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Schmidt-Theater

Schuh-Mädchen-Report I: „Kein High Heel ist zu hoch für mich"

Sängerin und Comedienne Andrea Bongers zeigt ein mitreißendes, urkomisches Programm über die Beziehung von Frauen, Männern und Schuhen.

So humorvoll wie abwechslungsreich: Andrea Bongers glänzt auf Flip Flops, High Heels und Gummistiefeln gleichermaßen mit tollem Schauspiel und viel Witz.
Foto: Andrea Bongers/PR/Stadttheater Elmshorn

Hamburg. Frauen können nie genug von Schuhen bekommen. Die Hamburger Sängerin und Comedienne Andrea Bongers hat ein urkomisches und musikalisch mitreißendes Pogramm über die erotische Beziehung der Frauen (und Männer) zu Schuhen komponiert. „Kein High Heel ist zu hoch für mich“, verkünden Bongers und Katie Freudenschuss im Schmidt-Theater das Motto für ihren Abend. Wenn sie auch stolpern, gar fallen: Sie stehen immer wieder auf, angespornt von solidarischem Verständnis und stürmischem Applaus der ebenso leidenden wie schuhgeilen Geschlechtsgenossinnen im Publikum.

In Freudenschuss, ihrer tastensicheren Begleiterin am Keyboard, hat Bongers auch eine gewitzte Partnerin gewonnen. Beider Stimmen harmonieren bestens. Auf zwei Ständern stehen schicke Pumps und grobe Gummistiefel, Gesundheitslatschen, Flip Flops und die inbrünstig besungenen „Guccis in Gold“ bereit: für die halsbrecherischen Balanceakte, um dem Mann zu gefallen und die Zuschauer zu belustigen.

Im ersten Teil wechseln die Damen zwar oft ihre Schuhe, verlieren aber das Thema etwas aus den Augen – zu Gunsten von Bongers’ prallen Karikaturen. Sie kommt mit ihrer bekannten Puppe Heinz und dessen herben Sprüchen. Sie gibt derbe die kölsche Fußpflegerin mit Hundesalon oder zynisch die Banker-Gattin-Zicke. Einfach umwerfend, wie Bongers die Nutte „Roxy“ zu Stings „Roxanne“ zeichnet: unschuldig und vulgär, hart und zart, anrührend und wütend. Voller Drive und Selbstironie fetzt dann das gemeinsame „Jogging-Duett“ nach dem Summer/Streisand-Hit „Enough Is Enough“ über die Rampe: „Viel zu schlaff“.

Von Schlappmachen nach der Pause kann jedoch keine Rede sein. Das Damenduo hat sich erst warm gelaufen und präsentiert sich nun in Top-Form: Ein richtiger Knaller wird die Aschenputtel-Parodie: Sie rappen aggressiv und saukomisch als die bösen Cinderella-Sisters im derben Jargon von „Türken-Tussen“, dass der Saal vor Vergnügen jubelt. Grob als bayerische Bäuerin gibt sich Bongers zu „These Boots Are Made For Walking“, rührt als einsame Rentnerin mit dem Liebesduett aus der „West Side Story“: „There Is A Place For Us“.

Das Spiel mit harten Kontrasten, mit feiner Ironie und drastischem Witz gibt dem neuen Bongers-Programm überraschende Farben – schauspielerisch wie musikalisch. Freudenschuss markiert mit gemütlichem Wiener Schmäh auf Plateaustiefeln in rotem Lack die gnadenlose Domina und exekutiert an Heinz die Sex-Praktiken von Crushing und Trampling, um dann mit der Bongers im flotten Medley entzückt die Hymne über den Fluch und die Lust an sexy Schuhen anzustimmen. Ein Spaß, so steil wie ihre Absätze.

Andrea Bongers ist Gast in Gerburg Jahnkes Kabarett-Talk „Frau Jahnke hat eingeladen…“ am 6. Mai um 20 Uhr im St. Pauli-Theater (S Reeperbahn), Spielbudenplatz 29/30, Karten von 15.80 – 29 unter T..47.11.06.66 und www.st-pauli-theater.de

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