Der Euro-Krimi
Ist Griechenland zu retten?
Was für ein Trauerspiel! Wann endlich werden die Ultrareichen , die immer noch täglich ihr Geld außer Landes schaffen, zur Kasse gebeten ?
Dietmar Reisig
Steuerhinterziehung, Korruption und Kapitalflucht. Die reichen Griechen haben ihre Vermögen längst gesichert (Schweiz etc.) und das Volk soll "bluten". Insofern habe ich Verständnis für die Demonstranten und das Ergebnis des Referendum kann z.Zt. nur negativ ausfallen. Das bedeutet, daß neu verhandelt werden muß; denn die Griechen werden nicht aus der Euro-Zone austreten, so dumm sind sie nicht. Man muß eine Paketlösung anstreben, indem man Griechenland den Austritt aus der Euro-Zone "versüßt". Das kann auf den ersten Blick teuer werden, aber das Problem wäre dann gelöst und es ist immer noch besser als Transferzahlungen ohne Ende.
Reinhard von Kamptz
Der Ministerpräsident Giorgos Papandreou ist ein vorzüglicher Spieler. Erst wird ein Schuldenberg mit drei familiären Ministerpräsidenten gleichen Namens aufgebaut, mit dem Griechenland beim Eintritt in die EU schonPleite war und nur durch eine geschönten Bilanz ermöglicht wurde. Nachdem nun die EU sich bereit erklärt hat nur unter Auflage den Griechen bei der Tilgung der Schulden zu helfen, wobei diese über einen 50 Prozentigen Schuldenschnitt erolgen sollte, hat letzteres nicht Herrn Papandreou genügt. Er hätte es sicher gern gesehen wenn die EU den Griechen sämtliche Schulden bezahlt bzw. erlassen hätte. Sollte die Volksabstimmung zum Nachteil der EU ausgehen wäre Griechland Pleite und könnte aus der EU austreten. Sämtliche bis dahin von der EU zum Lebenserhalt Griechenlands geleisteten Zahlungen wären dann unwiederbringlich verloren. Griechenland könnte dann wieder schuldenfrei, unter Nutzung der bisher eingegangen Reformen zum Schuldenabbau, von vorn anfangen. Alle privaten Gläubiger, die EZB und damit die EU, könnten mit den wertlos gewordenen griechischen Schuldverschreibungen sich die Büroräume tapezieren. Damit wäre allerdings auch die wirtschaftliche Glaubwürdigkeit der Griechen erloschen. Keine Bank und kein Land würde jemals wieder griechische Anleihen zeichnen oder kaufen oder dem Land Geld leihen. Aber das würde dann Herrn Papandreou nicht mehr interessieren, denn dann würde sicherlich der Clan der Karamlansis wieder regieren.
Gotthard Kalkbrenner
Ich bin kein großer Freund von Referenden. Angesichts des bisherigen Verhaltens der griechischen Öffentlichkeit und angesichts des dort nunmehr beschlossenen Referendums platzt mir nun aber doch der Kragen: Wie auch immer Griechenland demnächst per Referendum über das fortgesetzte (!) Hilfsangebot Europas entscheidet: Es ist nunmehr überfällig, auch in Deutschland ein Referendum darüber abzuhalten, ob die Steuerzahler hierzulande noch bereit sind, weiteres Steuergeld hinter gutem Geld herzuwerfen. Bei der Gelegenheit könnte auch gleich mit zur Abstimmung gestellt werden, ob unsere politische „Elite“ so in Sachen Europa/Euro weitermachen soll, oder ob ihr empfohlen werden sollte, endlich ihr loses Mund- und Handwerk und ihren nachhaltigen Dillettan-tismus (Prüfung der EU-Zutrittskriterien, korrekte Buchführung, Schuldenabbau, und – und – und) endlich einzustellen zugunsten solider Arbeit, die transparent und zukunftsfähig ist. Vor allem in Sachen Europa sollte endlich Schluss sein mit der Entmündigung der Bürger dieses Landes sein.
Dr. Enno Dreppenstedt
Die Griechen haben Europa und die Demokratie erfunden. Nun können die Griechen ganz demokratisch den Ausstieg aus Europa "erfinden".
H. Peter Bauer
Papandreou ein Spieler ? Das ist er ganz gewiss nicht. Die Spieler sind Frau Merkel und Herr Sarkozy nebst Anhang, die sich mit immer höheren Einsätzen um Kopf und Kragen hasardieren , in der Verzweiflung der grosse Schlag muss kommen. Das Casino ist Griechenland und der Saalchef Herr Papandreou, der genau weiss, dass seine Euro-Rettungsclientel nie aufgeben wird und immer weiter spielen wird.Bis zum rien ne va plus; dann aber für alle, Spieler und Casino.
