29.01.13

Zeitungskrise SPD-Medienholding verteidigt Haltung bei FR-Insolvenz

Verlag dementiert Geruechte um Einstellung der "Frankfurter Rundschau"

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Verlag dementiert Geruechte um Einstellung der "Frankfurter Rundschau" Foto: dapd

Die Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" sei nicht vermeidbar gewesen, sonst wären andere Titel der ddvg in Gefahr gebracht worden.

Frankfurt. Die SPD-Medienholding ddvg hat ihre Haltung bei der Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" verteidigt. Die ddvg könne die angeschlagene "FR" nicht retten, sagte die SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Aus anderen Titeln des Beteiligungsbesitzes der Holding sei der "FR" über Jahre finanziell unter die Arme gegriffen worden. Aber: "Wir können nicht wegen eines Titels, der absehbar niemals eine schwarze Null bringen wird, die anderen Titel in Gefahr bringen", sagte Hendricks (60). Als Generaltreuhänderin der Partei ist sie Gesellschafterin der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg).

Die ddvg hatte die "FR" Anfang 2004 für den symbolischen Preis von einem Euro samt Schulden übernommen, sie vor dem damals absehbaren Konkurs gerettet und zwei Jahre später den Mehrheitsanteil an die Mediengruppe M. DuMont Schauburg (Köln) verkauft. Seitdem hält die ddvg 40 Prozent. Dennoch hatte der Verlag nach massiven Verlusten Mitte November Insolvenz angemeldet. Am Mittwoch (11.30 Uhr) soll die Belegschaft erfahren, ob ein Investor gefunden wurde oder ob die Zeitung eingestellt wird. Insgesamt stehen rund 450 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon etwa die Hälfte im verlagseigenen Druckzentrum. Als Interessent für Teile der Redaktion war zuletzt auch immer wieder die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) genannt worden.

Guten Gewissens könne die Medienholding sagen, sie habe sich ausreichend um die FR gekümmert, sagte Hendricks weiter. "Aber die Sparpotenziale waren gehoben." Zwischen 2004 und 2012 sei das Umsatzniveau um 40 Millionen Euro zurückgegangen. "Wie wollen Sie das denn auffangen? Es war wirklich alles ausgereizt".