17.12.12

RTL-Castingshow

"Das Supertalent" geht 2013 weiter - Steigt Gottschalk aus?

Bewerbungen können bereits jetzt eingereicht werden. Gottschalk mit neuer Show in der ARD? Aweh gewinnt aktuelle Staffel.

Foto: dpa

Für mich soll's güldnes Konfetti regnen: Jean-Michel Aweh (2. v.r.) erhält die "Supertalent"-Trophäe aus Händen von Michelle Hunziker. Die Juroren Dieter Bohlen (l.) und Thomas Gottschalk (r.) sowie Moderator Daniel hartwich (hinten) freuen sich mit

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Berlin. Die RTL-Show "Das Supertalent" wird aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr produziert. Juror Dieter Bohlen (58) rief während der Finalshow der sechsten Staffel das Publikum dazu auf, Bewerbungen abzugeben.

Mutige und Menschen mit Talenten können sich daher schon jetzt bei RTL online für den nächsten Wettstreit um das "Supertalent 2013" bewerben. Für die sechste Staffel hatten sich 44.000 Talente beworben - so viel wie nie zuvor.

Ob allerdings Thomas Gottschalk (62) neben Bohlen auch 2013 auch bei der neuen Staffel in der Jury sitzen wird, scheint zumindest fraglich. Ein RTL-Sprecher verwies am Montag darauf, dass mit Gottschalk gesprochen werde und somit noch lange nicht über eine Fortsetzung der Show mit oder ohne ihm entschieden worden sei. Die "Bild"-Zeitung berichtete jetzt, der Blondschopf habe mit der Show abgeschlossen und dem Sender bereits einen Korb gegeben. "Das stimmt nicht», zitierte "Bild" Gottschalk. "Ich überlege noch."

Derzeit befindet sich Gottschalk noch in Verhandlungen mit der ARD über eine neue Abendshow. Nach Vorstellungen von WDR-Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff soll das neue Projekt bereits in der ersten Jahreshälfte 2013 auf den Bildschirm kommen. WDR-Intendantin Monika Piel wünscht sich Gottschalk für den Samstagabend. Als Sendeplatz könnte bei der ARD auch der Donnerstagabend in Frage kommen.


Gottschalk hat ein unerquickliches TV-Jahr hinter sich. Erst missriet sein Ausflug ins ARD-Vorabendprogramm mit seiner neuen Sendung «Gottschalk Live», dann sanken mit ihm und Michelle Hunziker als weiteren Neuzugang in der Jury auch die Quoten des «Supertalents».

Der 20-jährige Sänger Jean-Michel Aweh ist derweil angekommen auf dem Casting-Olymp des Kölner Privatsenders. Mit einer seiner zahlreichen Balladen schmachtete sich der Kasseler Klavier-Barde am Sonnabendabend ganz nach oben und darf sich nun die RTL-Hausmarke "Supertalent" ans Revers heften.

Im Finale der sechsten Staffel erhielt Aweh notariell beglaubigte 25,39 Prozent der Zuschauerstimmen. Für Publikumskandidat Christian Bakotessa (19,56 Prozent) und Horror-Magier Dan Sperry (13,57 Prozent) blieb nur der Blick in die Röhre. Noch schlimmer kam es für Juliette Schoppmann. Das einstige "DSDS"-Enfant-Terrible beendete sein TV-Comeback auf Platz sechs. "Ich kriege keine Gänsehaut", urteilte Schoppmanns Schicksal Dieter Bohlen über die Interpretation von Arteha Franklins "Natural Woman".

Aura eines Gescheiterten und Geläuterten

Schmeichelndere Worte durfte dafür der spätere Gewinner vernehmen. "Du hast viel riskiert und viel gewonnen", sagte Bohlen zu Aweh und Jurorin Michelle Hunziker sagte: "Du bist ein richtiger Individualist." Von seinem ersten Auftritt an hatte Aweh dem geneigten Publikum alle erforderlichen Zutaten für einen Castinghelden serviert. Mit der Aura eines im Leben Gescheiterten und Geläuterten nahm der musikalische Herumtreiber den Weg ins Rampenlicht auf. Und so passte auch der Siegertitel Awehs letztlich wie die Faust aufs Auge. Mit der Eigenkomposition "Raus aus dem Nebel" sang sich der Kaufhauspianist endgültig frei. Freuen darf sich "Supertalent" Aweh neben neu gewonnener Anerkennung über einen Plattenvertrag und ein Siegersalär von 100.000 Euro.

Das neu gewonnene Selbstvertrauen demonstrierte Jean-Michel Aweh schon bei der Kür unter goldenem Konfettiregen. "Beim zweiten Mal singt Ihr mit", ordnete der Sänger vor dem Schlussrefrain seines Songs an. Undenkbar, eine vergleichbar selbstbewusste Aufforderung zu Beginn des Wettbewerb vernommen zu haben. Dass der Bitte des Siegersängers allerdings kaum hörbar nachgekommen wurde, geschenkt. Und während Gottschalk (Schockstarre?) und Dieter Bohlen (beleidigt, weil Aweh den Siegersong selbst komponierte?) dem Vortrag stocksteif hinter ihrem Pult lauschten, ließ sich Ko-Jurorin Michelle Hunziker immerhin zu einem Musikantenstadl-affinen Hin- und Herwiegen hinreißen. Die Chance, der schönen Schweizerin noch schnell wenigstens einen Leuchtstab zu reichen, versäumte Moderator Daniel Hartwich indes.

Die Show wurde begleitet von technischen Pannen. Ein Trend konnte jedoch trotz Quotensieg nicht kaschiert werden: Immer weniger Zuschauer schalten sich dem RTL-Hochkaräter mittlerweile zu.

(HA/dpa)
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