Konzertkritik
Skrillex macht nicht viel neu - aber für seine Fans alles richtig
Mit vielen Anleihen aus längst Bekanntem und einigen wenigen eigenen Einfällen begeisterte der Produzent elektronischer Tanzmusik sein Publikum
Hamburg. Das Glück der Jugend ist ja, dass man Dinge neu entdecken kann, die älteren Generationen maximal ein wiederholungsmüdes Lächeln entlocken: "Macht ihr mal, Kinder."
Ziemlich genau so kommt man sich als Besucher eines Skrillex-Konzertes vor, wenn man - im Gegensatz zum Gros des Publikums - der Altersgruppe 30+ angehört. 4 To The Floor, Breakbeats, abrupte Cuts? Alles schon gehört. Und zwar mit mehr Verve, Spaß am Spiel mit den Genres und vor allem: mit mehr Talent. Was Sonny John Moore vor den etwa 4000 Zuschauern in der Sporthalle zusammenmischt, wird bloß dann interessant, wenn er sich nicht auf seine Live-Qualitäten, sondern auf fertig produzierte Tracks seiner Alben und EPs verlässt. Dann atmet die Halle zumindest für einige Minuten den Hauch des ansatzweise Originellen, der massenkompatiblen Dubstep-Variante. Diese britische Abart der elektronischen Musik hat der Amerikaner in eine dem Popbusiness genehme Form, zwischen Provokation und gemütlicher Bekanntheit schwankend, überführt.
Insgesamt ein geradezu erstaunlich langweiliger Streifzug durch Genres der elektronischen Musik, der für nur einen kleinen Teil der 90 Minuten zu begeistern vermag.
Ein echtes, von keinerlei Ironie durchkreuztes Lob gebührt allerdings den Programmierern der Lichtshow. Die ist - im Gegensatz zum Star des Abends - über jeden Zweifel erhaben, so beeindruckend wie kreativ. Aber eigentlich war man doch eher zum Hören als zum Sehen gekommen: egal ob Alt oder Jung.
















