12.01.13

Medien NDR prüft Strafanzeige gegen Meldungs-Fälscher

Frank Beckmann, Fernsehprogrammdirektor des NDR

Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de

Frank Beckmann, Fernsehprogrammdirektor des NDR Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de

Gefälschte E-Mail zur angeblichen Beurlaubung von NDR-Programmdirektor Frank Beckmann hatte am Freitag Irritationen ausgelöst.

Hamburg. Der NDR will gegen die bisher unbekannten Urheber einer gefälschten Pressemitteilung rechtliche Schritte "bis hin zur Strafanzeige" prüfen. NDR-Techniker hätten ermittelt, dass bei dem Versand der Meldung am Freitag nicht das System des Senders gehackt, sondern die Absenderadresse gefälscht wurde, sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke am Sonnabend.

Die vermeintliche NDR-Mitteilung war am Freitag um 17.04 Uhr an fast alle in Deutschland tätigen Nachrichtenagenturen gemailt worden. Darin wurde fälschlicherweise behauptet, der NDR habe seinen Fernseh-Programmdirektor Frank Beckmann im Zusammenhang mit dem Betrugsskandal beim Kinderkanal beurlaubt. Gartzke bezeichnete die Fälschung als "geschickt gemacht". Es habe zwar bei der Form einige Abweichungen gegeben, diese seien aber nicht auffällig gewesen.

In der Sache Beckmann gebe es keinen neuen Stand. Das NDR-Medienmagazin "Zapp" hatte am Donnerstag gemeldet, dass die Staatsanwaltschaft Erfurt gegen Beckmann ermittelt. Der heutige NDR-Fernsehdirektor war bis 2008 Programmgeschäftsführer beim gemeinsamen Kinderkanal von ARD und ZDF. Gartzke sagte, weder der NDR noch Beckmann wüssten bisher, um welchen Vorwurf es konkret geht.