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Leserbriefe

Volksinitiative der Jungen Union

Alkoholverbot in der Bahn

Das Problem ist nicht das Alkoholverbot im HVV, sondern der sich ausweitende Alkoholismus in unserer Gesellschaft. Dazu gehört die Weigerung vieler Menschen, sich ihre Abhängigkeit / Sucht einzugestehen. Einer Sucht zu unterliegen hat auch nichts mit Freiheit zu tun, daher kann ein Verbot durch den HVV keine Bevormundung sein, sondern ist eine Maßnahme im Zshg. mit dem Hausrecht. Die Behauptung, man könne sofort aufhören wenn man es wolle, zieht nicht und ist nur eine billige Ausrede. Dass sich Veronika Faltermeier vom RCDS für öffentlichen Alkoholkonsum in Bussen und Bahnen ausspricht, obwohl sie als Medizinstudentin vermutlich selbst gar keinen Alkohol trinkt, macht sie zu einer Förderin des Alkoholkonsums. Außerdem bedient sie sich Alkoholabhängiger, um sich zu profilieren, aber ihre Kampagne gelangt zum politischen Eigentor.

Ulrich Weiß

Zugegeben: Kritik wertet auf – und Diskussionen um Scheinthemen führen zu Unrecht in die Schlagzeilen – aber das musste wirklich nicht sein! Die jungen Parteiorganisationen, plötzlich einig wie die Blockflöten, suchen verzweifelt ein Thema und finden eins. Die Bevormundung, ausgemacht im Alkoholverbot im HVV. Als regelmäßiger HVV-Benutzer sieht man und frau die Plakate der „Alkohol-Kenn-Dein-Limit“-Aktion an den U- und S-Bahn-Stationen. Daneben nicht etwa die entspannten Geniesser des „Feierabendbiers“ (der Begriff wurde vermutlich dem wirklich wahren Leben entlehnt…), sondern in der Vergangenheit viel zu häufig desorientierte, berauschte und angetrunken pöbelnde Mitreisende, die Angst, Besorgnis und manchmal Ekel verbreiten. Man / frau sieht aber auch Kinder und Jugendliche die diesen Widerspruch täglich in sich aufnehmen. Mal weitergedacht: Um der angeblichen Bevormundung entgegenzuwirken, sollte die Junge Union auch das Rauchverbot angehen etc.etc. Liebe Parteien: Wie steht es denn um die Freiheit der anderen, die gerne einfach nur nüchtern HVV-Fahren möchten? Eine engagierte Aktion dieser Art hätte ich mir zum Thema Euro-Rettungsschirm viel sehnlicher gewünscht!

Joachim Scholz

Da hatte man doch schon fast vergessen, dass es die" jungen Wilden" der etablierten Parteien überhaupt noch gibt und nun melden sie sich mit einem wirklich wichtigen Thema hochprozentig zurück. Das berufstätige Hamburger ihr Feierabendbier zu mitternächtlicher Stunde in schmuddeligen U-oder S-Bahnwagen inmitten durch die Gegend rollender Dosen und Flaschen genießen wollen, darf bezweifelt werden. Dass Jahr für Jahr viele junge (und auch ältere) Leute durch Alkohol Schaden nehmen ist allerdings eine Tatsache, die auch der Parteinachwuchs zur Kenntnis nehmen sollte. In diesem Zusammenhang den Begriff "Volksentscheid" ins Spiel zu bringen ist nicht nur absurd, es zeugt auch von mangelndem Bewusssein für echte Probleme oder einfach nur von Langeweile.

Reinhard Krökel

Ein Vorschlag zur Güte: Man könnte die neue Station doch "Chicago-Station" nennen. Dann könnte man vielen gerecht werden. 1. Der Partnerstadt Chicago. 2. Der deutsch liebende Bürger könnte es "Stazion" aussprechen. 3. Der englisch liebende könnte es "Stayschen" aussprechen und alles ist gut.

Holger Spremberg

Der Vorschlag "Chicago Square" weißt nicht auf die Weltläufigkeit derjenigen hin, die die Idee hatten, sondern auf ihre aufgeblasene Eitelkeit. Wie peinlich wirken oft auf Englisch gehaltene Vorträge von Wissenschaftlern,Witschaftlern, Politikern und anderen hochgestellten Persönlichkeiten, deren Ansehen wahrhaftig eher leidet, wenn man sie sprechen hört. Wie gut, dass ich zu diesem Thema im Hamburger Abendblatt lese. Ich habe mich in der Vergangenheit zum Beispiel maßlos darüber geärgert, dass am Hauptbahnhof die Fahrkartenschalter als "Counter" bezeichnet wurden. (Auch)ich habe seinerzeit schriftlich protestiert. Diese Sprachregelung wurde inzwischen von der Bahn zurückgenommen. Und das Lustigste ist, dass sich oft herausstellt, dass diejenigen, die mit einigen englischen Brocken vermitteln wollen, wie "cool" sie sind, nicht einmal die verwendeten englischen Wörter zu übersetzen vermögen.

Roland Geck

Solange saufender, schwarzfahrender gewaltbereiter Pöbel aus "Gründen der Deeskalierung" unbehelligt Fahrgäste tyrannisieren darf und sogar von Polizei und Sicherheitskräften in S- und U-Bahn gedrängt wird, anstatt die Mitfahrt gemäß Beförderungsbedingungen zu verweigern, während Pendlern, die oft über eine Stunde in HVV-Verkehrsmitteln unterwegs sein müssen, für einen Schluck Feierabendbier ohne Belästigung anderer nach dem Zufallsprinzip willkürlich manchmal 40€ Strafe abgeknöpft werden, hat das Alkoholverbot wohl mehr als nur einen "Webfehler".

Walter Greiffenberger

Es ist schon erstaunlich, mit welchen Themen sich der politische Nachwuchs beschäftigt. Gibt es nichts wichtigeres, womit eine Bürgerinitiative sinnvoller für die Gemeinschaft eintreten kann? Es ist doch festzustellen, dass seit dem Alkoholverbot die Abteile wesentlich sauberer, und die lallenden, nach Alkohol riechenden Personen fast „ausgestorben“ sind. Wenn jemand , der kurze Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbringt, nicht auf Alkohol verzichten will, kann man hier doch schon von Suchtverhalten sprechen. Hier sollten die jungen Politiker mit gutem Beispiel vorangehen, an die mitreisenden Kinder denken, und auf die Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums aufklären, und nicht das „Feierabendbier“ auch noch verherrlichen.

Michael Kummer

Endlich eine Initative, die sich gegen den immer weiter ums sich greifenden Verbotsstaat stellt. Stichwort Leben und Leben Lassen. Um auffällige Personen den Verkehrsmitteln zu verweisen bedarf es keines Alkoholverbots sondern einer konsequenten Durchsetzung der Beförderungsbedingungen des HVV. Hier hapert es.

Dirk Maier

Wir haben am Abendbrotstisch über das Ansinnen der Jungen Union diskutiert, das erst seit kurzem geltende Alkoholverbot in Bussen und Bahnen des HVV wieder zu kippen. Wenn man sich die Herrschaften auf dem Foto so anschaut, wie sie einem zeigen, was für sie im Leben offenbar wichtig ist - es fehlen einem die Worte. Sparen wir uns den wohl vergeblichen Versuch, ihnen nahezubringen, dass das Verbot für uns in kurzer Zeit bereits spürbare Verbesserungen gebracht hat. Und wem es nicht reicht, das es zu vorgerückter Stunde zumindest subjektiv entspannter in Bussen und Bahnen zugeht, dem sei gesagt, das allein schon der Geruch von Bier (oder auch anderen Alkoholika) außer für den Konsumenten für eine vielzahl Fahrgäste wahrlich kein Hochgenuss ist - egal, zu welcher Zeit man mit dem ÖPNV unterwegs ist und egal, ob die betreffende Person friedlich ist. Die Nutzung des ÖPNV ist in Hamburg mit dem Verbot angenehmer geworden und wir werden unsere Stimme geben, damit es bestehen bleibt! Wem wir bei politischen Wahlen unsere Stimmen geben, werden wir noch sehr viel genauer prüfen. Ein paar der möglichen künftigen Politiker haben sich aber für uns schon jetzt disqualifiziert. Eine Anmerkung noch abschließend: uns hat erschreckt, wie affin unsere Gesellschaft (und insbesondere die jungen Leute) zum Alkoholkonsum offenbar inzwischen ist. Wohin wird die Reise führen, wenn so ein Thema die Politik in der Art bestimmt? Wer wird dann die wirklich wichtigen Themen wie bewegen?

Familie Clausen

Hat die Junge Union jetzt so schlechte Mitgliederzahlen bzw. so wenig Zulauf, dass sie mit einer Unterschriftenliste gegen das Alkoholverbot versucht neue Sympathisanten zu werben? In meinen Augen gibt es weitaus wichtigere Themen mit denen sich Hamburgs Politiker auseinandersetzen sollten und bei denen sie Ihre Kompetenz unser Beweis stellen sollten.

Katrin Köster

Wer im Öffentlichen Nahverkehr (die weitesten Endpunkte der S-Bahn liegen z.B. maximal 60-70 Minuten auseinander) nicht auf Alkoholika verzichten kann, erweckt den Eindruck er benötige ihn unbedingt. Denn wenn er Durst haben sollte, kann er ja ein alkoholfreies Getränk zu sich nehmen. Das ist ja durchaus gestattet. Selten habe ich jemanden in S- oder U-Bahn essen sehen, wohl aber mit der Bierflasche oder sogar härteren Getärnken (freitags!) am Hals. Dass sich die Jugendorganisationen mehrerer Parteien für die Aufhebung des Verbots aussprechen, erscheint mir reiner Populismus gegenüber Gleichaltrigen zu sein. Wenn es zu seiner Abstimmung kommen sollte, bin ich mir ziemlich sicher, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für die Beibehaltung des Verbots sein wird.

Hans-Günter Schmidt

Ist die heutige " arme " Jugend bereits so stark der Sucht ( Alkohol / Drogen ) verfallen, dass Bahn und Busse als öffentliche Kneipen fungieren müssen ? Unverständlich ist, dass ausgerechnet eine Medizinstudentin als Mitinitiatorin das Alkoholverbot kippen will. Hat diese junge Frau schon einmal auf einer Station für Sucht-/Alkoholkranke praktische Erfahrungen gesammelt..., das ist dringend zu empfehlen ! Jedem erwachsenen Menschen ist sein " Feierabendbier / Wein etc." zu Hause oder in jeder Schankwirtschaft zu gönnen. Öffentliche Verkehrsmittel sind jedoch lediglich der Personenbeförderung vorbehalten und viele hart arbeitende Menschen möchten eine Heimfahrt in Ruhe und ohne Belästigung durch Lärm oder Alkoholorgien erleben.Ebenso ältere Personen, die aus Angst vor Repressalien abends kaum noch Bus oder Bahn benutzen mögen !

Eleonore u. Klaus Hellberg

Das ist ja mal ganz was Neues. Die JU als möchtegern-Protestler ..... Ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln ist aus guten Gründen in vielen anderen Ländern schon längst eine Selbstverstänlichkeit. Und jetzt sehen mal wieder einige Neunmalkluge die Demokratie in Gefahr. So ein Volksentscheid kostet auch wieder viel Geld. Die Initiatoren dieser Aktion leiden offensichtlich unter dem Mangel an sinnvoller Beschäftigung !

B. Giertz

Wenn es nur um das Feierabendbier geht, auf das die jungen Polit-Saufköppe nicht die halbe oder Dreiviertelstunde warten mögen, die sie für den Heimweg brauchen, könnte man - vorausgesetzt, das angestrebte Volksbegehren hat Erfolg - das Alkoholverbot für die Zeit des Feierabendverkehrs aufheben. Oder man führt, so wie es früher Raucherwagons oder -abteile gab, in U- und S-Bahn Saufwagons mit.

