Briefe an die Redaktion
Gänzlich unangemessen
9. Mai: "Berlin blamiert sich in der ganzen Welt. Eröffnung des Großflughafens abgesagt"
Die Schlagzeile ist gänzlich unangemessen. Hamburg selbst blamiert sich nämlich in schöner Regelmäßigkeit mit immer neuen Unglaublichkeiten in Sachen Elbphilharmonie. Insofern wäre mit Blick in Richtung Berlin mehr hanseatische Zurückhaltung und Demut angezeigt. Es ist nämlich nicht anzunehmen, dass Hamburg den Neubau eines Flughafens besser gemanagt hätte. Insofern ist mehr Sachlichkeit das Gebot der Stunde. "Eröffnung des Berliner Großflughafens verzögert sich" hätte vollkommen ausgereicht.
Dr. Tim Schurig
Aus eigener Kraft
9. Mai: "Dänen-Ampel - wer wird was? Hamburgerin als Frauenministerin im Gespräch"
Eine Frauenministerin für Schleswig-Holstein, Frauenparkplätze, die Frauenquote in der Wirtschaft. Ich fühle mich diskriminiert und in die Schublade des schützenswerten und unfähigen schwachen Geschlechts eingestuft. Ich kann und will mein Leben aus eigener Kraft gestalten und möchte nicht das Gefühl haben, alles nur dank der wohltätigen Almosen und Initiativen überpädagogischer Gleichstellungspolitiker zu erreichen.
Ute Mathar
Ein Eintopf aus allem
9. Mai: "Torheit am Millerntor. In die historische Wache könnte eine Eisdiele einziehen"
Herr Wersich ist ein waschechter Hamburger und äußert seinen Unmut zu Recht. Viele Neubürger und somit auch viele Politiker in Hamburg sind zugezogen, von daher ist das Interesse an historischen Gebäuden gleich null. Schön finden es alle, deswegen ziehen sie ja auch nach Hamburg, nur befassen tut sich keiner damit, was war und kommt. Die Gebäude von heute sind nicht mehr typisch Hamburg, sondern ein Eintopf aus allem.
Heidi Okkens
Schwache Erinnerung
8. Mai: Interview mit Cem Özdemir: "Grünen-Chef will die Dänen-Ampel in Schleswig-Holstein"
Es ist lächerlich, dass Özdemir Kubicki vorwirft, er mache alles mit. Wenn Özdemir seinen Mund derartig vollnimmt, sollte er sich vorher an den Wankelmut seiner eigenen Partei erinnern. Bisher haben die Grünen damit brilliert, dass sie je nach Wahlergebnis zwischen Rot und Schwarz geschwankt haben und je nach Stimmenverhältnis mit der jeweiligen Partei koaliert haben. Im Übrigen darf man gespannt sein, was diesmal dabei herauskommt, wenn die Grünen erst einmal reden wollen. Kubicki hat seiner im Absterben begriffenen Partei übrigens ein sauberes Ergebnis verschafft.
Ingild Kind
Leben in der Traumwelt
8. Mai: "FDP demonstriert Geschlossenheit und stützt Rösler"
In welcher Traumwelt leben einige Politiker der Berliner FDP-Führung? In Schleswig-Holstein wurde die FDP allenfalls nicht wegen, sondern trotz Rösler gewählt. Ohne Rösler hätte das Ergebnis noch "sensationeller" aussehen können. Ob er aus seinen Fehlern lernen kann, muss bezweifelt werden.
Wolfgang Herz
Wer zahlt die Party?
8. Mai: "Seehofers Party-Schreck. Bei Facebook lud er Fans in Münchner Disco"
Ich hoffe mal, dass Herr Seehofer, der sich mal wieder als jugendlicher Macher darstellen will, die Party aus eigener Tasche und nicht mit Spendengeldern bezahlt. Mich würde auch brennend interessieren, wer für den Polizeieinsatz aufkommt. Ich hoffe mal nicht wir Steuerzahler.
Petra Notbohm
Heute aktueller denn je
8. Mai: "Als bei Hagenbeck Menschen ausgestellt wurden"
Es ist löblich, dass der Verlag Crieur nun eine historische Studie zum Thema "Völkerschauen" veröffentlicht hat. Diese "Menschenzoos" sind jedoch heute aktueller denn je. Nur haben sie "dank" der Erfindung des Fernsehens seit Langem schon Einzug in unsere Wohnzimmer erhalten, die tragischen Helden des Alltags. Rund um die Uhr können wir an ihrem Schicksal teilhaben. Praktisch, da müssen wir uns nicht einmal mehr auf den Weg in einen Zoo machen.
Edda Eberth
St. Paulis Rolle rückwärts
8. Mai: "Der verhinderte Rauswurf"
Warum tut Herr Schubert sich das an? Erst von der sportlichen Leitung ganz offensiv gnaden- und kommentarlos entmachtet, dann eine solche Rolle rückwärts. Es ist doch nur eine Frage der Zeit, wann der dermaßen geschwächte Trainer gehen muss. Und nun Herr Schulte? Oder doch nicht? Das Stück gehört ins St.-Pauli-Theater, aber nicht auf die Bundesliga-Bühne.
Frank Grundmann
Skandalöse Vorstellung
7. Mai: "Das war das Letzte. In Augsburg machte das HSV-Team die schlechteste Saison perfekt"
Die Bundesliga-Rückrunde ist beendet. Mit Platz 15 für den HSV. Welch eine skandalöse Vorstellung. Jeder Fußballinteressierte weiß, dass zurzeit ab Tabellenplatz sechs abwärts jeder jeden schlagen kann. Nicht so das Management des HSV, dem es nicht einmal ansatzweise gelang, den extrem überbezahlten Kickern zu vermitteln, dass sie sich an nur 34 Tagen des Jahres gefälligst so zu verhalten haben, dass ein Tabellenplatz unter den ersten zehn Pflicht sein muss. Das Auftreten der Mannschaft am letzten Spieltag in Augsburg schlägt dem Fass den Boden aus. Was dürfen sich die sogenannten Profis noch erlauben? Wie wird hier mit den noch immer in großer Zahl mitgereisten Fans umgegangen? Wie geht es mit diesem lächerlichen Kader in der neuen Saison weiter? Fragen über Fragen. Profunde Antworten bisher: Fehlanzeige.
Manfred Deubler
Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de
Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg














