Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
09.05.12

Briefe an die Redaktion: 09. Mai 2012

Noch nicht entdeckt

8. Mai: "Schleswig-Holstein-Wahl: Neue Farben im Norden"

Es stimmt, schon Adenauer hat sich mit seiner Stimme selbst gewählt und regiert. Nur bei der SPD im Norden wurde vor nicht langer Zeit die Partei von einem eigenen Mann in die Opposition gewählt. Der Abgeordnete ist bis heute nicht wirklich entdeckt. Was wird, wenn sich bei einer wichtigen Abstimmung der Vorgang wiederholt?

Walter Rust

Die Schnauze voll

40 Prozent der Bürger haben längst erkannt, dass es keinen großen Sinn macht, mitzumachen. Der größte Teil der Bürger wollte weder die EU mit einem Zahlmeister Deutschland noch den Euro mit derart unterschiedlichen Wirtschaftsleistungen der beteiligten Staaten. Es gab genug Experten, die davor gewarnt haben und die katastrophalen Auswirkungen vorhergesagt haben. Allerdings brauchte man für diese Vorhersagen kein Experte zu sein. Das konnte auch ein Sextaner, der eins und eins zusammenrechnen kann. Dazu dann noch die grauenhafte Fehlentscheidung, Griechenland in den Euro aufzunehmen. Kein Wunder, dass die Menschen von dieser Demokratie die Schnauze vollhaben. Frei nach dem Motto: Diese Selbstversorger machen ja sowieso, was sie wollen, warum soll ich dann noch wählen gehen?

Hartmut Arnaszus

Laus im Pelz

Armes Schleswig-Holstein. Wir in Altona haben lange gekämpft, um von Dänemark loszukommen, und jetzt setzt ihr euch diese Laus in den Pelz. Da werden sich die Pinneberger, Elmshorner und Wedeler freuen, wenn sie nach dänischen Belangen regiert werden. Denn was anderes ist es doch nicht; ohne den SSW hätte Rot-Grün keine Mehrheit, also müssen sie, um an der Macht zu bleiben, das tun, was der sagt. Up ewig ungedeelt? Das war einmal.

Klaus Koch

Perfektes Chaos

Das Chaos ist perfekt. Wer denn nun mit wem? Alle danken ihren Wählern und eigentlich gibt es fast nur Gewinner. Und was ist der Wählerauftrag? Man muss gemeinsam die Aufgaben anpacken und sich nicht beleidigt in die Ecke setzen und sagen, dass man mit dem oder denen nicht reden will. Das ist keine Demokratie und bestimmt nicht der Wählerwille. Viel schlimmer finde ich, dass etwas weniger als die Hälfte der Wähler gar nicht zur Wahl gegangen ist. Da spricht doch Resignation heraus. Und das Abschneiden der FDP ist eine reine Persönlichkeitswahl gewesen, denn Herr Kubicki ist einer der wenigen Politiker in unserem Lande, der noch Charisma hat.

Ingrid Kallbach

Freiwilliger Rücktritt

Das Wahlergebnis der SPD in Schleswig-Holstein ist auch das Ergebnis von Protesten der Bürgerparteianhänger, die mit Ralf Stegner nicht leben wollen und können. Dies stellen das Wahlergebnis seines eigenen Wahlkreises und dessen Direktmandat eindrucksvoll unter Beweis. Auch nach der Wahl stellt sich heraus, dass er Koalitionsmöglichkeiten für sichere und stabilere Verhältnisse seiner Partei in Schleswig-Holstein blockiert. Sollte ihm das Wohl der Bürger des nördlichsten Bundeslandes wirklich eine Herzensangelegenheit sein, so würde er sofort freiwillig von allen seinen Funktionen in Schleswig-Holstein zurücktreten.

Burghard Becker

Keine Alarmglocken?

7. Mai: "Mehr Busse, weniger Autos - Hamburg plant den Verkehr der Zukunft"

Spätestens wenn Wissenschaftler für das Modell des vom Senat gewollten Hamburger Nahverkehrs das Beispiel einer kolumbianischen Stadt heranziehen müssen, sollten bei allen die Alarmglocken angehen. Ist der europäische Weg einer Stadtbahn wirklich so abstrus, dass Kolumbien unser Ziel ist? Fakt ist: Es gibt unzählige Beispiele für gescheiterte Busaufwertungen und erfolgreiche Stadtbahnprojekte, der Fahrgast nimmt den Bus eben nicht an. Solange der Senat aber unliebsame Bürgerentscheidungen einkassiert, ist eine Bürgerbeteiligung eine Farce.

Hans Müller

Einstieg mit Sechserpack

Na klasse, liebes Hamburg. Wolltest Du nicht gerade noch seniorenfreundlicher werden? Und nun mehr Busse, in die man schlecht einsteigen kann, besonders im fortgeschrittenen Alter, einen Sechserpack 1,5-Liter-Flaschen Wasser in der einen Hand, in der anderen das Netz Kartoffeln. Wie komme ich da noch an meine Geldbörse? Und hoffentlich ist in der Nähe der Bushaltestelle dann auch ein Taxistand, damit ich eines bis vor meine Haustür nehmen kann. Ist es denn noch niemandem aufgefallen, dass wir in Hamburg bereits wenig Raum für Autos haben?

Angelika Otten

Unterschätzte Schönheit

7. Mai: " Gelingt die Wiedervereinigung der Stadt?"

Der Kommentar ist zutreffend, aber unvollständig. Auch die Süderelbe darf keine innerhamburgische Grenze sein. Harburg ist der Bezirk, der traditionell benachteiligt ist. Eine Investition in die Harburger Innenstadt würde sich auch für Hamburg rechnen, da die umliegenden Oberzentren wie Lüneburg und Stade einen Einkaufsbummel in Harburg wenig attraktiv erscheinen lassen. Die Randbereiche dieses vom Senat vergessenen Bezirks sind allerdings von bisher glücklicherweise unterschätzter Schönheit.

Jürgen Schmidt

Am Sinn vorbei

5./6. Mai: "Behörde prüft Gebühren für P+R-Plätze"

Wie beschämend ist das denn für eine Stadt wie Hamburg, die P+R-Plätze gebührenpflichtig zu machen? Das geht doch komplett an dem Sinn dieser Parkplätze vorbei. Pendler sollen doch gerade in die Bahn umsteigen, um den Verkehr zu den Hauptverkehrszeiten zu entlasten. Das ist doch mal wieder die totale Abzocke der Menschen, die auf ein Auto angewiesen sind. Das Hamburg mal den Titel Umwelthauptstadt hatte, kann man in diesem Zusammenhang ja kaum fassen.

Babette Holst

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

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