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Leserbriefe

Baustopp

Problemfall Elbphilharmonie

Bereits vor Baubeginn meinte Ole von Beust, mit der Elbphilharmonie werde Hamburg ein Gebäude bekommen vom Rang der Oper in Sydney. Er wird Recht behalten - allerdings anders als er damals verstanden werden wollte. Wie die umstrittene Oper wird die Elbphilharmonie vor allem eines sein - auf Jahre ein Milliardengrab. Hamburg, ohnehin kein Ort der Musen, wäre auch noch einige Jahre mit der Musikhalle ausgekommen. Nicht auf die Verpackung - auf den Inhalt kommt es an.

Klaus Matthies

Wenn Großspurigkeit auf Habgier und Unfähigkeit trifft, ist das Ergebnis die Elbphilharmonie. Am Ende zahlt der Bürger/der Steuerzahler den Preis, ohne je eine Chance bekommen zu haben, Einfluß zu nehmen. Alles kommt erst im Nachhinein und auch nur scheibchenweise heraus. Dem muss ein Ende gesetzt werden. Das Rezept dafür ist Transparenz für den Bürger, von Beginn der Planung solcher Großprojekte an. Aber ich fürchte, die Politik ist zu feige, dem Bürger diese Chance auf eine bessere Freie und Hansestadt Hamburg zu ermöglichen, weil man die Gefahr sieht, dass die Unfähigkeit und deren Folgen zu früh an das Tageslicht geraten könnten.

Stephan Kahl

"Eigentlich kann man kann sich nur sowiel kaufen, wie im Spartopf ´drin ist, nur mit Steuergeldern ist das leider anders", erklärte ich meinem Sohn (8) die Problematik, als wir vor der Elbphilharmonie standen. Wochen später sah er das Gebäude wieder und rief: "Mama, ist das nicht das Haus, wo die nichts mehr in der Kasse hatten?!" Kinder an die Macht - hat auch schon Grönemeyer gesungen...

Britta Dörmer

Solange nicht die vielen ungelösten Probleme vor und in der Elbphilharmonie nicht geklärt sind, steht eine Fertigstellung nur in den Sternen.

Claus Bröcker

Die Elbphilharmonie ist eher als eine Elbdisharmonie zu bezeichnen. Was in der Astronomie ein Schwarzes Loch ist und alles verschlingt, ist für Hamburg die Elbphilharmonie. Sie verschlingt unsere Euros die woanders dringender gebraucht werden.

Dieter Sünboldt

Mehr und mehr erinnert die Elbphilharmonie an den Rathausbau zu Schilda. Nicht weil man die Fenster vergessen hätte, sondern halt nur das Konzept für deren Reinigung. Wo ist das Problem, verehrte Planer? Sollten die Fenster vor Schmutz dereinst erblinden, so fange man das Licht in Säcken ein und trage es kantapper in die ELB-VIEL-HER-MONEY hinein.

Johann Bures

Die Entstehungsgeschichte der Hamburger Elbphilharmonie hätte das Zeug für ein „running gag“ wäre es nicht so traurig und so teuer! Übrigens fällt mir passend zum Geschehen ein geflügeltes Wort aus Architektenkreisen ein: "Umbau ist Dummbau“ – da er letztendlich alles andere als kalkulierbar ist! Wie wahr! Die Risiken können ja so leicht auf den Bürger abgewälzt werden. Der normale Steuerzahler, der mit der Finanzierung belastet ist, wird sich eine künftige Eintrittskarte wohl nie leisten können und die Staatsdiener Hamburgs sind mit Gehaltsanpassungen unter der Inflationsrate und mit Streichung des Weihnachtsgeldes sogar recht einseitig an diesem Bau beteiligt! Diese Geringschätzung haben sie nicht verdient, sie ist nicht viel besser, als die zur Zeit so beklagte zunehmende Respektlosigkeit von Bürgern gegenüber Angestellten und Beamten als Vollstrecker politischer Entscheidungen in dieser Stadt.

Horst Mahl

Um Schlagzeilen zu produzieren hat man in Hamburg keine Not. Für einen normalen Bürger nicht ganz nachzuvollziehen was mit dem Bau der Elbphilharmonie alles geschieht. Wer so ein Objekt bauen will braucht doch sicher Planer und Planungen, wenn diese abgeschlossen sind kommt die Vergabe: Wenn dann der Bauherr, also die Stadt Hamburg, Änderungen möchte ist dieses zwar möglich, nur mit erheblichen Kosten verbunden. Dieser Werdegang scheint in Hamburg anders gelaufen zu sein, sonst ist eine Verteuerung um das vierfache des angenommenen Preises, oder 400 % nicht möglich. Dass die politischen Parteien sich jetzt gegenseitig die Schuld zuweisen ist ja in der Politik bekannt. Falls ein normaler Bürger diese Fehlplanungen machen würde, ist er pleite. Nur bei der Stadt findet man nicht mal einen Schuldigen und zu bezahlen hat es ohnehin die nachfolgende Generation. Zu bedauern ist allerdings, dass bei so einer gravierenden Fehlplanung nicht der erste Bürgermeister; Herr Scholz, diesen Bau zur Chefsache erklärt und Nägel mit Köpfen macht, offenbar sind für Ihn die Verteuerungen Peanuts oder? Nein Herr Scholz lässt dafür in der Presse erklären bei dem Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein Wahlhilfe für die SPD zu leisten, dafür hat er offenbar Zeit.

