Briefe an die Redaktion: 12. Mai 2012
Mehr investieren
11. Mai: "Wegen Erfolgs vorübergehend geschlossen. Das bestbesuchte Planetarium Deutschlands wird ausgebaut. Alter Wasserturm bleibt 2013 für vier Monate zu"
Da sage noch einer, die Naturwissenschaften hätten kein Publikum in Hamburg. Sie müssen nur intelligent und gut vermittelt werden wie offensichtlich im Hamburger Planetarium. Einerseits wird immer wieder über mangelhaftes Spezialwissen geklagt, andererseits scheut man sich seit Jahren, Geld in die Hand zu nehmen und in ein Museum für Naturwissenschaften und Technik zu investieren, wie beispielsweise in München und Berlin. Das Deutsche Museum in München ist das am besten besuchte Museum in Deutschland, und das als naturwissenschaftlich-technisch ausgerichtetes Museum.
Helgo Klatt
Charme-Verlust
Das Gebäude des Planetariums ist 80 Jahre alt, und genau das schätzen die Besucher. Im Inneren ist es eng und urig. Wenn nun draußen angebaut, innen umgebaut und der Shop mit Gastronomie auch noch vergrößert wird, verliert das Gebäude seinen alten urigen Charme. Wieso glauben immer alle, dass es schöner wird, wenn es neu und größer wird?
Kim Bödecker
Zustimmung
11. Mai: "Mehr Wohlstand führt nicht zum Glück. Wachstum darf nicht zum Selbstzweck werden. Freude am Leben entsteht erst durch Beziehungen, die Erfüllung bringen"
Ich kann der Autorin nur voll zustimmen. Unsere Gesellschaft ist auf dem Holzweg mit den ständigen Forderungen nach mehr, mehr und mehr. Wir haben das Maximum an Wohlstand bereits überschritten, denn das "Mehr" geht nur auf Kosten der Gesundheit vieler Menschen, sowohl bei uns als auch in den Entwicklungsländern. Auch die Politik tut das ihrige dazu, denn das Allheilmittel Wachstum, das sogar per Gesetz beschleunigt werden soll, ist eben keines. Es führt zu mehr Ressourcenverbrauch (Umweltverschmutzung), mehr Stress im Arbeitsleben und auch zu mehr Armut, denn viele Unternehmen steigern ihr Wachstum durch Personaleinsparung. Dadurch klafft auch die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Leider fällt den Wirtschaftsexperten auch nichts Besseres ein, als immer wieder Wachstum zu predigen.
Michael Döring
Lange überfällig
10. Mai: "Patient Notfallmedizin. In vielen Kliniken lässt das an sich funktionierende Arztsystem zu wünschen übrig"
Ein lange überfälliges Thema! In den großen Kliniken sollten aber schon jetzt die Abteilungen besser vernetzt werden, weil der normale Angehörige die im beschriebenen Fall erforderliche Hartnäckigkeit situationsbedingt kaum aufbringen wird. Vorschlag: ab sofort zwei Ärzte unterschiedlicher Fachrichtung pro Notfallpatient!
Oskar Meyer
Teils unverständlich
10. Mai: "Ärger in der Notaufnahme. Kleinkind litt an Atemnot. Krankenhaus lehnte Hilfe zunächst ab, weil Eltern die Versichertenkarte vergessen hatten"
Um die sich verschlechternde Situation in den Notaufnahmen von Kliniken und medizinischen Versorgungszentren anzuprangern, gibt es sicherlich bessere Beispiele als den geschilderten Fall. Die Sorge der Eltern um ihr Kleinkind ist verständlich und nachvollziehbar. Nicht verständlich dagegen ist, dass beide Elternteile die Krankenversicherungskarte vergessen hatten, die man wie den Personalausweis oder Führerschein bei sich haben sollte. Dies gilt eigentlich für jedes Land, auch im viel gepriesenen Amerika. Ebenso schwer nachvollziehbar ist für mich, warum die Eltern nicht als Erstes den Notarzt gerufen haben, der in Hamburg, insbesondere bei Luftnot, schneller zur Stelle ist, als man selbst eine Notaufnahme erreicht.
Dr. Udo Fuchs
Nur Lappalie
Wie kann man nur so einer Lappalie eine ganze Seite und einen Leitartikel widmen!? Sie hätten die wenig bedarften Eltern kritisieren können, statt sie in ihrer Anspruchshaltung zu unterstützen. Typisch für solche Leute, dass sie alles besser wissen und der Erfahrung der Ärzte misstrauen. Warum fragt man nicht nach den Kosten für einen überflüssigen Einsatz?
Friedl Goth
Zweifel bleiben
Die Hamburger Notfallmedizin ist nicht so schlecht wie behauptet. Die Notaufnahme im Bethesda-Krankenhaus wurde in den vergangenen Jahren immer wieder modernisiert und erweitert und ist gut organisiert. Man muss aber schlichtweg akzeptieren, dass man sonnabendnachts keine medizinische Vollversorgung erwarten kann. Dann muss ein Patient, wenn die Notaufnahme sehr voll ist, gewisse Wartezeiten akzeptieren. Natürlich ist dort die Versichertenkarte nicht wichtiger als der Patient. Aber es schließt sich ja offenbar nicht aus, dass eine Schwester die Versichertenkarte für die notwendige Bürokratie einliest und kurz danach ein Arzt, wie geschehen, einen ersten Blick auf das Kind wirft. Zudem steht für solche Fälle der fahrende Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verfügung. Hätte die Familie diesen angerufen, wäre bei der gegebenen Dringlichkeit innerhalb einer halben Stunde ein Arzt ins Haus gekommen und hätte der Familie den Weg erspart.
Dr. Alexander Frohn
Kostet Steuergelder
10. Mai: "Bezirksamt knackt Liebesschlösser an Fährhausbrücke"
Warum müssen eigentlich immer alle öffentlichen Bauwerke, Brücken, Hauswände mit Farbe oder Schlössern "verschönert" werden. Wer will das denn wirklich sehen und wen interessiert es, ob zwei unbekannte Menschen sich ewige Liebe schwören? Die Renovierung und Wiederherstellung dieser Bauwerke kostet viel Steuergeld. Die Liebenden könnten lieber doch das Schloss an ihrem Balkon anbringen und den Schlüssel im Klo versenken.
Bärbel Hartmann
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