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Pop & Jazz

Konzertkritik

Standing Ovations für Neil Diamond in Hamburg

Bei "Sweet Caroline", "Soolaimon" oder "Red Red Wine" hielt es die Fans am Mittwochabend in der o2 World nicht mehr auf ihren Sitzen.

Neil Diamond begeisterte seine Fans in der Hamburger o2 World (Archivbild)
Foto: dpa/DPA

Hamburg. Er ist noch nicht einmal auf der Bühne, da verliert die Bestuhlung in der o2 World schon jede Daseinsberechtigung. Die Halle steht auf, steht Kopf, und dann ist er da: Neil Diamond, im schwarzen Anzug und schwarz-blau gemustertem Hemd. Mit „Soolaimon“ geht es los, das Publikum hängt an seinen Lippen vom ersten Ton an und auch in den nun folgenden zwei Stunden. Bei ruhigeren Stücken des im Januar 70 gewordenen Superstars sitzt das Publikum, nur um zwei Nummern später wieder aufzuspringen. Zu Beginn wird besonders „Forever In Blue Jeans“ abgefeiert, bei dem Stück „Hello Again“ merkt man besonders eindringlich, dass die Stimme des Sängers im Alter sogar noch an Tiefe gewonnen hat. Die Gesten, die Diamond auf der Bühne bringt vielleicht weniger: ausladende Armbewegungen, eine Hand auf die Brust bedrückt, eine ausgestreckte Hand der Sehnsucht ins Publikum – Kein Zweifel, dieser Mann seit über vier Dekaden nichts anderes gemacht.

Der Bühne merkt man den Pomp vergangener Jahrzehnte kaum an. Reduziert und aufgeräumt ist die Bühne, die 15 hochprofessionellen Musiker stehen ordentlich gruppiert auf einer niedrigen Showtreppe und Neil Diamond bewegt sich in den Zwischenräumen.

Zwischendurch ist er immer wieder ganz höflich: „Es ist nett, dass Sie klatschen“, wendet er sich ans Publikum, „aber noch habe ich Ihren Applaus nicht verdient.“ Also kommen noch mehr Songs von dem Mann mit der goldenen Hit-Schreiber-Feder: „Red Red Wine“, ein Stück, dass er mit 19 Jahren über Liebe und Alkohol geschrieben hat, erfreut das Publikum, besonders beeindruckend ist allerdings „Solitary Man“. „Es ist das Lied, das mich von der Straße in die teuersten Hotels der Welt führte“ unterstreicht auch er die Relevanz dieses Stückes, über den ewigen Liebesreisenden. Textlich weniger berührend aber natürlich unsterblich ist „Sweet Caroline“. Weil Neil Diamond genau weiß, wie das Publikum seit zig Jahren auf die famos schmissige Zeile „Sweeeeeeeeeeeet Caroliiiiine, dam dam dam“ reagiert, wird das Lied in endlos Schleife gespielt. Immer wieder setzt er an, noch einmal und noch einmal. Und das Publikum steht.

 

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