Studio Hamburg
Paula Kroh und Jonas Nay als Newcomer ausgezeichnet
Der Studio-Hamburg-Nachwuchspreis wurde zum 15. Mal verliehen. Neben Kroh und Nay wurde Dominik Graf mit dem Krimipreis ausgezeichnet.
Hamburg. Newcomer Jonas Nay, der im Fernsehfilm "Homevideo" ein Cybermobbing-Opfer spielte, räumt weiter Preise ab: Nach dem Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis ist der 21-jährige Lübecker auch Gewinner des Günter-Strack-Fernsehpreises. Unter den weiblichen Nominierten für die Trophäe, die jährlich im Rahmen der Studio-Hamburg-Nachwuchspreise vergeben wird, sicherte sich Paula Kroh den Sieg. Die aus Dresden stammende 16-Jährige überzeugte die Jury mit ihrer Darstellung eines behinderten Mädchens in der TV-Produktion "Inklusion – Gemeinsam Anders." Mit insgesamt 40.000 Euro sind die Studio-Hamburg-Nachwuchspreise dotiert, die es jährlich in mehreren Kategorien gibt.
Zur 15. Verleihung hatten die Veranstalter am Donnerstagabend rund 1000 Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik auf das Studiogelände geladen. Als Laudatoren kamen unter anderem die Schauspieler Peter Lohmeyer und Eva Mattes.
Neben den Nachwuchsauszeichnungen steht auf der Gala seit fünf Jahren auch die Verleihung des von der Hansestadt gestifteten Hamburger Krimipreises zu Ehren des 2007 gestorbenen Regisseurs Jürgen Roland auf dem Programm. Sieger diesmal: Dominik Graf für seine Regie beim "Polizeiruf 110 – Cassandras Warnung" mit Matthias Brandt, der am 21. August 2011 als erster Fall des neuen Münchner Ermittlers Hanns von Meuffels in der ARD lief.
Ausgezeichnete Jungschauspieler
Die Jury lobte Jungschauspieler Nay in einer Mitteilung für seine schauspielerische Reife, mit der er als Mobbing-Opfer "mutig und gestaltungsfreudig leise Töne und heitere Intermezzi genauso wie die Momente tiefster Verzweiflung" gemeistert habe. Seine Kollegin Kroh würdigten die Experten für ihren Nuancenreichtum, mit dem sie das im Rollstuhl sitzende Mädchen gespielt habe. "Mit jeder winzigen Bewegung verleiht sie dieser Figur, die auf ein Minimum an körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten reduziert ist, emotionale Kraft", hieß es in der Begründung.
In der Kategorie Beste Regie entschied sich die Jury für Lars-Gunnar Lotz von der Filmakademie Baden-Württemberg und seinen Streifen "Schuld sind immer die Anderen". Lotz thematisiert darin die Frage, ob Opfer von Gewalttaten den Tätern verzeihen können: Ein jugendlicher Straftäter trifft in einer Einrichtung des offenen Vollzugs, in der er einen Neuanfang beginnen soll, auf eine Frau wieder, die er brutal zusammengeschlagen hat. Nach Ansicht der Jury inszenierte Lotz "souverän und emotional hochtourig ein verstörendes Drama".
Das beste Drehbuch gelang aus Sicht der Experten David F. Wnendt von der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg mit "Kriegerin" – ein Film über zwei Mädchen in einer Clique der rechtsextremen Szene in einer ostdeutschen Kleinstadt. Wnendt schildere ein politisch brisantes Thema in einem temporeichen Thriller, erklärte die Jury in der Mitteilung. Auch als beste Produktion überzeugte "Kriegerin": "Ein großes Ensemble, viele Komparsen, stilsichere Ausstattung, authentische Kostüme", meinten die Juroren und sprachen diesen Preis Wnendts Hochschulkollegin Sophie Stäglich zu. Den Publikumspreis für den besten Kurzfilm holte sich Florian Knittel von der Filmakademie Baden-Württemberg. (dpa/abendblatt.de)
















