Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
26.04.12

Briefe an die Redaktion: 26. April 2012

Eine Abmahnung reicht

25. April: "Kostet eine Currywurst den Job?"

Bei diesem Artikel passt der Satz: "Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen." Einige unserer Politiker lassen sich Urlaubsreisen spendieren oder Hotelübernachtungen, fahren mit dem Dienstwagen in Urlaub. Aber bei unseren Müllmännern, die Tag für Tag bei Regen, Sturm und Schnee unseren Müll entsorgen, spricht man dann von einem Bestechlichkeitsprozess. Sicher war das Vorgehen nicht in Ordnung, eine Abmahnung der Stadtreinigung hätte es jedoch auch getan.

Matthias Müller

Nicht zugelassen

25. April: "Autohersteller setzen aufs E-Bike"

Diese Fahrräder sehen zwar futuristisch aus, sind aber leider nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Es fehlt die Beleuchtung, inklusive Dynamo und Reflektoren an den Reifen. Warum werden derartige E-Bikes produziert, wenn man damit nicht auf der Straße fahren darf? Bei den genannten Preisen kann man doch eine komplette Ausstattung erwarten. Oder?

Burghard Dziekan

Vernünftig einbinden

24. April: "Schulprotest gegen Senatsplan"

Ein multiprofessionelles Team aus Lehrern, Sonderpädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden und anderen Fachleuten der Kinder- und Jugendhilfe braucht man nicht nur für die Inklusion, sondern eigentlich für jede Ganztagsschule, wenn sie vernünftig aufgestellt sein soll. Denn nur dann kann man individuell auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen. Schon jetzt hakt es allerorten, weil das Lehrerarbeitszeitmodell diese Kooperationszeiten einfach nicht hergibt. Entweder leidet dann der engagierte Lehrer oder der Unterricht oder die Kinder. Zufriedenheit bringt es jedenfalls nicht. Lehrer und Lehrerinnen sind keine Eier legenden Wollmilchsäue. Müssen sie auch nicht, weil es die entsprechenden Fachleute ja gibt. Man muss sie nur vernünftig einbinden.

Claudia Wackendorff

Keine Alternativen

24. April: "Rahlstedts kleines Kaufhaus schließt. Hamburg verliert seine kleinen Geschäfte"

Warum sollte man am Wochenende zum Shopping nach Düsseldorf, München oder Hamburg fahren? Warum vom AEZ in Poppenbüttel in die Innenstadt? Die Wege lohnen sich nicht mehr, weil überall dieselbe Monokultur herrscht. Die scheint von einem Großteil der Verbraucher so gewollt zu sein. Denn wo alle hingehen, da muss es ja gut sein. Schwarmintelligenz nennt man das heute. Die Kunden werden sich eines Tages noch wundern, wenn sie keine Alternativen mehr haben und jeden Preis und jedes Sortiment akzeptieren müssen.

Rainer Hüls

Immer hässlicher

Leider wohne ich nicht mehr in Rahlstedt, aber mir tut es sehr leid, dass das Kaufhaus Möller nach so langer Zeit schließen muss. Ich habe dort sehr gerne eingekauft. Aber warum müssen wegen der Schließung gleich zwei alte Häuser abgerissen werden und durch einen langweiligen Klotz ersetzt werden? In meiner Kindheit war der Rahlstedter Stadtkern ein sehr schöner Ort zum Verweilen. Der alte Bahnhof ist schon zum Opfer gefallen. Rahlstedt wird immer hässlicher. Sehr schade.

Udo Krüger

Nicht zu spät

Als alter Rahlstedter Bürger rufe ich alle auf, das Kaufhaus Möller nicht sterben zu lassen. In zahlreichen Fällen hat es durch seine Vielfalt und Kundenfreundlichkeit nicht nur den Rahlstedtern geholfen. Diese Institution muss gerettet werden. Der Staat hilft doch in so vielen Krisenfällen, warum hier nicht? Senat, Bezirksamt Wandsbek und andere Stellen sind nun schnell gefordert, bevor Lebensqualität verloren geht. Noch ist es nicht zu spät.

Peter Tiede

Nicht von ungefähr

23. April: "Altonas Wirte wehren sich gegen schärfere Regeln für die Außengastronomie"

Ob 1,50 Meter oder 2,00 Meter, die in Hamburg geforderte Mindestbreite für Fußgänger neben Sondernutzungen ist in Straßen mit einem stärkeren Fußgängerverkehrsaufkommen ein Witz. In Berlin würde man angesichts solcher Voraussetzungen wohl eher darüber diskutieren, ob vier, fünf oder sechs Meter angemessen seien, wie es die fachlich fundierten Empfehlungen von Experten nahelegen. Hier jedoch haben jahrzehntelang andauernde Eingriffe der Bezirkspolitiker zu einem vollständigen Verlust der Maßstäbe geführt. Und so kommt es wohl nicht von ungefähr, wenn anstelle kompetenter Inspektoren, die ihr Ermessen unter Berücksichtigung der "Globalrichtlinie Sondernutzung" des Senats und unter strenger Beobachtung des Verwaltungsgerichts ausüben, inkompetente Ausschüsse und die Wirte via Bürgerbegehren gleich selbst entscheiden.

Dr. Frank Bokelmann

Schlechte Bedingungen

19. April: "Hamburger Sternekoch Heinz Otto Wehmann: 'Unser Beruf wirkt wenig attraktiv'"

Als Gewerkschafter begrüße ich es sehr, dass Herr Wehmann seiner sozialen Verantwortung nachkommt und in seinem Restaurant zu vernünftigen Bedingungen ausbildet. Wenn er allerdings darüber klagt, dass Jungköche kein Schokoladenmousse aufschlagen können oder kein Teamverständnis an den Tag legen, muss ich sagen, das sind Dinge, die in einer Ausbildung vermittelt werden sollten. Hier stellt sich also die Frage nach der Ausbildungsqualität in manchen Betrieben und ob einigen Unternehmen nicht die Ausbildungseignung entzogen werden müsste. Im Ausbildungsreport haben wir festgestellt, dass viele Ausbildungsverhältnisse von angehenden Köchen vorzeitig gelöst werden. Schuld daran ist meistens nicht der mangelnde "Biss" der Azubis, sondern die Bedingungen. Zu viele Überstunden, kein Freizeitausgleich, teilweise geringe Bezahlung und vor allem die mangelhafte Vermittlung von Ausbildungsinhalten.

Uwe Grund, DGB-Vorsitzender Hamburg

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg

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