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Medienmacher

Beim "Spiegel" wird heftig um die Frauenquote gestritten

Beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gibt es in der Redaktion nur 28 Prozent Frauen. In Führungspositionen sogar nur sieben Prozent.

Ende Januar erschien der "Spiegel" mit dem Titelthema "Warum Deutschland die Frauenquote braucht". Die Autorinnen des Stücks bezogen diese Forderung explizit auch auf die eigene Redaktion, in der es nur 28 Prozent Frauen gibt. In Führungspositionen sind es sogar nur sieben Prozent. Nun haben Chefredaktion und Geschäftsführung des Nachrichtenmagazins beschlossen, dass es zumindest auf Ressortleiterebene auch künftig keine Frauenquote geben wird. Aus Protest gegen diese Entscheidung sowie als Reaktion auf ein ihrer Meinung nach immer noch intransparentes Verfahren bei der Berufung von Ressortleitern, haben sich nun Frauen und Betriebsräte aus dem "Spiegel"-internen Arbeitskreis Gleichstellung zurückgezogen.

Das Problem, dass es Frauen beim "Spiegel" besonders schwer haben, ist altbekannt. Bereits 2001 wurde beschlossen, den Frauenanteil in der Redaktion auf 30 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel wurde wenigstens halbwegs erreicht. Zudem soll Chefredakteur Georg Mascolo zugesagt haben, mit jüngeren Redakteurinnen zu sprechen, die für Führungsposten infrage kämen. Dies verstehen weibliche Mitglieder des ehemaligen Arbeitskreises aber als Diskriminierung älterer Redakteurinnen. Möglicherweise ist das eine Überreaktion, denn mit Annette Großbongardt wird zum 1. Mai eine Redakteurin Vizeressortleiterin Sonderthemen, die - ohne ihr zu nahe treten zu wollen - nicht unbedingt zu den Jüngeren zählt. Einige männliche Kollegen werfen den Frauen vor, sie hätten gefordert, den Arbeitskreis an der Auswahl des Führungspersonals zu beteiligen, was inakzeptabel sei. Stattdessen regte die Chefredaktion an, der Arbeitskreis könne sich doch der Vereinbarkeit von Familie und Beruf widmen. Das empfand wiederum die Frauenfraktion als Affront. Denn dieses Thema betreffe nicht nur Frauen, sondern auch Männer.

Für den Hamburger Medien- und Reisebürounternehmer Olaf Zachert könnte es nun richtig eng werden. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des Nichtabführens von Sozialabgaben. Zachert sagt, er wisse davon nichts. Er wollte mit seiner Holding ozcapital 200 Reisebüros übernehmen und mithilfe eines eigenen TV-Reisesenders groß ins Tourismusgeschäft einsteigen. Daraus wurde nichts. Mitarbeiter klagten wegen nicht gezahlter Gehälter. Die ozcapital-Tochter ozmedien, die den TV-Sender gründen sollte, musste schließen. Mangels Masse war zuvor ein Insolvenzverfahren vom Amtsgericht Hamburg abgelehnt worden.

Die ozcapital will Zachert am 7. April an einen deutschen Investor verkauft haben. Dem Hamburger Handelsregister ist das unbekannt.

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