Hans-Otto Schulze

Ich bin erschüttert über diese vollkommen egoistische Darstellung von jungen Leuten, die sehr polemisch nur eine Seite der Medaille betrachen. Es ist wie mit den Rauchern, die fordern, dass ein Nichtraucher für Sie Verständnis zeigt, aber auf der anderen Seite zum Mitrauchen gezwungen wird. Wer ständig pendelt, weiss, dass das eigentliche Problem nicht das "Feierabend-Bier" ist. Es sind die ständigen Angetrunkenen, die teilweise pöbeln oder mit dem Aloholgeruch sowohl den Weg zur als auch von der Arbeit vermiesen. Was ich aber erschreckend finde, im Rahmen dieser neuen Diskussion, ist diese Rücksichtslosigkeit auf Familien / Kinder. Wie oft erlebt man es, dass Alkohol getrunken wird, kleine Kinder in der Nähe sind und schon einschätzen können, was da getrunken wird. Das Bild, dass hier die "Vorbilder" abliefern, ist peinlich. Aber auch ein ganz anderer Faktor ärgert den Pendler. Die angeblich so geringe Zahl der entdeckten Sünder lässt sich schnell relativieren, wenn man sowohl im Metronom als auch im HVV die Gespräche mancher vermeintlich Erwachsenen mitbekommt, die stolz erzählen, in welche neutralen Gefäße der Alkohol umgefüllt wird, um die Kontrollen auszutricksen. Trotzdem hat sich schon seit langer Zeit ein erheblicher Qualitäts-Anstieg auch in Richung Sauberkeit beim Metronom zum Vorbild für den HVV entwickelt - und ist in kürzester Zeit spürbar bei der Nutzung meiner S-Bahn Verbindung. Hoffentlich müssen hier nicht ein vielfaches an Pendlern unter der Meinungsbildung einer politischen Minderheit wieder zurück in die Steinzeit gehen, aus der wir uns soeben sozial weiter entwickelt hatten...

Peter Meier

Ungläubig habe ich heute die Überschrift gelesen. Hier will wieder einmal eine Minderheit ihre unverschämten Interessen gegen die Mehrheit der HVV Fahrgäste durchsetzen. Leider typisch für die heutige Zeit. Und was heißt eigentlich "Feierabendbier" ich sehe immer nur grölende Gruppen junger Leute hauptsächlich nach Sportveranstaltungen Alkohol trinken und die übrigen Fahrgäste bepöbeln. Gerade von der Union hätte ich erwartet, dass Rücksichtnahme auf andere eine Selbstverständlichkeit wäre.

Jürgen Schröder

Wie können unseren politischen Parteien nahe Stehenden eine Initiative anregen, die das so nützliche Alkoholverbot in Bussen und Bahnen kippen wollen. Denkt man nur einen Augenblick über das mit dem Alkohol verbundene Leid, die Verletzungen und den Tod in der Familie, im Straßenverkehr und sonst in der Öffentlichkeit nach, denkt man an den Schmutz der Bierlachen und des Erbrochenen in den Bahnen, die dann vom Reinigungspersonal entfernt werden müssen, denkt man an die zwei Millionen vom Alkohol abhängiger Menschen in Deutschland, dann kann man sich über soviel Ignoranz nur wundern. Haben sie alle Berichte über Belästigungen von Unbeteiligten in Bussen und Bahnen durch alkoholisierte Personen, die regelmäßig in den Medien verbreitet werden, nicht gelesen, oder berührt sie das überhaupt nicht. Denken sie vielleicht nur an wirtschaftliche Interessen?

Dr. Klaus Reiber

Die Junge Union endeckt ihr Herz für das gemütliche Feierabendbierchen in ungemütlichen Bahnen und Bussen. GAL und Jungliberale wollen sich da nicht lumpen lassen und sind mit von der Partie. Die Initiative kann ja garnicht misslingen, wenn sogar eine Studentin der Medizin dabei ist. Nun nur noch einen Studenten/in der Pharmazie aktivieren und dann: Prösterchen, wegen Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.

Hans-Emil Schuster

 

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