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TV & Medien

Johannes B. Kerner

Schlechte TV-Quote! Sat.1 versetzt Star-Moderator

Mit seinem Magazin bei Sat.1 befindet sich Johannes B. Kerner nicht gerade auf der Überholspur. Jetzt wird der Sendeplatz verlegt.

TV-Moderator Johannes B. Kerner wechselt mit seinem Magazin den Sendeplatz bei Sat.1.
Foto: dpa/DPA

Hamburg. Die Quote hat die Verantwortlichen des TV-Senders Sat.1 nicht gerade zu Jubelstürmen hingerissen. Als Folge wird Moderator Johannes B. Kerner mit seinem Magazin "Kerner" versetzt - und das schon nach drei Sendungen. Von nächster Woche an wird die Sendung nicht mehr montags um 21.15 Uhr, sondern donnerstags um 22.15 Uhr zu sehen sein.

„Die Reichweitenentwicklung der ersten drei Sendungen hat gezeigt, dass der Montag als Sendetag leider nicht den gewünschten Anklang gefunden hat“, sagte Geschäftsführer Guido Bolten. „Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, die Sendung bereits ab nächster Woche auf dem neuen Sendeplatz zu bringen.“ Moderator Johannes B. Kerner wurde mit den Worten zitiert: „Eine sehr gute Entscheidung. Ich freue mich auf die Zuschauer am Donnerstag.“

Kerners neue Sendung bei seinem neuen alten Sender Sat.1 ist eine Mischung aus Talk, Service, aktuellen Beiträgen und Studio-Aktionen. Der Ex-ZDF-Talker hatte im Vorfeld angekündigt, dass die Sendung „nicht so talklastig“ sein werde wie sein früheres Format im Zweiten. Einem Fehlstart hatte der 44-Jährige in Interviews bereits vorgebeugt: Wer einen schnellen Erfolg erwarte, verstehe nicht viel vom Fernsehen.

Der Sender selbst hatte das Format mit einem großen Anspruch programmiert. Sat.1-Chefredakteurin Tanja Deuerling hatte gesagt, das Magazin solle das journalistische Flaggschiff des Senders werden. Bolten hatte vor dem Start von „Kerner“ angekündigt, der Moderator beleuchte als „kompetenter und erfahrener Journalist“ mit seinen Gästen die Themen der Woche. Mit dem neuen Moderator baue der Sender seine „journalistische Kompetenz“ weiter aus.

Die Sendung stieß jedoch bei den Fernsehzuschauern seit ihrem Start am 2. November nicht auf Interesse. Bei der Premierensendung schalteten durchschnittlich 1,83 Millionen (Marktanteil 6,5 Prozent) und in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen 910.000 Zuschauer (7,6 Prozent) ein. Dabei ging es um Themen wie das Baustellenchaos auf Deutschlands Straßen oder das „System der Angst“, mit dem Angestellte in Discount-Märkten unter Druck gesetzt werden, zudem war ein selbst ernanntes Medium zu Gast.

Die zweite Ausgabe hatte 1,61 Millionen Zuschauer (5,7 Prozent). In der Zielgruppe waren es 770.000 Zuschauer (6,4 Prozent). Die dritte Sendung erreichte nur noch durchschnittlich 1,26 Millionen Zuschauer (4,5 Prozent). In der Zielgruppe waren es 540.000 Zuschauer und 4,5 Prozent. Sat.1-Sprecherin Diana Schardt hatte danach gesagt: „Natürlich ist die Quote enttäuschend. Wir arbeiten jetzt gemeinsam daran, die Sendung weiter zu optimieren.“

Kerner hatte es auf seinem bisherigen Sendeplatz allerdings auch mit starker Konkurrenz zu tun. Ab 21.15 Uhr läuft montags bei RTL seit Ende Oktober die fünfte Staffel der Dokusoap „Bauer sucht Frau“, die immer mehr Fans erreicht. Die Folge am vergangenen Montag hatte im Schnitt 8,54 Millionen Zuschauer (Marktanteil 26,6 Prozent). Bei der Zielgruppe waren es 28,5 Prozent und 3,88 Millionen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ sollen Kerner und seine Redaktion von Anfang an dagegen gewesen sein, montags gegen die starke RTL-Programmierung anzutreten.

Nun läuft „Kerner“ zur selben Uhrzeit um 22.15 Uhr wie die Mittwochssendung „Stern TV“ mit Günther Jauch. Der hatte seinem Kollegen nach der schwachen Premiere noch den Rücken gestärkt. Er halte ein Urteil nach der ersten Sendung für absolut verfrüht, hatte Jauch in einem Interview gesagt. Premieren im Fernsehen würden von der Kritik im Übrigen „fast immer verhauen“. Alle forderten, TV-Formaten Zeit zu geben. Das sei auch richtig. Und zu möglichen Ähnlichkeiten von Kerners Sendung mit „Stern TV“ sagte er, es gebe keinen Alleinvertretungsanspruch für die Idee eines Magazins mit Filmen und Gesprächen. abendblatt.de/dpa

 

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