl geht.
Manfred W. H. Kuhlmann
Seriöse Grundlage
22. Mai: "Hamburgs erster Sozialatlas"
Senator Scheele macht die sozialen Angebote in Hamburg transparent. Das ist sehr gut, weil nun eine seriöse Grundlage für Sozialplanungen gelegt ist und jeder Bürger auf einen Blick erkennen kann, wo er welches Angebot findet. Transparenzgegner wie die Linken geraten mit ihrer Ablehnung des Sozialatlasses in den Verdacht, gelungene Sozialstrukturen, aber auch mögliche Fehlentwicklungen verschleiern zu wollen. Damit ist niemandem gedient.
Prof. Dr. Jens Weidner
Sehr gefehlt
22. Mai: "Hamburgs beste Lehrer. Haspa und Abendblatt zeichnen Pädagogen aus"
Der Bericht über den Hamburger Lehrerpreis hat mich als ehemaligen Kollegen sehr gefreut. Gern stelle ich fest, dass es viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer gibt, die dafür sorgen, dass Schule Spaß macht und dass Kinder auch aus "bildungsfernen" Häusern, wie man heute so gern sagt, mit Begeisterung zur Schule gehen. Mir hat aber sehr gefehlt, dass die Zweit- und Drittplatzierten nicht erwähnt wurden, denn deren Schülerinnen und Schüler haben, genau wie diejenigen der Sieger, auch Briefe für ihre Lehrer geschrieben und würden sich sicher über eine Erwähnung freuen.
Udo Helmke
Falsches Signal
22. Mai: "Protest abgeschmettert - Hertha kündigt Berufung an"
Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts war zu erwarten, kann aber nicht überzeugen. Dass eine einseitige Schwächung von Hertha BSC durch den sogenannten "positiven Platzsturm" nicht belegt sei, ist angesichts einer über 20-minütigen Spielunterbrechung mitten in die Drangphase der Berliner hinein nicht nachzuvollziehen. Am Ende einer Saison, in der immer wieder unangemessenes Fan- und Zuschauerverhalten beklagt werden musste, setzt das Urteil das ganz falsche Signal. Ein Wiederholungsspiel auf neutralem Platz wäre geboten.
Christoph Lucks
Schwer erschüttert
21. Mai: "Rätselhafte Bluttat in Harburg"
Mein ohnehin schwer erschüttertes Rechtsempfinden beginnt völlig zu verschwinden: Ein Mitbürger wird auf offener Straße aus dem Auto gezerrt, geschlagen und mit Messern traktiert, die Verdächtigen dürfen das Polizeipräsidium nach ihrer Vernehmung aber verlassen. Leben wir denn in einer Bananenrepublik?
Jens-Uwe Dierk
Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de
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