Sonnabend, 26. Mai 2012, 04:27

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Medienmacher

Die "Zeit" lässt jeden ihrer Titel von der Marktforschung prüfen

Was ist los in der Medienlandschaft? Medienautor Kai-Hinrich Renner informiert über die wichtigsten Veränderungen in der Branche.

Medienautor Kai-Hinrich Renner
Foto: HA/A. Laible

Hamburg. Längst ist die Marktforschung ein wichtiges Instrument für Chefredakteure, wenn sie herausfinden wollen, was beim Leser gut ankommt. Nicht selten hängt es vom Votum der Marktforscher ab, ob ein neu entwickelter Titel überhaupt an den Kiosk kommt. Auch bereits existierende Blätter lassen sich mitunter von der Marktforschung auf Herz und Nieren prüfen.

Was jedoch in den vergangenen Jahren bei der "Zeit" geschieht, ist eher ungewöhnlich. Dort wird jeden Montag ausnahmslos jede Titelseite der kommenden Ausgabe dem sogenannten "Zeit-Leserbarometer" vorgelegt, das vom Marktforschungsinstitut Ipsos entwickelt wurde. Dabei handelt es sich nach Angaben von "Zeit"-Marketingleiter Nils von der Kall um ein Panel von 2000 "Zeit"-Lesern. Die Hälfte von ihnen seien Abonnenten. Ihre Aufgabe ist es, online zu entscheiden, was auf den Titel der nächsten Ausgabe soll. Dazu werden ihnen mindestens zwei, häufig auch drei bis vier Titelentwürfe vorgelegt. Die Entscheidung des Panels sei "nicht ausschlaggebend für die Entscheidung der Chefredaktion, welche Titelseite tatsächlich gedruckt wird", sagt von der Kall. Redakteure berichten aber, dass ihnen gegenüber schon das eine oder andere Mal mit dem Leserbarometer argumentiert worden sei, wenn sie die Chefredaktion fragten, warum es ihr Stück nicht auf den Titel geschafft habe. Die Titelgestaltung gehört an sich zu den Aufgaben der Redaktion. Folglich sind nicht alle Redakteure vom Leserbarometer begeistert: "Das findet nicht jeder toll", sagt einer. Bei seiner Einführung "war bei manchen die Verwunderung groß", meint ein anderer.

Ob die Marktforscher von Ipsos stets die Leser bei der Hand haben, die man bei der "Zeit" gern als Probanden sieht, ist zudem zweifelhaft. Wer den Begriff "Leserbarometer" googelt, kann schon mal auf dem Schnäppchenjäger-Portal Geizkragen.de landen. Dort gibt es ein Forum, in dem recht munter über die Prämien dieses Marktforschungsinstruments diskutiert wird: Wer achtmal mitmacht, bekommt eine Uhr.

Volks.TV, das vom ehemaligen RTL- Chef Helmut Thoma entwickelte Mantelprogramm für insgesamt fünf Ballungsraumsender, darunter auch Hamburg 1, ist nach wie vor nicht am Start. Dabei hatte Thoma einen "Soft Launch" des Programms für Ende April angekündigt. Grund für die Verzögerung ist nach seinen Angaben die noch ausstehende "formale Erfüllung der bindenden Zusage eines amerikanischen Investors". Bei diesem Investor soll es sich nach Angaben aus Branchenkreisen um den amerikanischen Parfüm-Erben Ronald S. Lauder, den Sohn von Estée Lauder, handeln. Thoma mag das zwar nicht bestätigen, aber ein Engagement Lauders würde Sinn machen: Seine Central European Media Enterprises (CME) war bereits in den 90er-Jahren an Ballungsraumsendern in Berlin, Dresden, Leipzig und Nürnberg beteiligt. Derzeit engagiert sich die CME, deren Hauptgesellschafter mittlerweile der Medienkonzern Time Warner ist, ausschließlich in Osteuropa. Thoma, so heißt es, habe ursprünglich die CME an Bord holen wollen. Weil das nicht geklappt habe, was auch ein Grund für die Verzögerung sei, wolle er nun Lauder selbst als Investor gewinnen. Der 68 Jahre alte Amerikaner ist übrigens nicht nur in der Medienbranche zu Hause. Er ist Präsident des Jüdischen Weltkongresses, angesehener Kunstsammler und war US-Botschafter in Österreich.

Die Bemühungen um ein neues Konzept für den Studiengang Journalismus der Hamburg Media School (HMS) gehen in die heiße Phase. Wie berichtet, sollen an dem Institut statt angehender Journalisten künftig junge journalistische Führungskräfte ausgebildet werden, die bereits in Redaktionen arbeiten. Als Studiengangsleiter ist nun der renommierte Medienwissenschaftler Michael Haller vorgesehen, der bis zu seiner Emeritierung im September 2010 dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig vorstand. Den Prüfungsausschuss soll künftig Volker Lilienthal leiten, der an der Universität Hamburg die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Qualitätsjournalismus bekleidet. Beiden Personalien und dem neuen Konzept muss noch der Aufsichtsrat der HMS zustimmen, der Ende des Monats zusammenkommt.