Hans-Emil Schuster
Die vom griechischen Ministerpräsidenten Papandreou jetzt ins Spiel gebrachte Volksabstimmung ist nicht, wie manche glauben, eine plötzliche demokratische Anwandlung, sondern ein neuer Winkelzug der von ihm vom Krisenanfang an verfolgten Hinhaltetaktik. Weitere Karten, die er in Verfolgung dieser Hinhaltetaktik noch aus dem Ärmel ziehen könnte, wären z. B. sein Rücktritt oder Neuwahlen. Ziel seiner Taktik ist es, die Europäer daran zu gewöhnen, dass sie Griechenland auf unabsehbare Zeit alimentieren, auch ohne dass ihre Forderungen und Bedingungen von Griechenland erfüllt werden. Gelingt dies nicht, so kann Papandreou mit dieser Taktik aber zumindest die Stunde der Wahrheit, d. h. die notwendige Wiedereinführung einer eigenen Währung, hinausschieben. Merkozy wären gut beraten, diesem Schrecken ohne Ende endlich ein Ende zu bereiten, dessen Schrecken (der Austritt Griechenlands aus der Eurozone) wohl gar nicht so schrecklich wäre. Vor allem würden sie damit einen Präzedenzfall von heilsamer Ausstrahlung schaffen und zum ersten Mal wirklich etwas für die Rettung des Euro (statt der Banken und Griechenlands Eurozonenmitgliedschaft) tun.
Dierk Lübbers
Herr Bräuninger vom HWWI konstatiert, dass mit Wiedereinführung der Drachme „die Unternehmen und Privatleute ihr Kapital“ verlören. Das trifft hinsichtlich des Geldkapitals der Unternehmen vielleicht zu, nicht aber für das Produktionskapital im gewerblich-industriellen Bereich, auch nicht für die wichtigste Branche, den Tourismus. Denn wie die Produktionsmittel wären auch Grundstücke, Hotelanlagen und das in sonstige touristische Attraktionen investierte Kapital nicht betroffen, im Gegenteil: Eine niedrige Drachme würde griechische Produkte in Europa billiger werden lassen, und die (deutschen) Touristen könnten in Griechenland ’Schnäppchen-Highlights’ ergattern, also Devisen bringen. Leidtragende sind jedoch die griechischen Arbeitnehmer (Inflation), Rentner (ausgeplünderte Rentenkassen) und Kleinanleger (wertlose Sparbücher) – same procedure as every time? Klar doch, wie immer!
Ulrich Reppenhagen
Tatsächlich kann Griechenland trotz aller Beteuerungen kein echtes Mitglied der Euro-Zone sein, denn, wie sich allerdings erst zu spät herausgestellt hat, hatte das Land die Aufnahmekriterien gar nicht erfüllt. Dies hat die europäische Politik leider nicht sehen wollen und will es auch noch nicht. Wäre Griechenland gleich nach Bekanntwerden seines Betruges wieder aus der Euro-Zone entlassen worden, hätte es das heutige Desaster mit Euro und Rettungsschirm nicht gegeben und die Märkte wären stabil geblieben - in Anerkennung, daß die europäische Politik handlungsfähig ist und mit Sündern hart ins Gericht geht. Dann wäre es an der Zeit gewesen, einen "Marshallplan" für Hellas aufzustellen um dessen Wirtschaft auf europäisches Niveau anzuheben - und beim Steuerinkasso Hilfestellung zu leisten. Die Chance ist nun vertan.
Gunter Alfke
Demokratie ist erstrebenswert und bleibt doch ein filigranes, politisches Gebilde. Sie macht sich unglaubwürdig, wenn die Mehrheit nicht mehr geachtet wird. Und die Mehrheit der EU hat Maßnahmen zur Rettung seines Mitglieds Griechenland unter gewissen Bedingungen beschlossen. Wenn dies von dem maroden Staat zum Schaden anderer Volkswirtschaften nicht akzeptiert oder verzögert wird, müssen ein deutliches Machtwort gesprochen und mutige Entscheidungen getroffen werden. Ansonsten wird die EU erpreßbar und macht sich auf der ganzen Welt zum Affen.
Christiane Mielck-Retzdorff
Das stümperhafte Taktieren unserer derzeitigen unfähigen Politiker mit den irrsinnigen Rettungsschirmen muss endlich ein Ende haben, bevor alle europäischen Länder bankrott sind. Griechenland kann nur gerettet werden, wenn es sofort den bereits bestehenden Staatsbankrott anerkennt und aus dem Euroraum austritt. Die wild spekulierenden Banken hätten dann mit Recht ihr falsch investiertes Geld verloren und Griechenland könnte einen Neubeginn ohne Schulden starten. Eine Volksabstimmung über die unsinnigen Rettungsschirme wäre auch bei uns angebracht, damit unseren unbedarften Politikern endlich das Handwerk gelegt wird. Dann kapieren sie endlich auch, dass eine Neuverschuldung von einer Billion Euro, die den Bankrott Europas nicht verhindert, sondern nur verschiebt, eine Eins mit 12 Nullen darstellt. Unsere zunehmend in Armut lebenden Mitbürger haben keinerlei Verständnis für diesen rechtswidrigen Missbrauch unserer Steuergelder.
Herbert Gaiser









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