Leserbriefe
Dialog mit dem Leser
11.04.12

Briefe an die Redaktion: 11. April 2012

Keine Alternative

10. April: "Jetzt auch Dieze - jede zweite Kneipe dicht. Zahl der Gaststätten ist seit 2001 von 1500 auf 748 gesunken"

Wieder einmal wird hier versucht, ein angebliches Kneipensterben dem Nichtraucherschutzgesetz anzulasten. Bestes Beispiel, dass dies nicht der Grund sein kann, ist Bayern mit dem konsequentesten Nichtraucherschutzgesetz in Deutschland. Leider wurde in dem Artikel auch nicht berichtet, dass an fast jedem Ort, wo eine Kneipe geschlossen wurde, ein neuer, zeitgemäßer Gastrobetrieb eröffnet wurde. Von Arbeitsplatzvernichtung kann daher überhaupt nicht die Rede sein. Die Zeiten, dass ein Wirt nur Bierzapfer war, ist lange vorbei. Kreativität und Weitsicht sind auch hier gefragt und nicht das Festhalten an alten Zöpfen und an alter Kundschaft. Auch wenn es hart ist, aber wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, und es gibt langfristig keine Alternative zu einem einheitlichen und konsequenten Nichtraucherschutz ohne jegliche Ausnahmen.

Dave Berg

Nicht richtig fröhlich

7. April: "Der Mann fürs Große. Heribert Leutner baut die Elbphilharmonie"

Der Bau der Elbphilharmonie, auch nur ein Job für Herrn Heribert Leutner? Früher wäre so etwas knallharte Arbeit gewesen. Bei der Lektüre der Story drängte sich mir immer wieder der Begriff "Viel-Geld-Disharmonie" auf. Irgendwie sieht sie ja auch nicht so richtig fröhlich aus, mit den traurigen Tränensack-Fenstern.

Rudolf Alert

Hohe Verantwortung

7. April: "Mehr Kraft für die Hobby-Skipper. 15 PS für führerscheinfreie Boote"

Ein 15-PS-Motor an einem kleinen Sportboot kann zu einem lebensgefährlichen Geschoss werden, denn auf dem Wasser kann man nicht bremsen. Eine eventuell angedachte Überprüfung des Alters des Bootsführers oder der Bootsgeschwindigkeit durch die Wasserschutzpolizei ist technisch und aus Kostengründen nicht möglich. Das Führen eines Sportbootes ist mit einer hohen Verantwortung verbunden, und die kann nur jemand übernehmen, wer sich der Gefahren auf dem Wasser bewusst ist. Dieses sehr umfangreiche Wissen kann nur mit einer entsprechenden Unterweisung und späteren Abfrage, ob das Gelehrte auch wirklich verstanden wurde, vermittelt werden. Wie wäre es denn mit einer Straßenfahrerlaubnis für Zwölfjährige? Die können doch auch schon über das Lenkrad gucken.

Sepp Holzmeier

Gefühl entwickeln

Ade geruhsamer Hausbooturlaub. Neue Impulse für die Sportschifffahrt mit 15 PS ohne Führerschein. Wie die aussehen, ist zum Thema Straßenverkehr im Hamburger Abendblatt gut nachlesbar: "Der Stärkere setzt sich hier rücksichtslos durch." Schon jetzt werden Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Schaden der Pflanzen und Tiere im Uferbereich bedenkenlos überschritten. Und die Konsequenz des fehlenden Führerscheins kann man auch heute schon bei nur fünf PS an beschädigten Schleusentoren gut ablesen. Man muss eben erst ein Gefühl für das Steuern eines Bootes entwickeln und dieses erlernen. Fällt den Damen und Herren von CDU/CSU und FDP nichts anderes ein, als wirtschaftliche Interessen zu bedienen und freie Fahrt für freie Bürger zu propagieren?

Michaela Mosteller

Interessante Alternative

7. April: "Das Alte Land lockt immer mehr Gäste"

In der Osterausgabe wird über das Alte Land berichtet und der Tipp gegeben, mit der Schulau-Lühe-Fähre und dem Rad einen Ausflug zu unternehmen. Nun ist der lange und umständliche Weg aus Hamburg über Wedel für Hamburger und Touristen gleichermaßen mühsam und wenig attraktiv. Gibt es keine Alternative? Doch, zumindest noch. Die Hadag fährt ab St.-Pauli-Landungsbrücken über Schulau zur Lühe/Altes Land und weiter nach Stadersand. Leider tut sie das nur noch mit stark eingeschränktem Fahrplan und nach einer in diesem Jahr in Kraft getretenen exorbitanten Fahrpreisanhebung. Das ist nicht mehr oder weniger als das Sterbeglöckchen für diese außerordentlich traditionsreiche Verbindung in das hoch attraktive Alte Land. Von einer Stadt wie Hamburg sollte man schlicht erwarten können, dass man die Elbe ein wenig bereisen kann.

Michael Brinkmann

Mut bewiesen

4. April: "Ausland zwingt Senioren zu Fahrtest. Deutschland diskutiert noch"

Als Betroffener und 75 Jahre alter tätiger Fahrlehrer aller Klassen habe ich mit großem Interesse den Artikel gelesen. Ihnen gebührt angesichts der Tatsache, dass die eigentlich geforderte Politik sich nicht traut, das Thema endlich ohne Verweise auf die angeblich so positiven Unfallbilanzen Älterer zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger anzupacken, großer Dank. Sie haben den Mut bewiesen, der den großen Automobilverbänden und Parteien, die ja um den Bestand ihrer Mitglieder fürchten, in dieser Sache seit Jahren abgeht. Bei meinen eigenen Aktivitäten erhalte ich regelmäßig die nachfolgenden Rückmeldungen: Ein festes Führerscheinabgabedatum ist Unsinn. Gegen regelmäßige Sehtests und ärztliche Untersuchungen, die es ja schon viele Jahre bei Lkw- und Busfahrern gibt, gibt es keine Einwände. Das Merkblatt zur Sache findet volle Zustimmung.

Hans-Detlef Engel

Gelähmte Zunge

5. April: "Was muss gesagt werden? Günter Grass erregt Anstoß mit seinem Gedicht über Israels Iran-Politik"

In den mahnenden Worten des Günter Grass erkenne ich nichts Falsches. Zu lange lähmte eine von Schuldgefühlen geprägte Zurückhaltung gegenüber der fortdauernden häppchenweisen Landnahme Israels in Palästina unsere Zunge. Ohne Zweifel sind wir Erben der deutschen Schuld den Juden in besonderem Maße verpflichtet. Aber diese Schuld auf Kosten der Palästinenser abzutragen ist erbärmlich. Und jetzt immer noch zu schweigen, angesichts der erkennbaren Gefahr eines unabwägbaren Kriegs, in den auch wir durch die Nato mit hineingezogen würden, ist verantwortungslos.

Robert Schomacker

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Weitere Briefe auf www.abendblatt.de

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