Fritz Timm

Warum sollte HochTief daran interessiert sein, die Elbphilharmonie in naher Zukunft fertig zu stellen. Das Geld fließt ganz nach Bedarf und der politisch ausgeübte Druck hat eher Symbolcharakter und wird durch den Geldfluss kompensiert. Da die auf staatlicher Seite beteiligten Personen nicht mit ihrem Privatvermögen haften müssen, wird sich auch deren Sorgen in Grenzen halten. Warum etwas ändern, was keinem weh tut.

Ronald A.F. Johst

a) Wer unterschreibt eigentlich solche Verträge wo nach belieben die Kosten erhöht werden können? b) Wiso ist Hochtief nicht in der Lage innerhalb von sieben Jahren (kann auch noch länger dauern) die Elbphilharminie zu bauen? c) Schlimm ist, dass sich alle gegenseitig die Schuld geben, und der Steuerzahler die Kosten trägt.

Helga Diezel

Möge der Baustopp für die nächsten Jahrzehnte andauern und diese Posse um Dilettantismus und Gigantomanie der Hamburger planenden ( kennen die diese Aufgabe wirklich ? ) Beamten und verantwortlich handelnder ( gibt es die noch? ) Politiker damit beendet werden . Der Bau sollte als unfertige Ruine und so als Mahnmal und Erinnerung und Gedenken an den früheren Hamburger " ehrbaren Kaufmann" - es gibt offensichtlich weder den " ehrbaren Beamten noch den ehrbaren Politiker"- erhalten bleiben. Da zählte das gesprochene Wort. Hier wurde offensichtlich völlig unausgegorene Planung von inkompetenten Politikern für ihr Vermächtnis als völlig überflüssiger Schuldenturm für die Nachwelt in einen grob mangelhaften Bauauftrag übertragen. Zu Recht verlangt die Baufirma bei derartiger Inkompetenz bei dem Vertragspartner Geld. Dem ein Ende setzen , das ist die Forderung des Tages. Ende mit dem Bau der überflüssigen Elbphilharmonie. Das viele Geld hätte schon lange woanders in viel notwendigere Maßnahmen gesteckt werden müssen. So hätte wohl der " Ehrbare Kaufmann " entschieden. Aber an den erinnert sich in Hamburg wohl kaum noch jemand.

Dr. Wilfried Krull

CAP SAN DIEGO - Guggenheim - Museum, Bilboa - Elbphilharmonie. Hier gibt es aus meiner Sicht einen Zusammenhang, der die Kritiker und Skeptiker vielleicht etwas milder stimmen könnte. Beim Kauf der CAP SAN DIEGO im Jahr 1986 nutzte der damalige Wirtschaftssenator Lange die Gunst der Stunde, es waren Senatsferien, also keine endlosen Debatten ob Ja oder Nein. Es mussten nur irgendwie 2,45 Mio DM für den Schrottwert und die Überführung aus Ostasien beschafft werden. Das gelang und der Senat stimmte dann am 11.9.1986 - sicherlich nach den Ferien noch nicht ganz auf der Höhe der Dinge - dem Kauf zu. Der Rechnungshof hat dann allen Beteiligten bei der Frage nach der Kosten.-Nutzenanalyse kräftig eingeschenkt und das war es dann auch. Heute sind alle stolz auf dieses, auch zum Wahrzeichen des Hafens gewordene Museumsschiff. Die Stadt Bilbao war eine kleine, graue und unbedeutende Hafenstadt am Golf von Biscaya. Man bewarb sich als Standort für das Guggenheim Museum, das der Architekt Gehry mit einem sehr spektakulären Gebäudekomplex dann 1997 fertigstellte. Dieses hatte zur Folge, dass schon während der Bauphase die Stadtverwaltung sich gezwungen sah, die gesamte Infrastruktur: Busse, Bahn , Strassen, Flughafen, Hotels zu erweitern oder neu zu errichten, um dem Besucherstrom Herr zu werden. Noch heute besuchen jährlich etwa 1 Mio Touristen die Stadt, nur um das Gebäude zu besichtigen. Ich meine das sollte im Hinblick auf die Elbphilharmonie auch einmal erwähnt sein. Vielleicht hilft es doch ein wenig optimistischer die Zeit nach der Fertigstellung abzuwarten- trotz der sicher schmerzlichen 500 MIO.

