Briefe an die Redaktion: 23. Mai 2012
Still und heimlich
22. Mai: "Die Saga plant Teilabriss der Elbtreppen-Häuser. Runder Tisch soll schlichten"
Erstaunlicherweise werden in Berlin Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut. In Hamburg werden original erhaltene Gebäude abgerissen. Die Elbtreppen-Häuser sind nur ein Beispiel. In ganz Hamburg werden erhaltenswerte Gebäude still und heimlich für marode erklärt und abgerissen. Es kommt dann ein sogenannter Investor, der ein schickes quadratisches Glas- und Edelstahlluxusappartementhaus dort errichtet. Armes Hamburg.
Sabine Kühn
Eher Erpressung
22. Mai: "Ohne Euro versinkt Griechenland im Chaos"
Danke an Professor Hansmann für diese klare und emotionslose Darstellung der Situation um Griechenland und den Euro. Doch halte ich die Aussagen von Alexis Tsipras eher für Erpressung als die Taktik eines Pokerspielers. In selbstherrlicher Weise lullt dieser das griechische Volk ein, ohne die finanziellen Risiken ehrlich darzustellen. Das kann man auch als Betrug an den Wählern werten. Daher ist die griechische Presse gefordert, Klartext zu reden. Der durchaus ehrenvolle Gedanken "einer für alle, alle für einen" der Euro-Länder wird durch Herrn Tsipras ad absurdum geführt und sollte nun dem Bewusstsein weichen, niemals erpressbar sein zu dürfen. Und diese Entscheidung muss dem griechischen Volk deutlich vor Augen geführt werden, damit es durch eine vernünftige Wahl das drohende Chaos abwenden kann. EU geht nämlich auch ohne Griechenland.
Christiane Mielck-Retzdorff
Ein echter Hammer
22. Mai: "Protest abgeschmettert - Hertha kündigt Berufung an"
Das Urteil ist doch ein echter Hammer. Ich schäme mich wieder mal für die Richter unseres Landes. Wie kann man so etwas durchgehen lassen? Mir sind Hertha und die Fortuna dabei völlig egal. Mein Antrieb ist mein Gerechtigkeitsempfinden und meine Verantwortung als Bürger und Vater. Das soll jetzt also Schule machen, dass die Fans ein Fußballspiel stürmen dürfen, wenn ihre Mannschaft vorne liegt und die Vereine keine Verantwortung für nicht gewährleistete Sicherheit übernehmen müssen? Dann kann ich nur sagen: Schade, dass die Bayern-Fans in der 85. Minute nicht den Rasen gestürmt haben. Dann hätten sie sicherlich gewonnen. Was geht nur in den Köpfen der Richter vor?
Heiko Norden
Gefährlicher Charakter
21. Mai: "'Dumpfbackige Themen - Steinbrück greift Sarrazin an"
Die erneuten Provokationen von Thilo Sarrazin tragen nicht nur einen stupiden, sondern auch einen gefährlichen Charakter. Denn wer den schwierigen Umgang mit einem in der Menschheitsgeschichte einmaligen Ereignis wie dem Holocaust für aktuelle politische Fragen instrumentalisiert, der zieht nicht nur eine vollkommen abwegige Verbindung, sondern erschwert außerdem die Arbeit aller aufrichtigen Bürger, die sich zum Ziel gesetzt haben, dass sich das dunkelste Kapitel der Deutschen niemals wiederholt. Weswegen die Aussagen den Erfolgsautor mehr denn je diskreditieren. Zumal ein ehemaliges Führungsmitglied der Bundesbank eigentlich wissen sollte, dass die Bundesrepublik trotz aller gegenwärtigen Probleme immer noch über die Exportwirtschaft im gewaltigen Maße vom Euro profitiert und es keinen gemeinsamen Währungsraum auf der Welt gibt, bei dem keine Transferunion stattfindet.
Rasmus Ph. Helt
Keiner nimmt Notiz
21. Mai: "Hamburger KritIken: Warum Röttgen gehen musste"
Sehr seltsam, diese kollektive Entrüstung wegen der plötzlichen Entlassung eines "leitenden Angestellten" der Bundesregierung. Im richtigen Leben werden täglich Tausende von verdienten Mitarbeitern geschasst. Aus weitaus weniger plausiblen Gründen. Und kein Mensch nimmt Notiz.
Rüdiger Soll
Inbegriff des Bösen?
21. Mai: "Hamburg bekennt Farbe gegen rechts"
Nein, am 2. Juni 2012 wird in Hamburg nicht gegen "rechts" demonstriert, natürlich nicht. Gemeint ist: gegen Rechtsextremismus und Neonazismus. Rechts gehört wie links in allen Demokratien der Welt zum politischen Spektrum. Nur in Deutschland ist "rechts" offenbar der Inbegriff des Bösen. Blödsinn. Ist eine linke Einheitsgesellschaft das Ziel?
Hans-Peter Koller
Große Sorgen
21. Mai: "'Alle Aufsichtsräte zurücktreten!' HSV-Oberkontrolleur Otto Rieckhoff sorgt für Wirbel"
Wer die Mitgliederversammlung des HSV mit verfolgen musste, kann sich über die Zukunft des einst so glorreichen Dinos nur große Sorgen machen. Ein aus Proporzgründen völlig aufgeblähter Aufsichtsrat, dem die Befriedigung persönlicher Eitelkeiten und Animositäten offensichtlich mehr am Herzen liegt als das Wohl des Vereins, zu dessen strategischer Führung diese ehrenwerten Herren absolut nichts beitragen. Ein Sportchef, der seine falsche Einschätzung der Bundesliga nicht nur durch seine verkorkste Einkaufspolitik dokumentiert, sondern auch durch Aussagen, dass der ausrangierte Ex-Nationalspieler Jansen sich unter Trainer Fink gut entwickelt habe. Echt cool der Mann.
Peter Frey
Bestens bewährt
19. Mai: "SPD-Basis will Hamburgs Rauchergesetz nachverhandeln"
Der Plan der SPD, das Rauchen zukünftig in separaten Räumen wieder zu gestatten, zeugt von Augenmaß und Ausgewogenheit. In Baden-Württemberg hat sich diese Regelung seit Jahren bestens bewährt. Nachdem der Nichtraucherschutz überall zu 100 Prozent gewährleistet ist, kann man kein Verständnis für die fanatischen Nichtraucher-Eiferer haben, die ihre rauchenden Mitmenschen immer noch weiter bevormunden wollen.
Klaus Janson
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