Medienmacher
Monica Lierhaus bekommt 25.000 Euro Schmerzensgeld
Das entschied das Hamburger Oberlandesgericht. Ein Schmerzensgeld von 25.000 Euro sei abschreckend, enge die Pressefreiheit aber "nicht unverhältnismäßig" ein.
Hamburg. Nun steht es endgültig fest: Die "Hamburger Morgenpost" kommt ihre detaillierte Berichterstattung über die Erkrankung der ARD-Sportmoderatorin Monica Lierhaus teuer zu stehen. Das Hamburger Oberlandesgericht bestätigte am Dienstag ein Urteil der Vorinstanz, gegen das die "Mopo" in Berufung gegangen war. Demnach muss das Blatt Lierhaus ein Schmerzensgeld von 25.000 Euro zuzüglich Anwalts- und Gerichtskosten zahlen. Matthias Prinz, der Anwalt der Moderatorin, hatte ebenfalls Berufung eingelegt. Er forderte ursprünglich eine Entschädigung von 100.000 Euro. Auch dieses Ansinnen wiesen die Richter zurück. Ein Schmerzensgeld von 25.000 Euro sei abschreckend, enge die Pressefreiheit aber "nicht unverhältnismäßig" ein, sagt ein Gerichtssprecher. Eine Revision gegen seine Entscheidung ließ das Gericht nicht zu. Ein Ermittlungsverfahren gegen "Mopo"-Mitarbeiter wegen des Ausspähens privater Daten der Moderatorin im UKE hatte die Staatsanwaltschaft bereits am 28. Mai mangels ausreichenden Tatverdachts eingestellt.
Peter Wippermann, dem Organisator des Deutschen Trendtags in Hamburg, ist ein Laudator abhandengekommen. Im Rahmen der Veranstaltung wird am 15. September dem Gründer des Online-Lexikons Wikipedia, Jimmy Wales, in der Bucerius Law School der Millennium Vision Award verliehen. Die Laudatio sollte "Spiegel"-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron halten. Doch der hat nun abgesagt. "Es passt einfach nicht", sagt Müller von Blumencron auf Nachfrage. Konkreter will er nicht werden. Wenigstens bleibt Wippermann Spiegel Online als Sponsor des Trendtags erhalten.
Am Scharmützelsee in Brandenburg trafen sich vergangenes Wochenende die Führungskräfte der Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH. In dieser Gesellschaft hat der gleichnamige Verleger die Anteile der Verlagsgruppe Handelsblatt, der "Zeit" und des "Tagesspiegels" gebündelt, die er 2009 der von seinem Bruder Stefan geführten Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck abgekauft hatte. Der 68-jährige Verleger sprach im Brandenburgischen über seine Nachlassregelung. Nach seinem Tod sollen seine Blätter in eine Stiftung übergehen, die er derzeit von der Stuttgarter Niederlassung der Nürnberger Unternehmens- und Steuerberatungsgesellschaft Rödl & Partner gründen lässt. Bei dieser Gelegenheit stellte Holtzbrinck seinen Führungskräften Oliver Finsterwalder vor, den Chef der Stuttgarter Rödl-&-Partner-Dependance, der ihn offenbar besonders intensiv berät. Er soll ihm schon jetzt bei der Führung der Dieter-von-Holtzbrinck-Medien zur Hand gehen. Dass der Verleger seine Blätter nach seinem Ableben einer Stiftung überantworten will, war schon lange gemutmaßt worden. "Aber so präzise hatte er das noch nie gesagt", meint eine Führungskraft.
Der Vertrag von Wolfgang Fürstner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), läuft erst Ende 2011 aus. Und es ist wahrscheinlich, dass er ihn um ein halbes Jahr verlängert, um Mitte 2012 mit VDZ-Präsident Hubert Burda aus dem Amt zu scheiden. Doch schon jetzt sucht der Verband einen Nachfolger. Dazu wurde eine Findungskommission gegründet, der Fürstner selbst, Burdas Stellvertreter Rudolf Tiemann sowie "Landlust"-Verleger Karl-Heinz Bonny angehören. Sie wurde offenbar schon fündig. Über den Kandidaten, dessen Name nicht bekannt ist, muss nun VDZ-Präsident Burda befinden.













