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Medienmacher

Real Film - Rückkehr als Tochter von Studio Hamburg

Alter Name der Filmproduktion wird wiederbelebt. Medienanstalt HSH droht Etatkürzung. Rechtes Magazin "Zuerst!" wechselt Vertrieb.

Medienautor Kai-Hinrich Renner
Foto: HA/A. Laible

Hamburg. Als Walter Koppel und Gyula Trebitsch 1947 in Tonndorf eine Filmproduktionsgesellschaft gründeten, hieß die zunächst Real Film. Erst 1961 wurde sie in Studio Hamburg umbenannt. Nun hat sich deren Tochter Studio Hamburg Produktion entschlossen, den alten Namen wieder zu beleben. Ihr Ableger in der Hauptstadt, der bisher, etwas kompliziert, Studio Hamburg Produktion Berlin heißt, firmiert künftig unter Real Film Berlin. Unter altem Namen produzierte die Firma beispielsweise das Drama um das DDR-Frauengefängnis Hoheneck "Es ist nicht vorbei". Im Sommer soll sie als Real Film Berlin für den RBB einen "Polizeiruf 110" drehen.

Vergangenen Donnerstag tagte in den Räumen der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) der Medienrat. Auf der Tagesordnung stand die ab 2013 geplante Kürzung des Etats der Anstalt um 600.000 Euro. Da traf es sich gut, dass sowohl der Leiter der Hamburger Senatskanzlei, Christoph Krupp, als auch der Chef der Kieler Staatskanzlei, Arne Wulff, zugegen war. Doch die Herren machten der Anstalt, die fürchtet im Zuge der Kürzung fünf Stellen streichen und ihr hochgelobtes Medienkompetenzprogramm zurückfahren zu müssen, wenig Hoffnung. Ganz im Gegenteil: Wulff erklärte nach Angaben von Teilnehmern, seine Regierung wolle sich mit diesem Thema bis zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai nicht beschäftigen. Dies bestätigt indirekt ein Regierungssprecher, der sagt, die Landesregierung habe nicht vor, "den Medienstaatsvertrag in der laufen Legislaturperiode zu ändern". Eine solche Änderung wäre aber erforderlich, sollte die die Kürzung des MA HSH-Etats abgewendet werden.

Immerhin erfuhr die Medienanstalt im fernen New York Annerkennung für ihre Arbeit in Sachen Medienkompetenz. Das von der MA HSH zu diesem Thema herausgegebene Magazin "Scout" wurde bei den Mercury Awards - die als Oscars für Kundenmedien gelten - eine Goldmedaille. Produziert wird "Scout" von der Gruner Jahr- Tochter G J Corporate Editors, die insgesamt mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen im Gepäck die Heimreise antrat. Auch für andere Hamburger Anbieter von Kundenmedien waren die diesjährigen Mercury Awards eine äußerst erfreuliche Veranstaltung. Am besten schnitt mit fünf Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen die zur Ganske Gruppe gehörende Hoffmann und Campe Corporate Publishing ab, gefolgt von PRH Hamburg Kommunikation mit drei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille und der loved GmbH, die auf zwei Gold-, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen kam.

Seit geraumer Zeit vertreibt die zum Hamburger Bauer Verlag ("Bravo", "TV Movie") gehörende Verlagsunion das rechtsextreme Magazin "Zuerst!". Das hat dem Bauer Verlag Kritik und Proteste eingetragen. Nun ist der Verlag dieses Problem los: Zum 1. Mai wird "Zuerst!" den Vertrieb wechseln. Es ist allerdings nicht so, dass Bauer aufgrund der Proteste klein beigegeben hätte. In Verlagskreisen heißt es, "Zuerst!" habe aus Kostengründen von sich aus den Vertrieb gewechselt. Bauer bestätigt den Wechsel. Bei dem Rechtsaußen-Blatt will man sich dazu nicht äußern.

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