Bernd Zietlow

Man könnte über die neuen Skandale um die Elbphilharmonie lachen, wenn sie nicht das Geld von uns Steuerzahlern betreffen würden. Ich schlage als Notbremse vor, den Weiterbau und den Betrieb des Konzerthauses sofort in private Hände zu übergeben. Anstatt uns Bürger immer tiefer in die Tasche greifen zu lassen, wird der Senat zum symbolischen Preis bestimmt einen Investor finden (wie beim Opernhaus in Sydney, übrigens). Damit schreiben Hamburgs Bürger zwar Millionen in den Schornstein. Aber besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. So kann es jedenfalls nicht mehr weitergehen - handeln Sie, Herr Scholz! Über einen Abdruck würde ich mich freuen.

Wolf Achim Wiegand

Schaukämpfe. Nun werden die Arbeiten auch noch teilweise eingestellt. Nach Beobachtungen in der letzten Zeit wurde sowieso nur noch mit halber Kraft gearbeitet. Das war bestimmt witterungsbedingt. Dieser unmoderate Sommer mit niedrigen Temperaturen und starken Regengüssen trug nicht dazu bei, die Arbeitskräfte des Bauunternehmens zu besonderen Tätigkeiten zu animieren. Somit waren die nächsten Runden zwischen Bauherr und Bauunternehmen vorhersehbar. Höhere Kosten - längere Bauzeit. Sollten der Baufirma die Ideen ausgehen, ich habe noch welche. An diesem Baukomplex hat sich der Konzern Hochtief keine Lorbeeren erworben. Auf in die nächste Runde.

Jürgen Stauff

Es ist kaum zu glauben, mit welcher Ignoranz die Damen und Herren aus Politik, Behörden und ReGe bisher beim Bau der Elbphilharmonie (nicht) bei der Sache waren. Wie ist es möglich, dass ein Koordinator, gerade in Hinblick auf ständig steigende Kosten, bei der entsprechenden Behörde nicht den nötigen Druck machte, um eine schnelle und vorrangige Genehmigung zu erhalten. Offensichtlich wurde die Baubehörde wohl nicht mit eingesetzt. Hätte die nicht eher die Fehler in der Planung erkennen müssen? Schließlich weiß doch fast jeder Häuslebauer von der Pingeligkeit der Behörde zu berichten. Bei so vielen Pleiten und Pannen hat man das Gefühl, bisher arbeiteten nur verblödete Komiker - für viel Geld - an einem Projekt, das ihnen von vornherein drei Nummern zu groß war. Die Baufirma wird es weiterhin freuen, denn sie verdient kräftig daran.

Ronald Henftling

wer HOCH hinaus will, kann TIEF fallen. Es erinnert fatal an den Turmbau zu Babel. Sofortiger Baustopp, Alternativlösungen zur Nutzung des Gebäudes diskutieren und die für dieses Desaster verantwortlichen Politiker, Beamte und Manager von Hochtief strafrechtlich belangen. Und: Wer findet diesen hässlichen Klotz, der alles verschattet, schön? Die Verantwortlichen? Dafür zahle ich meine Steuern nicht.

Reinhard Kupfernagel

Also ehrlich: Macht die Bauruine Elbphilharmonie platt und stellt dort eine Achterbahn hin. Das kommt billiger und hat einen besseren Unterhaltungs- und Anziehungswert.

Hans J.Koch

Spektakulaere Bauten und eine Ouvertuere ohne Ende. Wer nur den Blick fuer das ganz Große hat und das Kleine aus den Augen verliert, der ist unfaehig des " Sehens ", dazu werden im Fall Elbphilharmonie Millionenbetraege der Steuerzahler verzockt, als sei es Spielgeld ! Die Verantwortlichen der Planung, Realisierung und Hochtief sind m.M. nicht in der Lage, neben Gigantismus auch die Realitaeten und Notwendigkeiten zu beruecksichtigen. Aber wer von diesen Herrschaften hat auch schon Ahnung vom "Fensterputzen"?

Ellen Hellberg

Die Horromeldungen über den Bau des neuen Hamburger Wahrzeichens Elbphilharmonie reißen nicht ab. Wenn ein Privatmann bei seinem Bau sich derartige Stümpereien leisten würde, wäre er längst insolvent. Inzwischen kostet dieses Jahrhundertbauwerk den Steuerzahler schon das Fünffache der ursprünglich geplanten Bausumme - und ein Ende ist nicht abzusehen. Man hat den Eindruck, dass sowohl auf Seiten des Bauherrn (der Stadt) aber auch des Ausführenden (Hochtief) nur Dilettanten am Werk sind. Es kann doch nicht sein, dass man vor etlichen Jahren um ein paar Millionen zu sparen heute ein Mehrfaches für das Reinigen der Fenster zahlen muss. Die für das Reingen der Fenster notwendige Befahrungsanlage ist bei entsprechenden Bauten längst Standard und hat sich allgemein bewährt, aber Hamburg musste ja, indem man die Reinigung von Fassadenkletterern durchführen lassen will, wieder etwas Besonderes haben und das Rad neu erfinden, was für ein Unsinn.

Helmut Jung

 

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