  • Medienmacher

    Von Matt wird zum Model

    Der Wechsel des Chefredakteur der "Lübecker Nachrichten" Manfred von Thien ist nur eines der Topthemen der Woche.

  • Medienmacher

    Die Bavaria will in Hamburg Kinder- und Jugendfilme drehen

    Wenn in letzter Sekunde nicht noch etwas schiefgeht, kann man sich am Medienstandort Hamburg auf die Neuansiedlung einer namhaften Film- und Fernsehspielgesellschaft freuen. Die Münchener Bavaria ("Das Boot"), in Deutschland nach Ufa und Studio Hamburg die Nummer drei der Branche, will in der Hansestadt eine Dependance eröffnen.

  • Medienmacher

    Ein harter Sparkurs beschert Gruner + Jahr steigende Gewinne

    Am Mittwoch wird das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr („Stern", „Geo") sein Halbjahresergebnis veröffentlichen. Wie es in Unternehmenskreisen heißt, hat der Verlag in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bei stagnierenden Erlösen sein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um etwa 75 Millionen Euro steigern können.

  • Medien-Macher

    Das Trendbüro gehört jetzt Münchnern

    Die Geschäftszahlen von Sky bleiben weiterhin unter den Erwartungen und der ehemalige Chefredakteur von "Park Avenue" berät jetzt das Frauenmagazin "Emotion"

  • Medien-Macher

    Bauer sprachlos: Fritzenkötter geht

    Yvonne Bauer wird zwar erst ab 1. Januar bei der Bauer Media Group das Sagen haben, die erste hochkarätige Personalentscheidung hat sie aber schon getroffen.

  • Medien-Macher

    Arbeitsschützer ermitteln bei Bauer

    Das Fachblatt "Journalist" hat die Chefredakteurin Nicola Bauer von "Life&Style" stark kritisiert. Der Verlag reagiert dünnhäutig.

  • Medien-Macher

    Heinze-Kündigung war wohl rechtens

    Es sieht ganz so aus, als wäre die Kündigung von der ehemaligen NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze rechtens ist und es nichts zu beanstanden gibt.

  • Medien-Macher

    Dicke Luft vor ADC-Hauptversammlung

    Turbulent könnte es bei der Jahreshauptversammlung des Art Directors Club Deutschland (ADC) zugehen, die in genau einer Woche in Hamburg stattfindet.

  • Medien-Macher

    Kerners Firma zieht nach Ottensen

    Der TV-Standort Ottensen erfährt eine Aufwertung: Zum Jahreswechsel wird Fernsehmacher, die Produktionsgesellschaft von Johannes B. Kerner in den Szene-Stadtteil ziehen.

  • Medien-Macher

    Hamburg bewirbt sich um die ADC Awards

    Die Neuausrichtung des Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr ("Stern", "Geo") schreitet voran. Auf einem Treffen von Chefredakteuren und Geschäftsführern mit G+J-Vorstandschef Bernd Buchholz wurde am Dienstag der Umbau der G+J-Blätter in Angriff genommen: Sie sollen bei gleichbleibender Qualität künftig zu geringeren Kosten produziert werden.

  • Medien-Macher

    Personalabbau nun auch beim "Spiegel"

    Die Diskussion um die Nebentätigkeit von TV-Journalisten drehte sich zuletzt vor allem um Tom Buhrow. Dabei sind Fernsehleute aus der zweiten Reihe nicht weniger geschäftstüchtig als der "Tagesthemen"-Moderator.

  • Medien-Macher

    Ungewisse Zukunft für Springer & Jacoby

    Bei drei Zeitungen der Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe droht ein massiver Personalabbau: Wie es in Verlagskreisen heißt, droht der "Saarbrücker Zeitung" sowie deren Tochterblättern "Trierischer Volksfreund" und "Lausitzer Rundschau" der Abbau von 190 Arbeitsplätzen.

  • Medien-Macher

    Neues beim ADC, Wechsel bei der "SZ"

    Der Art Directors Club Deutschland (ADC) hat unmittelbar vor Beginn des diesjährigen ADC Festivals 15 Größen aus der Verlagsbranche aufgenommen.

  • Medien-Macher

    ADC in finanziellen Turbulenzen?

    Der Art Directors Club Deutschland (ADC), die Dachorganisation der Kreativen der Werbebranche, kommt nicht zur Ruhe.