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Ein Dorf rockt ab

Caro (Christina Große) lässt die Sau raus, Mike (Hannes Jaenicke) ist begeistert.

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Caro (Christina Große) lässt die Sau raus, Mike (Hannes Jaenicke) ist begeistert.

Jetzt ist Schluss mit dem idyllischen Landleben: Um den Hof zu retten, vermietet eine Landwirt-Familie eine große Wiese für ein Heavy-Metal-Festival. Nicht alle Dorfbewohner sind begeistert.

Berlin. Die einen sagen: Endlich mal was los. Die anderen sagen: Sowas geht gar nicht. Ein kleines idyllisches Dorf wird aufgerüttelt, als jede Menge Heavy-Metal-Fans kommen, um ein Festival auf einer riesigen Wiese zu feiern. Die Komödie mit Hannes Jaenicke als Metal-Festivalorganisator zeigt das ZDF am Donnerstag (18. Mai, 20.15 Uhr).

Landwirtin Caro (Christina Große, "Polizeiruf", "Tatort") steckt in der Klemme. Das Geld für den Familien-Hof, auf dem sie mit ihrem Mann Milchkühe hält und einen Hofladen betreibt, reicht hinten und vorne nicht. Die Milchpreise fallen. Als ihre Tochter Antonia, selbst Metal-Fan, die Gruppe für ein Festival in ihr Dorf locken will - winkt ihre Mutter zunächst ab. Die Tochter entgegnet: "Dann wäre endlich mal was los in dieser Spießer-Hölle!"

Schließlich lässt sich die nette, freundliche Caro überzeugen und geht in einen Club, in dem sie mit Festivalorganisator Mike (Hannes Jaenicke, "Bodycheck", "Männertag") die Vertragsbedingungen aushandelt. Die Vermietung der Wiese der Familie für ganze zwei Wochen steht.

Das Treffen im Club ist eine der Szenen, die witzig sind und funktionieren, weil sie auf den Kontrast zwischen Landleben und Metal-Kultur setzen. Das ZDF bezeichnet den Film entsprechend auch als Culture-Clash-Komödie. Jaenicke, der neben seiner Schauspielkarriere auch für sein Engagement für den Tierschutz bekannt ist, spielt in dem Film den rauen Festivalchef mit weichem Kern. Und aus Caro entwickelt sich immer mehr eine Frau, die aus bestehenden Konventionen heraus will - neues Tattoo inbegriffen.

Währenddessen braut sich gegen die Metal-Szene etwas zusammen: Viele sind dagegen, dass ihr Dorf von schwarz gekleideten Männern in Lederkluft und Motorrädern auf dem Dorfplatz bevölkert wird. Caros Familie steht zunehmend isoliert dar. Selbst bei der wöchentlichen Kirchenchor-Probe, bei der sie die Wogen zu glätten versucht, schlägt ihr Eiseskälte entgegen. Es kommt zum Eklat, und eine Dorfsitzung mit Abstimmung steht an. Darf es das Metal-Festival geben oder nicht? Dabei wird deutlich, dass bei dem einen oder anderen Dorfbewohner das Herz doch ein wenig für diese Musik schlägt.

Und dann ist da noch der Beziehungsknatsch zwischen Caro und ihrem Mann Paul (Roman Knizka). Er nimmt es ihr übel, dass sie ihn nicht vorher einweihte und mit dem Metal-Festival überrumpelte. Seine Vision für die Zukunft des Hofs war nämlich ein Streichelzoo mit Klettergarten und Indoor-Spielplatz, um wieder Geld in die Kasse zu bringen. Was Caro außerdem zu schaffen macht: Eine Dorfbewohnerin schmeißt sich an ihren Mann ran - und schon bald kämpft sie an mehreren Fronten gleichzeitig und nicht nur um ihren Bauernhof.

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