Star der Flower-Power-Bewegung
"If you're going...": Hippie-Ikone Scott McKenzie ist tot
Der vor allem durch die Blumenkinderhymne "San Francisco" bekannte Sänger litt am Guillain-Barré-Syndrom. McKenzie starb 73-jährig.
Los Angeles/New York. Der Sänger, Songwriter und Gitarrist Scott McKenzie ist tot. Der 73-jährige US-Amerikaner starb bereits am Sonnabend nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt bei sich Zuhause in Los Angeles, wie ein Bekannter auf dessen Homepage mitteilte. Demzufolge erkrankte McKenzie 2010 am Guillain-Barré-Syndrom, einer Erkrankung der Nervenbahnen.
Mit dem Lied "San Francisco - Be Sure to Wear Flowers in Your Hair" wurde McKenzie 1967 weltbekannt. Ein weiterer Hit wurde "Like An Old Time Movie". 1998 tourte McKenzie als Teil der Gruppe The Mamas & the Papas durch Großbritannien.
Seine australischen Freunde Gary und Raylene Hartman verbreiteten die Todesnachricht am Sonntag auf der offiziellen Internetseite von McKenzie, die sie bisher in seinem Namen betrieben. "Es war der schwerste Eintrag der letzten 15 Jahre", bestätigte Hartman der dpa. Die Hartmans hatten McKenzie mehrmals in Los Angeles besucht und waren ständig mit ihm in Kontakt. Sie wurden von einem Nachbarn über den Tod unterrichtet, sagte Hartman.
Nach Solokarriere zu The Mamas & the Papas
Seit Ausbruch des Nervenleidens, das zu Lähmungserscheinungen führen kann, lebte McKenzie allein mit seiner Katze Spider. Laut Website war er gerade von einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt nach Hause entlassen worden. Eine Nachbarin fand ihn am Sonntag in seiner Wohnung.
McKenzie, mit bürgerlichem Namen Philip Wallach Blondheim, wuchs in North Carolina auf und gründete mit seinem Jugendfreund John Phillips erst das Duo "Smoothies" und später das Trio "Journeymen". Im Frühjahr 1967 kam für ihn mit dem Hit "San Francisco" der Durchbruch. Phillips schrieb den Text und produzierte die Platte mit Lou Adler.
Dann trennten sich ihre Wege. Phillips rief The Mamas & the Papas ins Leben, konnte aber seinen Freund Scott nicht für das Projekt gewinnen. McKenzie kehrte zurück an die Ostküste und gab Jahre nur Solokonzerte. Von ihm stammen unter anderen die Country-Rock-Alben "Stained Glass Morning" und "Stained Glass Reflections". Erst in den 1980er Jahren hörte er auf seinen Freund und kam zu den Mamas und Papas. Nach dem Tod seines langjährigen Wegbegleiters Phillips 2001 schied auch McKenzie Schritt für Schritt aus dem Musikbusiness aus.
McKenzie: Ständig schlapp und müde
2003 sagte McKenzie in einem Interview, er habe das Gefühl, ständig schlapp und müde zu sein, was ihn auch von größeren Konzertreisen abhalte. "In den letzten fünf Jahren musste ich vor allem mit schweren Depressionen klarkommen", sagte der damals 64-Jährige der Hamburger Zeitschrift "Stern".
Seine Krankheit mache ihn schwach, ängstlich und unsicher. Dennoch wolle er nicht mit starken Medikamenten für sein Wohlbefinden sorgen. Den Kampf mit Pillen gegen Depressionen habe er bereits als Jugendlicher eingestellt. "Einige Jahre lang haben mir Medikamente geholfen, aber dann wurden die Nebenwirkungen so schlimm, dass ich sie abgesetzt habe", sagte McKenzie damals der Zeitschrift.
John Phillips, Songwriter und Sänger der Popgruppe The Mamas and The Papas, der den Song "San Francisco" geschrieben hatte, starb bereits 2001 im Alter von 65 Jahren an einem Herzversagen. Phillips organisierte auch das berühmte Monterey Pop Festival von 1967 mit, auf dem Jimi Hendrix und The Who erstmals vor US-Publikum auftraten. McKenzie sang dort erstmals die Blumenkinderhymne "San Francisco".
Mit Material von dpa und dapd














